Öztunali pausiert, Youngster pendeln

Levin Öztunali ist angeschlagen und musste das Mannschaftstraining am Donnerstag ausfallen lassen (Foto: nph).
Profis
Donnerstag, 22.10.2015 // 18:06 Uhr

Katakomben statt Trainingsplatz - so lautete die Vorgabe für Levin Öztunali am Donnerstag. Der 18-Jährige musste aufgrund einer Erkältung mit dem Mannschaftstraining ...

Katakomben statt Trainingsplatz - so lautete die Vorgabe für Levin Öztunali am Donnerstag. Der 19-Jährige musste aufgrund einer Erkältung mit dem Mannschaftstraining aussetzen. „Er ist angeschlagen, konnte aber individuell trainieren", erklärte Skripnik, der am Samstag definitiv nicht auf Luca Zander zurückgreifen kann (siehe Extra-Meldung).

Für das Gastspiel in Mainz kommt auch eine Nominierung von Aron Jóhannsson noch nicht in Betracht. Der US-Nationalspieler kann weiter nur individuell arbeiten. „Aron wird uns auch in der Englischen Woche nicht zur Verfügung stehen. Das ist ein Wermutstropfen, aber damit müssen wir aktuell leben", sagte Thomas Eichin. Umso froher ist der Geschäftsführer Sport, dass Melvyn Lorenzen diese Lücke füllt. „Wir freuen uns, dass er gegen Bayern spielen konnte und toi toi toi, dass er sich nicht wieder verletzt", so Eichin zur personellen Besetzung vor dem Duell am Samstag 15.30 Uhr (ab 15.15 Uhr im Live-Ticker auf WERDER.DE).

Kurzeinsätze unter Druck, Spielpraxis bei U 23

Während sich Lorenzen nach seinem Comeback zurück in den Kader der Bundesliga-Mannschaft gekämpft hat, pendelten auch diese Woche zahlreiche Nachwuchstalente zwischen der U 23 und den Profis. Am Donnerstag trainierte beispielsweise Eric Oelschlägl mit Wiedwald, Zetterer und Co., Julian von Haacke, Oliver Hüsing, Lukas Fröde und Marcel Hilßner verstärkten unterdessen Werders Drittliga-Team. „Wir jungen Spieler sehen, dass das alles gut durchdacht ist und das man uns damit nicht schaden, sondern helfen möchte. Das klappt auch ganz gut", erklärte Lorenzen.

Vor allem die hohe Leistungsdichte und Qualität der Drittliga-Gegner sei für die Youngster bei den Grün-Weißen für den fußballerischen Fortschritt sehr förderlich, findet Lorenzen: „Auch wenn wir momentan in der 3. Liga nicht so gut dastehen, ist es für unsere Weiterentwicklung wichtig, dass wir den Aufstieg geschafft haben und uns nun dort in jedem Spiel beweisen können. Man muss Woche für Woche an die Grenzen gehen und selbst wenn man das getan hat, hat man keine drei Punkte sicher", so Lorenzen. Natürlich sei man trotzdem nicht gleich glücklich, wenn man die Nachricht erhalte, am Wochenende nicht im Profi-Kader zu stehen. "Jeder möchte ja so oft wie möglich in der Bundesliga auflaufen."

Auch Thomas Eichin blickte während der Pressekonferenz am Donnerstagmittag noch einmal auf den „Werder-Weg" und das Prinzip „Zuckerbrot und Peitsche", wie er es taufte. Immer wieder sollen junge Spieler „unter Druck" im Fußball-Oberhaus mit Kurzeinsätzen getestet werden, über Einsätze in der U 23 Spielpraxis sammeln und langfristig an das Bundesliga-Niveau herangeführt werden. Dass dabei vereinzelt auch Akteure am Wochenenden ohne Einsatz bleiben, wie zuletzt beispielsweise Eggestein, Aycicek oder Grillitsch, ist keinesfalls die Regel. "Das ist Teil des Lernprozesses", so Eichin.

Von Yannik Cischinsky