"Sportliche Perspektive hat überzeugt"

Interview mit Johannes Eggestein

Freut sich sichtlich auf weitere Jahre an der Weser: Johannes Eggestein (Foto: WERDER.DE).
Profis
Donnerstag, 02.06.2016 // 15:51 Uhr

Das Interview führte Yannik Cischinsky

Er ist eins der großen Nachwuchstalente bei Werder – und er bleibt dem SVW treu: Johannes Eggestein. Am Donnerstag unterschrieb der 18-Jährige seinen ersten Profi-Vertrag bei den Grün-Weißen. Im Anschluss schlenderte der Torschützenkönig der letzten drei Jahre in der U 17- sowie U 19-Bundesliga mit WERDER.DE an der Weser entlang, lud in sein Zimmer im Internat ein, aus dem er in Kürze ausziehen wird, und plauderte über seine Ziele mit den Grün-Weißen.

WERDER.DE: Herzlichen Glückwunsch zur Vertragsunterschrift, Johannes! Was hat am Ende den Ausschlag gegeben bei Werder zu bleiben?

Johannes Eggestein: „Letztendlich war ausschlaggebend, dass ich hier eine sehr gute sportliche Perspektive aufgezeigt bekommen habe und ich mich in den nächsten Jahren gut entwickeln kann. Der Werder-Weg, so wie er immer beschrieben wird, der trifft voll und ganz auf mich zu. Frank Baumann hat mir diesen Weg noch einmal sehr deutlich aufgezeigt, mir gesagt, wie er mich hier in den nächsten Jahren sieht. Das hat mich überzeugt. Und natürlich bin ich hier in der Nähe meiner Familie.“

Johannes Eggestein ist in Bremen und im Weser-Stadion heimisch geworden (Foto: WERDER.DE).

WERDER.DE: Was erhoffst du dir perspektivisch bei Werder?

Johannes Eggestein: „Jetzt gilt es erstmal, den Schritt aus der Jugend in den Herrenbereich zu machen und mich weiterzuentwickeln, vor allem auch körperlich. Das ist eine enorme Umstellung. Ich kenne das von meinem Bruder, bei dem ich das miterleben konnte. Er hat mir viel von seinen Erfahrungen mitgeteilt. Ich möchte mich jetzt langsam in der Mannschaft etablieren, eigene Erfahrungen sammeln und das Beste draus machen.“

WERDER.DE: Du sprichst mit Frank Baumann und deinem Bruder zwei Personen an, die eine Rolle bei deiner Vertragsverlängerung gespielt haben. Welche Rolle hatte denn Frank Baumann?

Johannes Eggestein: „Wir waren schon relativ weit mit den Verhandlungen, aber Frank Baumann hat mehrfach das persönliche Gespräch mit mir gesucht und hat mir nochmal ganz genau erklärt, was er und was Werder Bremen mit mir vorhat. Das hat letztendlich dazu geführt, dass ich mich für Werder entschieden hab.“

WERDER.DE: Und dein Bruder?

Johannes Eggestein: „Der hat sich da 'rausgehalten. Natürlich ist er Spieler und großer Fan von Werder, aber er hat nicht versucht mich zu beeinflussen. Vielleicht unterbewusst als Bruder...“

Das Idol hängt über dem Bett - in Form eines Trikots von Vorbild Ailton (Foto: WERDER.DE).

WERDER.DE: Dann gibt es in der Saisonvorbereitung also womöglich das Doppelzimmer Eggestein-Eggestein…

Johannes Eggestein (lacht): „Nein, nein. Ich bin zwar auf Wohnungssuche und gucke schon, dass ich in die Nähe meines Bruders ziehe, damit wir auch mal abends zusammen abhängen können, aber auf ein Doppelzimmer werden wir nicht zusammen gehen. Da braucht dann jeder von uns auch mal Abstand zum anderen.“

WERDER.DE: Du hast uns auch in dein Internatszimmer geführt, wo ein ganz bestimmtes Trikot hängt. Was hat es damit auf sich?

Johannes Eggestein: „Ja, da hängt ein Ailton-Trikot. Da habe ich 2004 von meinem Onkel zum Geburtstag geschenkt bekommen. Ich war damals schon sehr großer Ailton-Fan und bin es immer noch, auch wenn er ja leider nicht mehr spielt. Sein Tempo, seine Technik und sein Abschluss haben mich immer inspiriert. Das war Wahnsinn wie er gespielt hat. Er ist einfach eine Werder-Legende. Von ihm konnte ich immer viel lernen.“

WERDER.DE: Du hast drei Jahre lang im Internat in der Ost-Kurve des Weser-Stadions gewohnt. Wie hast du deine Zeit in Bremen hier wahrgenommen?

Johannes Eggestein: „Bremen ist eine wunderschöne Stadt, vor allem mit der Weser, die mitten durch die Stadt fließt. Hier fühlt man sich wohl, alles geht sehr familiär zu. Und genauso ist der Verein. Als ich damals zu Werder kam, wurde ich sehr gut aufgenommen. Ich habe mich sofort sehr wohlgefühlt. Diese besondere Atmosphäre zeichnet Werder Bremen aus.“

WERDER.DE: Apropos Atmosphäre. Du hast die Stimmung im Weser-Stadion in dieser Zeit hautnah miterlebt. Würde für dich ein Traum in Erfüllung gehen, einmal im Weser-Stadion zu spielen?

Johannes Eggestein: „Auf jeden Fall. Dass ich hier einen Profi-Vertrag unterschreibe, war vielleicht seit ein paar Monaten absehbar, aber ich sage ganz ehrlich: Vor zwei, drei Jahren hätte ich nicht gedacht, dass ich mal die Chance bekomme, bei Werder einen Profi-Vertrag zu unterschreiben. Allein damit geht schon ein Traum in Erfüllung. Der nächste Traum, den ich mir erfüllen möchte, ist irgendwann mal auf dem grünen Rasen im Stadion aufzulaufen.“