Ujah: "Pfiffe gehören dazu"

Torjäger freut sich trotzdem auf die Rückkehr an den Rhein

Anthony Ujah freut sich auf das Wiedersehen mit seinem Ex-Verein 1. FC Köln (Foto: Heidmann).
Profis
Mittwoch, 04.05.2016 // 14:26 Uhr

Von Michael Freinhofer

Wenn Werder am Samstag beim 1. FC Köln gastiert, ist das Ziel der Grün-Weißen klar definiert: Drei Punkte sollen her um den Abstand auf die Abstiegsplätze zu halten. Anthony Ujah und Co. wollen dabei an die Leistung des Erfolges gegen Stuttgart anknüpfen und den Schwung mitnehmen. Für den Torschützen zum 6:2-Endstand, Anthony Ujah, ist das Duell mit dem FC selbstverständlich ein Spiel mit besonderem Charakter. Immerhin stand der Nigerianer drei Jahre bei den Domstädtern unter Vertrag.

Der nigerianische Stürmer blickt gespannt auf das Duell mit den Rheinländern. Es wird ein Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern, von ehemaligen Mitspielern bis hin zum Betreuerstab des 1. FC Köln. „Ich freue mich darauf, mal wieder dort zu spielen - auf das Stadion und auf die Fans. Das waren drei wichtige Jahre für mich“, sagt der 25-jährige. In der Saison 2012/2013 noch von Mainz 05 an Köln verliehen, verpflichteten ihn die Geißböcke anschließend fest und er spielte zwei weitere Jahre in der Domstadt. Insgesamt 102-mal lief der siebenfache nigerianische Nationalspieler mit dem Geißbock auf der Brust auf. 36 Tore konnte Ujah für den 1. FC Köln erzielen. 2014 wurde er mit Köln Zweitliga-Meister und hatte mit seinen elf erzielten Toren einen erheblichen Anteil für die Rückkehr ins Oberhaus.

Siegtreffer im Pokal - jetzt wartet die Rückkehr nach Köln

Anthony Ujah erzielte gegen Stuttgart seinen 14 Pflichtspieltreffer (Foto: nordphoto).

Im vergangenen Sommer wechselte Ujah schließlich an die Weser. Der Transfer kam für viele Fans in der Rhein-Metropole überraschend, die Enttäuschung über den Weggang des Publikumslieblings war groß. Für den einstigen Kölner wird die Stimmung am Samstagnachmittag im RheinEngergieSTADION daher bestimmt etwas rauer sein. "Ich erwarte keine schöne Atmosphäre", sagt Ujah selbst. Schon beim ersten Wiedersehen im Oktober 2015 hatte "Tony" nach seinem 1:0-Siegtreffer im DFB-Pokal die Pfiffe auf seiner Seite. Und auch am vorletzten Spieltag wird das Publikum wieder seinen Unmut äußern. Für Ujah gehört das dazu: "So ist das im Fußball. Das ist schade, aber kein Problem für mich." Trotz der zu erwartenden Reaktionen will er sich komplett auf die Aufgabe mit Werder fokussieren. "Ich konzentriere mich auf das Spiel. Ich möchte der Mannschaft helfen", erzählt er.

Aktuell muss sich der Nigerianer bei Werder mit der Joker-Rolle zufrieden geben. "Zwar spiele ich nicht immer von Beginn an, aber ich versuche immer positiv zu bleiben“, so der Werderaner, der in dieser Rolle zuletzt immer mehr aufblühte. Im Nordderby wurde Ujah während der zweiten Hälfte eingewechselt und sorgte mit seinem 1:2-Anschlusstreffer nochmals für Schwung. Beim Spiel gegen den VfB Stuttgart kam er erst in der 83. Minute aufs Feld und traf keine vier Minuten später zum finalen 6:2-Endstand. Trotz der Kurzeinsätze steht Werders Offensiv-Aktivposten in seiner ersten Saison in der Hansestadt wettbewerbsübergreifend bei 14 Treffern. Mit elf Toren in der Bundesliga ist das seine bisher trefferreichste Saison in der höchsten Spielklasse. Dass die gegnerischen Fans angesichts dieser Tor-Bilanz nicht gerade hocherfreut sind, wenn Ujah für den SVW aufläuft, dürfte deshalb zukünftig nicht nur in Köln zum Standard gehören.