Delaney: Trotz Niederlage ein Gewinn

Werders Neuzugang überzeugt bei Bundesliga-Premiere

Gab gegen Dortmund gleich Ton an: Thomas Delaney (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 21.01.2017 // 21:32 Uhr

Von David Steinkuhl und Yannik Cischinsky

Sein Gesicht sagte alles. Nicht die Mimik, sondern die Schürfwunde neben dem rechtem Auge von Thomas Delaney zeigte, dass Werders Winter-Neuzugang vom FC Kopenhagen bei seinem Debüt in der Fußball-Bundesliga nie zurücksteckte. Der überragende Wert von 83,3 Prozent gewonnener Zweikämpfe ließ in der Halbzeitpause von Delaneys Premieren-Partie gegen Borussia Dortmund ein Raunen durch das Weser-Stadion gehen. Auch nach Ablauf der 90 Minuten war Delaney häufigster Zweikampfsieger auf dem Platz, dreizehn Duelle mit dem Gegenspieler gewann der Däne. Mehr als alle anderen Akteure auf dem Feld. Und das war nicht der einzige Fakt, der den starken Einstand Delaneys unterstrich.

Von seinen Kollegen in Dänemark wurde er zum „Spieler des Jahres“ der Superliga gekürt, dazu kam das konkrete Interesse mehrerer Premier League-Vereine am dänischen Nationalspieler – die Erwartungen in Bremen an Delaney waren hoch. Dass er sich in einer der besten Ligen Europas dann so schnell zurechtfindet, damit hatten dennoch wohl nur die wenigsten gerechnet. „Ich mag diesen intensiven Fußball, der hier gespielt wird“, so Delaney selbst nach seinen ersten 90 Minuten im deutschen Oberhaus. „Es war genau der richtige Wechsel für mich.“ Nach den ersten Eindrücken beruht diese Einschätzung aus Werder-Sicht auf Gegenseitigkeit.

Präsent und zweikampfstark zeigte sich Delaney bei seinem Bundesliga-Debüt (Foto: nordphoto).

Die meisten Ballbesitzphasen (68), die meisten Pässe zum Mitspieler (25), die zweitmeisten abgespulten Kilometer (11,67) – die Statistik verdeutlichte eindrucksvoll, dass der umtriebige Mittelfeldmann am Samstagabend einer der besten Akteure in Grün-Weiß war. Dazu kam eine beeindruckende Ausstrahlung und Präsenz. Thomas Delaney weiß offenbar, wie man spielen muss, um nachhaltig Eindruck zu hinterlassen. Vor allem bei den eigenen Teamkollegen. „Das war heute eine herausragende Leistung von ihm“, bescheinigte Torschütze Fin Bartels seinem neuen Kollegen. "Ich bin stolz auf seine heutige Leistung", sagte Lamine Sané. "Es war ein gutes Spiel von ihm, er ist ein absoluter Gewinn für unsere Mannschaft“, stimmte Clemens Fritz ein in das Loblied auf den neuen Dänen.

Selbst auf die Schulter klopfen wollte sich der bescheidene Linksfuß nach seiner Premiere am Samstag aber nicht. „Vielleicht kann ich später am Abend mal in einer ruhigen Minute über meine eigene Leistung nachdenken. In erster Linie bin ich aber enttäuscht über das Ergebnis“, so Delaney nach der 1:2-Niederlage gegen den BVB. Werder-Coach Alexander Nouri hielt sich mit seinem Lob für den Dänen nicht ganz so bedeckt. „Er hat das gezeigt, was er in den ersten Wochen angedeutet hat. Er war laufstark, hat den Rhythmus des Teams bestimmt und einen sehr präsenten Eindruck hinterlassen.“ Alles Attribute eines Führungsspielers, den Thomas Delaney schon bei seinem ersten Einsatz für Werder verkörpert hat.