Beide Seiten der Medaille

"Das Selbstbewusstsein wächst", sagt Serge Gnabry - und zeigt das auch auf dem Platz (Foto: nordphoto).
Profis
Montag, 14.11.2016 // 13:03 Uhr

Von Yannik Cischinsky

Es wirkt, als habe er nie etwas anderes gemacht. Beobachtet man Serge Gnabry in diesen Tagen bei der Nationalmannschaft, könnte man fast denken, er sei seit langem fester Bestandteil des DFB-Teams. Lachend präsentiert sich der 21-Jährige beim Fußballtennis mit Thomas Müller, routiniert beantwortet er Interviewanfragen. Doch vor allem auf dem Platz fügte sich Gnabry nahtlos in ein funktionierendes Team ein und zeigte eine fantastische Leistung. Der Lohn: Werders neuer Flügelspieler wurde mit überwältigender Mehrheit zum „Spieler des Spiels“ gewählt wurde.

Gnabry ist angekommen, angekommen in der Mannschaft des Weltmeisters. „Das Team hat mich sehr gut aufgenommen, die Mitspieler, die Trainer und das Funktionsteam. Wir neuen Spieler fühlen uns hier alle sehr wohl, es macht einen riesigen Spaß“, sagt Gnabry im Interview mit DFB.DE. 

Erzielten fünf der acht Tore gegen San Marino: Serge Gnabry und Jonas Hector (Foto: nordphoto).

Doch möglicherweise hat der Newcomer in der Nacht von Freitag auf Samstag auch zurückgedacht. Zurück an den Frühsommer dieses Jahres, als er bei Arsenal London höchstens im U 21-Team des Klubs zum Einsatz kam. Mit 20 stand er vor der Entscheidung, wie es weitergehen sollte. Von einem Debüt in der deutschen A-Nationalmannschaft samt Dreierpack war Gnabry damals meilenweit entfernt. Doch was folgte waren spektakuläre vier Monate: Silbermedaille bei Olympia, Wechsel zu Werder, Debüt und Torpremiere in der Bundesliga, die Berufung in die Nationalmannschaft.

Es ging Schlag auf Schlag. „Olympia in diesem Sommer war für mich natürlich ausschlaggebend. Ich hatte das Glück, in die Mannschaft reinzukommen. Körperlich fühle ich mich jetzt richtig gut. Ich bin fit und haue mich rein. Und je mehr Spielzeit ich bekomme, desto mehr komme ich auch in einen normalen Rhythmus. Die Bewegungen werden besser, die Abläufe, das Selbstbewusstsein wächst“, freut sich Gnabry.

Plötzlich muss er sich ganz andere Gedanken machen. Zum Beispiel, wo die Medaille für das erste Länderspiel platziert wird. „Das weiß ich noch nicht, wahrscheinlich neben der Silbermedaille von den Olympischen Spielen.“ Oder neben der, für das „Tor des Monats“ September. Oder neben dem silbernen Lorbeerblatt. 

Serge Gnabry hat in diesem Jahr die verschiedenen Facetten des Fußballs kennengelernt. „Spielst du und machst du Tore, reden alle über dich. Und wenn du auf der Bank sitzt, ist alles komplett anders. Ich habe definitiv im letzten Jahr beide Seiten miterlebt. Ich denke, dass mir diese Erfahrung gut tut, dass ich daraus lernen und wachsen werde.“

 

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