2:2-Unentschieden im Nordderby

Werder holt Punkt nach zweimaligem Rückstand

Ein packendes Nordderby zwischen Werder und dem HSV blieb ohne Sieger (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 26.11.2016 // 17:30 Uhr

Von Erik Scharf

Der SV Werder hat sich im Nordderby vom Hamburger SV mit einem 2:2-Unentschieden getrennt. In einer turbulenten ersten Halbzeit egalisierten Fin Bartels (14.) und Serge Gnabry (45.) die Tore von Michael Gregoritsch (3./28). Nach dem Wechsel kämpften beide Mannschaften verbissen, ein weiteres Tor wollte aber nicht mehr fallen. Somit teilen sich Werder und der HSV leistungsgerecht die Punkte.

Aufstellung und Formation: Für das 105. Nordderby ändert Werder-Coach Alexander Nouri seine Startelf im Vergleich zur Vorwoche auf vier Positionen in allen vier Mannschaftsteilen. Im Tor löst Jaroslav Drobny nach überstandener Verletzung an seiner alten Wirkungsstätte Felix Wiedwald ab. In der Viererkette findet sich Robert Bauer auf der Position des Rechtsverteidigers wieder, für den Sommer-Neuzugang ist es eine Premiere auf dieser Position. Auf der Doppelsechs beginnt Thanos Petsos neben Kapitän Clemens Fritz. Florian Grillitsch fehlt dagegen verletzungsbedingt. In der offensiven Dreierreihe darf Fin Bartels von Beginn an ran und übernimmt den Platz von Claudio Pizarro, der als Joker auf der Bank sitzt. Während Bartels die Flügelposition besetzt, rückt Max Kruse in die Sturmspitze. 

Bartels bügelt frühen Fehler aus

Fin Bartels lässt Douglas stehen und schließt zum Ausgleich ab (Foto: nordphoto).

1. Minute: Das ganze Vorgeplänkel hat endlich ein Ende. Der Ball rollt, das Duell der ewigen Rivalen läuft. Der HSV holt direkt eine Ecke heraus, doch die Werder-Defensive kann klären.

3. Minute: Hamburg führt. Drobny und Moisander mit einem krassen Missverständnis im Aufbauspiel. Aus dem resultierenden Einwurf heraus nutzt der HSV die Unordnung. Lewis Holtbys Flanke kann Michael Gregoritsch ohne Probleme einköpfen. Werder war noch nicht einmal in Ballbesitz, was für ein mieser Start.

5. Minute: Erster Vorstoß des SVW. Kruse hat viel Platz und zieht aus halblinker Position ab. Sein Schuss geht knapp am langen Pfosten vorbei.

10. Minute: Die Anfangsphase geht nicht nur wegen des frühen Tores an die Rothosen. Der SVW hat große Mühe, Sicherheit ins eigene Spiel zu bekommen. Oft können sich die Grün-Weißen nur mit Fouls helfen, so auch Thanos Petsos, der für ein taktisches Foul die gelbe Karte sieht.

12. Minute: Diesmal der HSV mit dem Ballverlust im Aufbauspiel. Bartels erobert die Kugel und schickt Gnabry auf die Reise, aber auch Werders Flügelstürmer zielt bei seinem Linksschuss zu weit nach rechts. 

14. Minute: TOOOOOR FÜR BREMEN! Toller Angriff der Werderaner. Gnabry hat auf links Zeit und Auge, bringt den Ball auf Clemens Fritz, der zwanzig Meter zentral vor dem Tor ebenso Übersicht beweist und Fin Bartels bedient. Dieser lässt noch Douglas aussteigen und drischt die Kugel mit links an Mathenia vorbei in die kurze Ecke. Es geht doch, Männer!

21. Minute: Wieder ist Bartels im Fokus. Max Kruse leitet den Angriff mit einem Ball auf Robert Bauer ein, dessen flache Flanke schlussendlich beim Schützen zum Ausgleich landet. Sein Drehschuss wird aber geblockt. Es ist ein hochintensives und temporeiches Nordderby, weil beide Mannschaften ihr Heil in der Offensive suchen.

Gnabry´s Traum-Antwort auf Gregoritsch

Serge Gnabry brüllt die Freude über sein Tor zum erneuten Ausgleich heraus (Foto: nordphoto).

26.Minute: Nicolai Müller packt den rechten Hammer aus. Aus ungefähr 25 Metern zieht der Hamburger ab, sein Schuss streicht aber knapp über das Gehäuse von Ex-Kollege Jaroslav Drobny. 

28. Minute: 2:1 Hamburg. Müller entblößt nach einem Ballverlust von Gnabry mit einem Solo-Lauf die komplette linke Abwehrseite des SVW und hat im Strafraum freie Auswahl. Er entscheidet sich für den Querpass auf Gregoritsch, der nur noch den Fuß hinhalten muss, um sein zweites Tor zu erzielen.

37. Minute: Riesenchance für Bartels zum erneuten Ausgleich. Ostrzolek verschätzt sich bei einem Kopfball, das Leder fällt genau vor die Füße von Bartels, der mit seiner Direktabnahme diesmal aber nicht an Christian Mathenia im HSV-Tor vorbeikommt.

45. MinuteSEEEERGEEE GNAAAABRY! WAS FÜR EIN TOR! Gnabry gegen alle, mit einer Schussfinte lässt er drei HSV´ler stehen und schiebt mit rechts den Ball in die lange Ecke vorbei an Mathenia. Wahnsinn! Eine unfassbare erste Halbzeit! 

45+1. Minute: Und die ist noch nicht vorbei. Nicolai Müller schließt aus 20 Metern nochmal ab, verfehlt das Werder-Tor aber. Dann ist tatsächlich Halbzeit. 2:2 zwischen Werder und dem HSV.

Keine Tore in Hälfte zwei

Hohe Intensität, viele Zweikämpfe - im zweiten Durchgang lag der Fokus auf der Defensive (Foto: nordphoto).

46. Minute: Weiter geht´s in Hamburg. Werder hat gewechselt, für den mit gelb vorbelasteten Thanos Petsos ist nun Philipp Bargfrede in der Partie.

53. Minute: Max Kruse hat auf der linken Seite viel Raum vor sich und treibt die Kugel bis ans linke Strafraumeck. Diesmal entscheidet er sich aber für eine Flanke, die jedoch in den Rücken von Bartels gerät. Insgesamt scheinen sich beide Mannschaften mehr auf eine stabile Defensive zu konzentrieren. Zumindest ist das Tempo aus der ersten Halbzeit deutlich abgeflacht.

61. Minute: Wieder kann Kruse über links marschieren, seine hohe Hereingabe auf Junuzovic kommt sogar beim Österreicher an, doch der kann die scharfe Flanke mit der Brust nicht kontrollieren. Die Intensität ist immer noch unglaublich hoch, Werder hat leichte Vorteile, auch wenn es eine große Chance bisher nicht zu vermelden gab. Die mitgereisten SVW-Fans sehnen derweil den Einsatz von Claudio Pizarro herbei. 

68. Minute: Und da ist "Piza" auch schon. Der Peruaner kommt für Serge Gnabry in die Partie. Kruse spielt nun die Position hinter der Spitze, Junuzovic weicht auf den Flügel aus.

71. Minute: Zum ersten Mal wird es hitzig auf dem Rasen. Einen Freistoß der Hamburger pflückt Drobny aus der Luft und wird dabei von Johan Djourou attackiert. Santiago Garcia teilt dem Hamburger seine Meinung mit, Schiri Dr. Felix Brych zeigt gelb für Djourou´s Einsatz.

74. Minute: Durchatmen! Gregoritsch taucht im Strafraum ungedeckt auf, sein Kopfball landet in dieser Szene aber in den Armen von Drobny. 

82. Minute: Die Schlussphase bricht an. Beide Teams drängen auf das entscheidende Tor. Bei den Grün-Weißen fehlt in den Kontern die Genauigkeit. Ein gut ausgespielter Angriff würde aber reichen...

88. Minute: Izet Hajrovic kommt für Fin Bartels. Cheftrainer Alexander Nouri bringt nochmal einen frischen, schnellen Spieler. Vielleicht für den entscheidenden Konter.

90.+2 Minute: Jaroslav Drobny rettet mit einer starken Reaktion. Der Schuss von Holtby aus 18 Metern wird vom eingewechselten Lassogga abgefälscht, der jedoch im Abseits stand. Dennoch starke Aktion von Drobny.

90. Minute: Abpfiff in Hamburg. Der SVW und der SVW teilen sich leistungsgerecht die Punkte.

Fazit: In einer turbulenten ersten Halbzeit zeigten beide Mannschaften ihre offensiven Stärken und defensiven Schwächen, hatten gute und schlechte Phasen im Spiel. Nach dem Wechsel blieb es zwar weiterhin hochspannend, doch den offensiven Reihen fehlte nach dem temporeichen ersten Durchgang die Genauigkeit, um das Spiel zu entscheiden. Der SVW kann nach zweifachem Rückstand mit dem Punkt auch aus moralischer Sicht gut leben. Nächste Woche kommt es im Weser-Stadion gegen Ingolstadt zum nächsten Duell mit einem direkten Konkurrenten im Tabellenkeller.