Werder-Idol Mirko Votava wird 60

Herzlichen Glückwunsch

Mirko Votava ist heute als U 19-Trainer beim SV Werder tätig (Foto: nordphoto).
Profis
Montag, 25.04.2016 // 09:58 Uhr

Von Martin Lange

Mirko Votava gehört unbestritten zu den größten Spielern der Bundesliga-Geschichte. Am Montag feiert Werders heutiger U-19-Trainer seinen 60. Geburtstag.

Seine sportliche Vita, gespickt mit Titeln und Rekorden, ist beeindruckend: Insgesamt 546 Bundesliga-Spiele absolvierte Votava, liegt damit auf Platz fünf der Liste der Bundesliga-Spieler mit den meisten Einsätzen. Dazu ist er der bisher älteste Torschütze der Liga, traf im Alter von 40 Jahren und 121 Tagen am 24. August 1996 für den SV Werder bei der 1:2-Niederlage in Stuttgart. Außerdem ist Votava mit 79 Einsätzen Rekordspieler im DFB-Pokal.

Im Jahr 1985 kam Miroslav Votava, von allen nur „Mirko“ genannt, zu den Grün-Weißen. Zwischen 1976 und 1982 hatte er bereits 189 Bundesliga-Spiele für Borussia Dortmund bestritten, zuvor auch 68 Zweitliga-Partien für die Gelb-Schwarzen und war dann zu Atletico Madrid gewechselt. Nun wollte er zurück in die Bundesliga und passte genau ins „Beute-Schema“ von Werder-Trainer Otto Rehhagel, der sich in seiner Karriere auch damit einen Namen machte, dass er Fußballern im fortgeschrittenen Alter noch einmal zu Höchstleistungen und damit ins Rampenlicht verhalf. Votava war damals 29, galt als solider Arbeiter. Aber eine große Zukunft in der Bundesliga wurde ihm von vielen nicht mehr vorausgesagt…

Votava jedoch strafte die vermeintlichen Experten Lügen, rechtfertigte das Vertrauen Rehhagels und ließ die Fußballwelt staunen: Etwas mehr als elf Jahre lang hielt der Mittelfeldspieler noch seine Knochen für die Grün-Weißen hin und brachte es dabei auf 357 Bundesliga-Einsätze. Er übernahm bereits während seiner Premieren-Saison im Werder-Trikot die Kapitänsbinde, holte mit seinem Team anschließend zwei Mal den deutschen Meistertitel (1988, 1993), zwei Mal den DFB-Pokal (1991, 1994), wurde deutscher Supercup-Sieger (1988, 1993, 1994) und konnte als Krönung 1992 in Lissabon den Europapokal der Pokalsieger entgegennehmen. „Mirko Votava ist untrennbar mit unserer erfolgreichen Zeit in den 80er- und 90er-Jahren verbunden“, würdigt Werder-Präsident und Geschäftsführer Dr. Hubertus Hess-Grunewald die Verdienste des Jubilars.

Mirko Votava im Einsatz bei einem Freundschaftsspiel im Sommer 1991 (Foto: nordphoto).

Zu den Vereinstiteln gesellte sich ein weiterer besonderer Triumph: 1980 wurde Votava in Italien mit der deutschen Nationalmannschaft Europameister und bestritt bei diesem Turnier einen seiner insgesamt fünf Einsätze im DFB-Team. In Prag geboren, war er 1968 als Kind mit seiner Familie aus der damaligen Tschechoslowakei nach Deutschland gekommen. 1978 hatte Votava die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten.

Seine Spielerkarriere ließ Mirko Votava nach der Werder-Zeit 1997 ein halbes Jahr lang beim damaligen Zweitligisten VfB Oldenburg ausklingen, wurde dort nach dem Abstieg Spielertrainer, trainierte anschließend den SV Meppen, wurde 2000 Scout beim SV Werder, wechselte dann noch einmal als Trainer zu Zweiligist Union Berlin (November 2002 bis März 2004), ehe er schließlich endgültig nach Bremen zurückkehrte und die U-19-Mannschaft der Grün-Weißen übernahm. Bis heute bildet er in dieser Funktion erfolgreich junge Fußballer aus und bereitet sie auf die Bundesliga vor. „Mirko hat während seiner Karriere in allen Aufgaben, die er bei Werder übernommen hat, immer alles gegeben“, lobt Hess-Grunewald. „Er steht für Bodenständigkeit, Fleiß, Verlässlichkeit – das sind Werte, für die auch Werder steht. Daher passt Mirko perfekt zu uns.“

2007 und 2009 gewann Votava mit seinem Team den Titel in der Junioren-Bundesliga Nord/Nordost. Derzeit liegt Werders U 19 erneut auf Rang eins der Tabelle. „Das ist wiederum ein Zeugnis seiner hervorragenden Arbeit“, so Hess-Grunewald. Einige U-19-Spieler sind bereits in der U 23 feste Größen. Ob es daher auch am Ende für Platz eins reicht, ist noch nicht sicher. Aber: „Entscheidend ist, dass Mirko Votava erneut viele Talente entwickelt und nach oben gebracht hat“, befindet Werders Geschäftsführer. „Wenn dann sogar noch der Titel in der Junioren-Bundesliga dazukommt, wäre das natürlich noch einmal eine tolle Zugabe.“ Und ein perfektes nachträgliches Geschenk zum 60. Geburtstag…