Bartels-Abstauber erlöst den SVW

Werder bezwingt Ingolstadt mit 2:1

Augenblicke nach dem befreienden 2:1 fiel Torschütze Fin Bartels Teamkollege Serge Gnabry in die Arme (Foto: Nordphoto).
Profis
Samstag, 03.12.2016 // 17:29 Uhr

von Maximilian Hendel

Erfolg des Willens! Dank einer aufopferungsvollen Energieleistung eroberte Werder Bremen am 13. Spieltag gegen den direkten Tabellennachbarn FC Ingolstadt einen eminent bedeutenden 2:1 (1:0)-Heimsieg vor knapp 39.000 Zuschauern im Weser-Stadion. Max Kruses erstes Saisontor brachte die Grün-Weißen vor der Pause in Führung (24.), bevor Markus Suttner nach Wiederanpfiff mit einem direkten Freistoß zwischenzeitlich ausgleichen konnte (58.). Doch Werder schlug noch ein entscheidendes Mal zurück, als Fin Bartels, der schon das Führungstor vorbereitet hatte, aus Nahdistanz abstaubte (76.).

Aufstellung und Formation: Drei Personalien veränderte Cheftrainer Alexander Nouri im Vergleich zum Nordderby in Hamburg. Lamine Sané, der seine Knieverletzung auskuriert hatte, begann für Milos Veljkovic wieder in der Innenverteidigung. Außerdem gab Philipp Bargfrede auf der Doppel-Sechs nun auch sein Startelf-Comeback; diesmal neben Ersatzkapitän Zlatko Junuzovic, da Clemens Fritz aufgrund einer Erkältung passen musste. Ebenso stand Thanos Petsos nicht im Aufgebot. Claudio Pizarro kehrte derweil in die zentrale Angriffsspitze zurück, an dessen Seite Max Kruse agierte, wohingegen Serge Gnabry (links) und Fin Bartels (rechts) auf den offensiven Flügeln ankurbeln sollten.

Kruse schleicht sich an den kurzen Pfosten und vollendet

Philipp Bargfrede, hier gegen Moritz Hartmann, gab sein Startelf-Comeback (Foto: Nordphoto).

Die Höhepunkte:

15. Min.: Eine knappe Viertelstunde ist um. Beide Defensivreihen sind noch nicht in Verlegenheit gebracht worden, die Szenerie spielt sich derzeit bei beständigen Ballbesitzwechseln vorwiegend zwischen den Strafräumen ab.

21. Min.: Die erste richtige Torchance erarbeiten sich die Gäste nach einer Ecke. Groß’ Standard findet Jung nahe des Elfmeterpunktes, dessen aufsetzenden Kopfball wehrt Drobny aufmerksam zur Seite ab, wo plötzlich Hartmann auftaucht, der Abpraller glücklicherweise aber nur dessen Kopf streift.

24. Min.: TOOOOOOR, 1:0 für Werder, Max Kruse. Die Grün-Weißen gehen aus dem Spiel heraus in Führung! Der FCI versucht zu pressen, doch Drobnys Eröffnung und Bauers gewonnenes Kopfballduell lösen die Umklammerung; nur Momente später wird Bartels lang Richtung Eckfahne geschickt, von wo aus er umgehend die Eingabe an den kurzen Pfosten bringt, wohin sich Kruse - gedankenschnell an Hadergjonaj vorbei – schleicht und eiskalt per Dropkick vollendet.

31. Min.: Aussichtsreiche Freistoßposition gleich zentral vor dem Strafraum, nachdem Bargfrede von den Beinen geholt wurde. Aber Kruse setzt den Ball dann doch um ein gutes Stück über den Querbalken.

40. Min.: Garcia und Kruse liegen am Boden, dann gewinnt FCI-Kapitän Matip denn Ball, leitet einen schnellen Gegenzug ein, kommt daraufhin selber halbrechts im Bremer Strafraum zum Abschluss, verzieht jedoch um gut zwei Meter.

45. + 2 Min.: Werder geht mit einer knappen Führung in die Halbzeit. Kurz vor dem Pausenpfiff kam Pizarro unter Bedrängnis zu seinem ersten Versuch, ein etwas zu hoch angesetzter Heber.

Suttner gleicht aus, dann ist Bartels zur Stelle

Cheftrainer Alexander Nouri hatte Santiago Garcia und die Grün-Weißen bestens eingestellt (Foto: Nordphoto).

48. Min.: Durch eine schöne Direktpassage über Bartels, Kruse und Junuzovic wird Gnabry über halblinks in Szene gesetzt, der visiert auch rasch den FCI-Kasten an, trifft jedoch nur das Außennetz.

53. Min.: Urplötzlich mutiert Matthew Leckies zu weit angesetzter Flankenball von der rechten Seite zum nicht ungefährlichen Querschläger, der sich bedrohlich direkt an den langen Pfosten senkt - aber Drobny positioniert sich richtig, zeigt gutes Auge und muss nicht eingreifen.

58. Min.: Tor, 1:1-Ausgleich, Markus Suttner.
Ein wirklich zielgenauer direkter Freistoß egalisiert das Ergebnis. Torschütze Suttner zirkelt den Ball aus knapp 25 Metern halbhoch ins rechte Eck.

60. Min.: Unmittelbar darauf haben die Grün-Weißen gleich die Riesenchance, erneut in Führung zu gehen, aber Fin Bartels, der von Pizarro nach einem schönen Doppelpass frei gespielt wurde, setzt den Ball aus kurzer Distanz und spitzem Winkel mit dem Außenrist am langen Pfosten vorbei.

68. Min.: Typische, kaum zu verteidigende Gnabry-Aktion; der Nationalspieler kommt über die linke Außenbahn ins Dribbling, lässt Hadergjonaj ins Leere laufen, aber FCI-Keeper Hansen ist beim folgenden Schuss schnell unten.

76. Min.: TOOOOOOOOOOR, 2:1 für Werder, Fin Bartels. Der war reingewollt! Hajrovic, gerade erst eingewechselt, zwingt Hansen aus 18 Metern zu einer Parade; Gnabry hält den Ball im Spiel und bringt den scharfen Querpass zurück, den Pizarro nur nicht ins Tor weiterleiten kann, weil Hansen mit Blitzreflex abwehrt, bei Bartels anschließendem Abstauber dann aber keine Chance mehr hat.

83. Min.: Die Schanzer sind hier noch lange nicht geschlagen. Matip eröffnet einen tolle Kombination, Leckie spielt den Ball in den Rückraum, Hartmann legt ab, aber Cohen kann die freie Position aus 18 Metern nicht nutzen.

90. Min.: Ganz großes Glück für den SVW. Moisander und Sané behindern sich gegenseitig im Versuch, Suttners langen Ball zu klären – aber Leckie versagen daraufhin am kurzen Pfosten die Nerven.

90. + 4 Min.: Abpfiff in diesem Nervenspiel. Kurz zuvor hatte Drobny bei Hartmanns Kopfball noch einmal sicher zugepackt und dadurch endgültig drei Punkte gesichert.


Fazit:
Beide Kontrahenten schlugen ein gutes Tempo an. Der aufmerksamen Zweikampfführung und Organisation der jeweils verteidigenden Akteure war es jedoch geschuldet, dass durchdringende Offensivaktionen einstweilen nicht über Ansätze hinauskamen. Dennoch, auch wenn die Grün-Weißen zunächst wiederholt an der dicht gestaffelten Defensive der Ingolstädter abprallten, ihre Angriffsreihe war auffallend agil und belohnte sich über Fin Bartels und Max Kruse Mitte der ersten Halbzeit infolge des ersten schnörkellos durchgezogenen Spielzuges über die rechte Außenbahn. Insgesamt zeigte sich Werder lange Zeit bestens auf das Pressing der Gäste eingestellt, vermied schwerwiegende Ballverluste in der eigenen Hälfte, unterband darüber hinaus rechtzeitig aufkeimende Kontersituationen und war konsequent in der Verteidigung zweiter Bälle. Nach Wiederanpfiff allerdings wurde der FCI deutlich offensiver und zwingender. Suttners zielgenauer Freistoß setzte die Partie endgültig auf Messers Schneide. Aber diesmal ließen sich die Grün-Weißen nichts mehr aus den Händen reißen und erzwangen dank einer Energieleistung nicht nur den erneuten, sondern letztendlich auch entscheidenden Führungstreffer.