"Ein Auge schielt immer auf Werder"

Frings vor der Rückkehr ins Weser-Stadion

Torsten Frings gastiert mit dem SV Darmstadt am Wochenende im Weser-Stadion (Foto: nordphoto).
Profis
Donnerstag, 02.03.2017 // 17:38 Uhr

Von Yannik Cischinsky

447 Mal stand Torsten Frings für Werder auf dem Rasen. 117 Partien coachte er an der Seite von Cheftrainer Viktor Skripnik, bei der U 23 und in der Bundesliga. Fast 14 Jahre lang trug er insgesamt die Werder-Raute auf der Brust – als Spieler, als Kapitän, als zweifacher Pokalsieger, als Trainee, als Co-Trainer. Am Samstag kehrt Frings ins Weser-Stadion zurück, erstmals als Cheftrainer eines Ligakonkurrenten. Sein persönliches Gastspiel bestimmt vor dem Aufeinandertreffen mit dem SV Darmstadt die Schlagzeilen.

Denn: Erst im September endete die Zeit von Frings an der Weser. Seit Jahresbeginn trainiert der 40-Jährige den SV Darmstadt 98. Die Rückkehr nach Bremen wird für ihn ein „besonderer, auch emotionaler“ Moment, wie er auf der Pressekonferenz der Lilien am Donnerstagmittag klar machte. „Bremen wird immer mein Lebensmittelpunkt bleiben. Ich habe hier ein Haus, meine Kinder sind hier geboren und ich fühle mich in Bremen wohl. Ein Auge schielt immer auf Werder, aber am Samstag schlägt das Herz für Darmstadt 98“, fasste der Ex-Werderaner seine Gefühlswelt vor dem Bundesliga-Duell an gleicher Stelle zusammen.

Frank Baumann, Viktor Skripnik und Torsten Frings im Sommer 2016 (Foto: nordphoto).

Fast zeitgleich sprach im gut 350 Kilometer entfernten Bremen Frank Baumann zu den Medien. Auch Werders Geschäftsführer Sport freut sich auf das Wiedersehen. „Unser Verhältnis ist nach wie vor sehr gut. Wir sind bei Werder und in der Nationalmannschaft gemeinsam einen sehr weiten Weg gegangen“, erklärte Baumann. Sieben Jahre waren Frings und Baumann Teamkollegen beim SVW, von 2001 bis 2005 trugen beide zudem das Trikot der deutschen Nationalmannschaft.

Doch bei all den Gemeinsamkeiten geht es in der Begegnung am Wochenende um wichtige, für Frings und den SVD schon fast elementare, drei Zähler im Kampf um den Klassenerhalt. „Ich freue mich auf die Fans und werde Werder nach dem Spiel auch wieder die Daumen drücken, aber ich will in Bremen mit meiner Mannschaft gewinnen. Wir brauchen die Zähler, deshalb wollen wir punkten.“ Daran gibt es selbst unter den Grün-Weißen keinen Zweifel. „Torsten wird Darmstadt richtig heiß machen. Sie werden herkommen und wirklich alles geben. Da müssen wir bereit sein und dagegen halten“, sagt Theodor Gebre Selassie, der in Frings einen energischen und impulsiven Motivator sieht.

Mit einem Augenzwinkern blickt dagegen Claudio Pizarro auf das Wiedersehen mit seinem alten Weggefährten. Ganze vier Abschnitte bilden die gemeinsame Zeit von „Lutscher“ und „Piza“: Werder (1999 bis 2001), Bayern (2004 bis 2005), Werder (2009 bis 2011) und nochmals Werder (2014 bis 2016). Nach fast 20 Jahren hat der Peruaner für Frings deshalb auch spitzzüngige Botschaft parat: „Es wird sicherlich ein besonderes Gefühl für Torsten zurückzukehren, aber nach dem Spiel wird er leider nicht so glücklich sein, denn wir gewinnen.“