Skripnik: "Niemand hat einen Spaziergang erwartet"

Zlatko Junuzovic führte die Mannschaft als Kapitän auf den Platz und zum 2:0-Sieg nach Verlängerung (Foto: nph).
Profis
Samstag, 08.08.2015 // 19:28 Uhr

Erstes Pflichtspiel, erster Sieg. Auf das erlösende Tor mussten die Grün-Weißen allerdings bis in die Verlängerung warten, dann folgte die spürbare Erleichterung. Werder fuhr in der ersten Runde ...

Erstes Pflichtspiel, erster Sieg. Auf das erlösende Tor mussten die Grün-Weißen allerdings bis in die Verlängerung warten, dann folgte die spürbare Erleichterung. Werder fuhr in der ersten Runde des DFB-Pokals, gegen die Würzburger Kickers durch späte Tore von Anthony Ujah und Fin Bartels einen Sieg ein. "Wir haben heute nicht nur gegen den Gegner gespielt, sondern auch gegen die Temperaturen", spielte Viktor Skripnik auf die bis zu 38 Grad und die schwierigen Bedingungen in Süddeutschland an. Am Ende zählte für alle nur eins: "Wir haben die Pflicht erfüllt und sind eine Runde weiter gekommen", so Thomas Eichin.

Auf dem Weg in die Kabine sprach WERDER.DE mit Spielern, Cheftrainer sowie Geschäftsführer und fasst die wichtigsten Stimmen zusammen.

Zum Spielverlauf:

Thomas Eichin: „Die Vorbereitung ist Schall und Rauch, das hat man heute schnell gesehen. Wir haben am Anfang nicht das Tor gemacht und uns dadurch selbst unter Druck gesetzt, aber man muss auch Würzburg ein Kompliment machen. Es war ein schwieriges Spiel gegen eine kompakte, läuferisch starke Mannschaft, mit einem guten Trainer und guter Ordnung."
 

Viktor Skripnik: „Natürlich bin ich unzufrieden, dass wir das Spiel nicht nach 90 Minuten entschieden haben und uns noch 30 Minuten quälen mussten, aber niemand von uns hat heute einen Spaziergang erwartet. Würzburg hat sehr körperbetont gespielt, uns in die Zweikämpfe gezwungen. Deshalb sind wir zufrieden, dass wir weitergekommen sind. Am Ende zählt nur das Ergebnis. Das Spiel hat sich - auch weil wir einige Chancen liegen lassen haben - dahingehend entwickelt, dass am Ende der verliert, der einen Fehler macht. So ist es gekommen."

Zlatko Junuzovic: „Wir haben gewusst, was auf uns zukommt und dass wir noch nicht bei hundert Prozent sind. Im Spiel haben wir uns alle schwer getan. Natürlich müssen wir uns ankreiden, dass wir nicht nach regulärer Spielzeit gewonnen haben, aber ich denke, wir haben bis auf wenige Sequenzen das Spiel kontrolliert und uns Chancen erarbeitet. Diese hätten wir nutzen müssen, das ist richtig, aber: Wir wollten weiterkommen und das haben wir geschafft."

Über den vermeintlichen Klassenunterschied:

Thomas Eichin: „Man darf die 3. Liga nicht unterschätzen. Die Spieler sind alle Profis, die 24 Stunden am Tag für den Fußball leben. Diese Vereine sollte man nicht klein reden."

Viktor Skripnik: „Wir sind letzte Saison völlig verdient gegen Bielefeld ausgeschieden und auch heute war die Leistung Würzburgs kaum überraschend. Das Spiel hat gezeigt, dass die 3. Liga immer näher an die Bundesliga heran rückt."

Über Torschütze Anthony Ujah:

Viktor Skripnik: „Heute hat er ein klasse Spiel gezeigt, war in der entscheidenden Situation da. Wenn er jedes Wochenende so ein Leistung abliefert, dann lobe ich ihn gerne weiter."

Zlatko Junuzovic: „Ich habe seit dem ersten Tag als ich ihn kennengelernt habe gespürt, dass er perfekt in diese Mannschaft passt. Er ist nicht nur wegen der Tore extrem wichtig, er marschiert auch viel und geht wichtige Wege."

Clemens Schoppenhauer: „Anthony Ujah ist ein Top-Stürmer, der die wenigen Chancen eiskalt ausnutzt. Bei dem Tor hat man das gesehen. Das macht dann den Unterschied aus."

Zu den vergebenen Chancen:

Fin Bartels: „Natürlich kommt da gewaltiger Ärger auf, wenn man solche Dinger auf dem Fuß hat und es durch die vergebenen Chancen noch mal so eng wird. Aber wir sind glücklich, dass wir es geschafft haben - egal wie."

Zum Bundesliga-Auftakt:

Zlatko Junuzovic: „In der Bundesliga gegen Schalke wird das eine ganz andere Partie. Ich denke, die Schalker befinden sich in der gleichen Phase der Vorbereitung. Ich erwarte ein offenes Spiel."

Fin Bartels: „Man hat gesehen, dass wir noch ein ganzes Stück Arbeit vor uns haben. Vor allem spielerisch müssen wir uns verbessern."

Zum Spiel gegen den Ex-Klub:

Clemens Schoppenhauer: „Ich wäre lieber weiter gekommen, Lieblingsverein hin oder her. Das spielt in diesen Momenten keine Rolle. Fußball ist mein Beruf, da will ich gewinnen - auch wenn es gegen den ehemaligen Verein geht."

Aus Würzburg berichten Yannik Cischinsky und Svend-Philipp Kallmayer