Mit Ruhe und Fischbrötchen

Vier-Vier-Zwei mit Lennart Thy

Im "Vier-Vier-Zwei" blickt Lennart Thy auf Fischbrötchen, Deutsch-Rap und Harry Potter (Foto: WERDER.DE).
Profis
Donnerstag, 06.10.2016 // 09:55 Uhr

Notiert von Yannik Cischinsky

Früh aufzustehen ist für Lennart Thy kein Problem. Im Gegenteil: Man könnte fast den Eindruck gewinnen, er mag es. Und so bekommt man bei dem verlässlichen Werder-Stürmer auch mal einen ungewöhnlichen Interviewtermin um 8 Uhr morgens angeboten. "Das ist alles eine Frage der Gewöhnung", sagt der gebürtige Frechener, der im ostfriesischen Städtchen Norden aufgewachsen ist. Pünktlichkeit und Disziplin sind aber nur zwei von Thys Stärken. Mit großer innerer Ruhe und angenehmer Gelassenheit geht er durch den Alltag - etwas, dass er sich schon in seiner Jugend nahe der Nordsee angeeignet hat und in Bremen beibehalten hat. 

Für WERDER.DE hat sich der 24-Jährige den Wecker extra früh gestellt. Im „Vier-Vier-Zwei"-Interview mit vier sportlichen, vier persönlichen und zwei außergewöhnlichen Fragen beantwortet Thy, wieso er eine besondere Erinnerung an Mario Götze hat, was die Hamburger von den Bremern lernen können und verrät, welchen Luxus er sich manchmal gönnt.

Vier sportliche Fragen:

Für Lennart Thy ist St. Pauli wie Werder ein sehr außergewöhnlicher Verein (Foto: nordphoto).

# Wenn ich kein Fußball-Profi geworden wäre, …

"… wäre ich erstmal ins Ausland gegangen und hätte dann vermutlich trotzdem irgendetwas in Richtung Sport studiert, aber genauere Pläne hatte ich nicht. Es hätte mich schon gereizt, die Welt zu sehen. Vor allem Australien oder Nordamerika finde ich spannend. Hauptsache weit weg und nicht Europa. Aber ich bin ja noch jung, wer weiß, was noch kommt...“

# Mein liebstes Tauschtrikot…

"… stammt aus meiner ersten Bundesliga-Saison. Bei einem meiner ersten Kurzeinsätze habe ich mir das Trikot von Mario Götze geholt, der damals – wie mittlerweile ja wieder – bei Dortmund spielte. Damals hatte er noch die 31. Ich habe es immer noch zu Hause, aber aufgehängt habe ich es noch nicht.“

# St. Pauli ist ein besonderer Verein, weil…

"… ähnlich wie bei Werder alle eng beisammen stehen. Der Fußball wird gelebt und es gibt einen engen Draht zwischen Fans, Stadt und Mannschaft. Das hat man auch in den schwierigen Momenten gesehen, die ich während meiner Zeit dort zweimal erlebt habe. Dann werden die Spieler nach Niederlagen nicht ausgepfiffen, sondern alle halten zusammen. Außerdem befindet sich der Verein mitten im Zentrum, das führt sicherlich nochmal zu einem besonders starken Stadteilbezug. St. Pauli ist schon ein außergewöhnlicher Verein mit einigen Parallelen zu Werder. Gegen Mainz hat man gesehen: Wenn wir uns den Arsch aufreißen, wird man trotz der unglücklichen Niederlage mit Applaus in die Kabine verabschiedet. Das ist ähnlich bei St. Pauli.“

# Wenn man mich als Innenverteidiger aufstellen würde, …

"… würde ich einen Diagonalball nach dem nächsten spielen (lacht).“

Vier persönliche Fragen:

Von R'n'B über Deutsch-Rap bis hin zu Reggaeton - wenn Thy unterwegs ist, läuft Musik (Foto: nordphoto).

# Ein Held meiner Kindheit ist…

"… Harry Potter. Ich habe die Filme alle gesehen und die Bücher gelesen. Zumindest die ersten vier habe ich überflogen (lacht). Aber bei den Filmen habe ich mitgefiebert. Die Figur war immer ungefähr so alt wie ich, man kann sagen Harry Potter ist gleichzeitig mit mir älter geworden.“

# Ein Luxus, den ich mir mal gönne…

"… ist ab und zu ein richtig schönes Stück Fleisch. Da habe ich Angst, dass ich das zuhause versaue, das wäre mir zu schade. Dann gehe ich lieber zu "The Grill" oder in die "Loui & Jules Grillboutique."

# Im Auto höre ich am liebsten…

"…R’n’B oder Hip-Hop, manchmal auch Deutsch-Rap. Durch einen Kumpel, der gerade in Kolumbien war, bin ich auf den Geschmack von Reggaeton gekommen. Grundsätzlich bin ich aber offen für viele Musikrichtungen."

# Wenn ich einen Tag lang mit einem Menschen tauschen könnte…

"… würde ich mit Kevin Hart, dem Komiker, tauschen. Ich kann selber nicht wirklich gut Witze erzählen, deshalb wäre es für mich mal spannend in einer Haut zu stecken, in der ich tagtäglich Menschen zum Lachen bringe.“

Zwei außergewöhnliche Fragen:

# Von den Bremern können die Hamburger lernen…

"…wie man richtig gute Fischbrötchen macht (lacht)."

# Das Schönste am Norden…

"Das ist schwer zu sagen. Das Schönste in Norden, in meinem Heimatörtchen, in dem ich aufgewachsen bin, ist auf jeden Fall die Ruhe. Das ist eine extrem kleine Stadt. Wenn ich da bin, dann weiß ich, dass ich meine Familie und meine Kumpels habe, aber sonst einfach nichts los ist. Das Angebot ist echt begrenzt. Im Gegensatz zu Großstädten wie Hamburg ist das Leben dort echt entspannt. Das genieße ich."