Gekämpft, geackert, belohnt

Der erlösende Moment: Jannik Vestergaard dreht nach seinem Kopfballtor ab zum Jubeln (Foto: nph).
Profis
Sonntag, 30.08.2015 // 22:05 Uhr

Der erste Sieg im zweiten Heimspiel ist perfekt. Der SV Werder setzte sich im ausverkauften Weser-Stadion verdient mit 2:1 (1:1) gegen Champions-League-Teilnehmer Borussia Mönchengladbach durch ...

Die Erleichterung über den ersten Sieg der Saison war im ganzen Stadion spürbar. Das Trainerteam fiel sich in die Arme, Geschäftsführer Thomas Eichin ballte die Fäuste und die Spieler rissen die Arme in die Höhe. Der hochverdiente 2:1-Erfolg gegen Champions-League-Teilnehmer Borussia Mönchengladbach vor der anstehenden Länderspielpause sorgte für Zufriedenheit. Neben den drei wichtigen Punkten gaben auch das Startelf-Comeback von Santiago Garcia sowie der erste Bundesliga-Treffer von Neuzugang Aron Jóhannsson Anlass zur Freude.

WERDER.DE hat sich nach dem Spiel in der Mixed-Zone des Weser-Stadions umgehört und fasst die Stimmen zur Partie zusammen.

Zum Spielverlauf:

Viktor Skripnik: "Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft und sehr zufrieden mit dem Sieg gegen eine Top-Mannschaft. Wir hatten Respekt vor Gladbach, aber keine Angst. Die Jungs haben heute gekämpft, geackert und sich dafür belohnt. Ohne den nötigen Einsatz geht es in der Bundesliga nicht."

Thomas Eichin: "Ich bin mit der Leistung der Mannschaft heute sehr zufrieden, das war eine starke Vorstellung. Was uns im ersten Heimspiel gegen Schalke gefehlt hat, haben wir heute deutlich besser gemacht."

Clemens Fritz: "Der Sieg heute war sowas von verdient. Wir waren von der ersten Minute an voll hellwach, haben gut nach vorne verteidigt, sind weite Wege gegangen und waren aggressiv in den Zweikämpfen. Jeder war für den anderen da, dadurch haben wir die Gladbacher nicht ins Spiel kommen lassen. Der einzige Kritikpunkt ist, dass wir das nicht eher eingetütet haben."

Aron Jóhannsson: "Das Gefühl könnte nicht besser sein. Es war mein erstes Spiel im von Beginn an im Weser-Stadion und wir haben einen Sieg gegen eine echte Spitzenmannschaft geholt. Außerdem freut es mich, dass ich zum ersten Mal im Werder-Trikot getroffen habe."

Jannik Vestergaard: "Als der Schiedsrichter die Partie abgepfiffen hat, war ich sehr erleichtert. Wir hätten das Spiel vorzeitig entscheiden müssen, das steht außer Frage. Dennoch haben wir verdient gewonnen. Wir waren vor allem in den Zweikämpfen sehr bissig und sind so ins Spiel gekommen. Gegen eine Mannschaft wie Gladbach muss man ans Limit gehen, um zu gewinnen. Wir sind ans Limit gegangen und wurden dafür belohnt." 

Anthony Ujah: "Wir wissen um unsere Qualitäten. Im Vergleich zur Niederlage gegen Schalke haben wir uns enorm verbessert und gegen einen Champions-League-Teilnehmer verdient gewonnen. Aron und ich finden im Offensivspiel von Tag zu Tag näher zusammen. Das gefällt mir sehr gut."  

Fin Bartels: "Das war ein Sieg des Willens. Jeder hat heute gearbeitet ohne Ende. Durch diese Leistung hatten wir uns den Sieg verdient. So müssen wir auch die nächsten Wochen weitermachen. Schade, dass ich meine Chance nicht genutzt habe, das wäre dann die Vorentscheidung gewesen, aber es hat zum Glück auch so gereicht."

Zum bisherigen Saisonverlauf:

Viktor Skripnik: "Ich bin zufrieden mit dem Start. Vier Punkte sind in Ordnung, wenn man sieht, gegen wen wir bisher gespielt haben. Jetzt werden wir die Pause nutzen, um in zwei Wochen gegen Hoffenheim wieder ein gutes Spiel zu machen."

Thomas Eichin: "Wir haben auch gegen Schalke phasenweise guten Fußball gezeigt, aber die Bundesliga ist extrem ergebnisorientiert. In Berlin haben wir uns in die Saison gearbeitet und heute muss ich der Mannschaft ein Kompliment machen. Wir haben das gegen eine starke Gladbacher Mannschaft sehr gut gelöst. Ich bin froh, dass wir vor der Länderspielpause den Sieg eingefahren haben, mit vier Punkten sind wir im Soll." 

Clemens Fritz: "Wir haben in Berlin den ersten Schritt gemacht, heute war das der nächste Step. Wenn wir jetzt weiter von Spieltag zu Spieltag so arbeiten, dann werden wir die nötigen Punkte holen. Der Sieg vor der Länderspielpause war sehr wichtig. So ist es ein deutlich angenehmeres Arbeiten mit einem besseren Gefühl." 

Jannik Vestergaard: "Es war wichtig, dass wir uns mit einem Sieg in die Länderspielpause verabschieden. Wir haben uns in den ersten drei Spielen kontinuierlich verbessert. Das gibt ein sicheres Gefühl für die nächste Partie in Hoffenheim. Wir werden in den kommenden 14 Tagen dafür arbeiten, um dort den nächsten Sieg zu holen."

Zum Gegentor kurz vor der Pause:

Clemens Fritz: "Das war natürlich Thema in der Kabine, darüber haben wir uns in der Halbzeit unheimlich geärgert. Vor allem war es ärgerlich, weil wir davor nichts zugelassen haben. Aber ich muss der Mannschaft ein riesen Kompliment machen, wir haben uns positiv zugesprochen und uns nicht davon beeindrucken lassen. Und so haben wir nach der Pause da weitergemacht, wo wir vor dem Gegentor aufgehört haben."

Viktor Skripnik: "Das Gegentor war unnötig und ärgerlich. Aber ich war trotzdem zufrieden mit der ersten Halbzeit und habe den Spielern in der Pause gesagt, dass hinten jetzt die Null stehen muss und wir unbedingt ein Tor machen müssen. Das ist uns zum Glück gelungen. Die Mannschaft hat Charakter gezeigt."

Zu den Standard-Situationen:

Jannik Vestergaard: "Ich freue mich persönlich natürlich sehr über meinen Treffer. Wir haben unter der Woche Standards trainiert und wussten, dass wir durch sie jederzeit Gefahr entwickeln können. Ein großes Lob geht an das Trainer-Team, sie haben verschiedene Situationen mit uns geübt und heute hat es sofort mit einem Tor geklappt."

Thomas Eichin: "Es ist bekannt, dass Spiele durch Standard-Situationen entschieden werden können. Bereits in der vergangenen Saison haben wir auf diese Weise viele Treffer erzielt. Umso schöner, dass es heute wieder geklappt hat."

Aus dem Weser-Stadion berichten Dominik Kupilas und Michael Runge