"Nicht gut, aber auch nicht richtig schlecht"

Fin Bartels vergab kurz vor Schluss die Chance zum "Lucky Punch" für Werder (Foto: nph).
Profis
Samstag, 04.04.2015 // 20:17 Uhr

Viele Fouls, zahlreiche Spielunterbrechungen, wenig Spielfluss. Das torlose Remis gegen den 1. FSV Mainz 05 war ein zähes Duell, da waren sich die Grün-Weißen nach dem Schlusspfiff in der Mixed Zone des Weser-Stadions einig. „Es war ein sehr zerfahrenes Spiel. Mal hatten die Mainzer eine stärkere Phase, mal wir - aber es war nicht schön anzusehen", fand Zlatko Junuzovic, der aufgrund der zwei kräftezehrenden Länderspiel-Einsätze zunächst nur auf der Bank Platz nahm.

„Es war eine typische Partie nach der Länderspielpause", spielte Cheftrainer Viktor Skripnik genau auf diesen Umstand an. „Die Spieler hatten unterschiedliche körperliche Verfassungen, deswegen sind beide Teams nicht ins Spiel gekommen. Es fehlte das Feuer, der Rhythmus. Es war kein attraktives Spiel heute. Ich hätte lieber ein 3:3 gesehen als ein 0:0", so der Werder-Coach weiter.

WERDER.DE fasst im Folgenden die Stimmen zur Partie zusammen.

Zum Spielverlauf:

Zlatko Junuzovic: „Am Ende hätten wir die drei Punkte vielleicht verdienter gehabt, aber wir können trotz allem mit dem Punkt zufrieden sein. Der Lucky Punch ist uns einfach nicht gelungen. Schade, dass der Ball von Fin am Ende nicht reinflutscht."

Levent Aycicek: „Die Mainzer haben uns gut unter Druck gesetzt. Wir hatten heute keinen guten Spielaufbau. In der zweiten Halbzeit lief es etwas besser, da hätten wir die drei Punkte klar machen können."

Thomas Eichin: „Es war eine komische Partie. Wir sind nicht gut rein gekommen, die Mainzer haben die Räume eng gemacht. Nach der Einwechslung von Junuzovic hatten wir eine bessere Phase, hätten am Ende sogar gewinnen können, aber wir müssen auch mal mit diesem leistungsgerechten Punkt zufrieden sein. So ein Spiel hätten wir früher verloren. Deshalb war ich ab der 85. Minute doch sehr nervös auf der Tribüne. "

Theodor Gebre Selassie: „Wir müssen jeden Punkt mitnehmen, das ist klar, aber nach der zweiten Halbzeit müssen wir damit unzufrieden sein. Wir hatten gute Möglichkeiten, deswegen sind wir nicht glücklich mit dem einen Zähler."

Philipp Bargfrede: „Wir hatten uns vor dem Spiel natürlich mehr vorgenommen als dieses Unentschieden, aber heute haben wir uns sehr schwer getan, weil wir viele Unkonzentriertheiten und leichte Ballverluste in unserem Spiel hatten. Deshalb kamen wir nicht in unseren Spielfluss. Der Gegner hat hinten sehr gut gestanden, hat es uns schwer gemacht."

Sebastian Prödl: „Ich betrachte dieses Spiel mit gemischten Gefühlen. Wir hatten uns einen Sieg fest vorgenommen, aber es war sehr schwer gegen diese Mainzer zu spielen. Deshalb geht das Unentschieden am Ende in Ordnung."

Raphael Wolf: „Ich freue mich darüber, kein Gegentor kassiert zu haben. Die Mannschaft hat heute insgesamt sehr gut verteidigt. Schade, dass uns kein eigenes Tor gelungen ist, aber nach vorne hat uns die Leidenschaft gefehlt. Wir haben heute abgewartet, was der Gegner macht und nicht selber die Initiative ergriffen. Das 0:0 ist nicht schlecht, aber eben auch nicht richtig gut. In Stuttgart werden wir alle wieder eine Schippe drauflegen."

Zur Verletztensituation:

Thomas Eichin: „Wir haben aktuell schon einige Verletzte. Das war sicherlich ein Faktor, wie man daran gesehen hat, dass die Mannschaft Zeit brauchte, um ins Spiel zu finden. Die ersten 20 Minuten waren wir überhaupt nicht drin. Zlatko Junuzovic ist auch von der Bank aus eine Waffe und hat das gut gemacht."

Zlatko Junuzovic: „Die Länderspiele waren hart, dazu kommen die Reisestrapazen. Ich habe zwei Tage lang wenig gemacht, konnte nur das Abschlusstraining normal absolviert. Der Trainer kam beim Spazierengehen heute auf mich zu, hat mit mir besprochen, dass ich erstmal draußen bin. Ich denke, wir haben damit alles richtig entschieden. Man muss auch auf das Verletzungsrisiko achten, wenn man so müde ist."

Sebastian Prödl: "Wir mussten heute einige Umstellungen vornehmen. Clemens und Juno haben natürlich gefehlt. Aber wenn man im Mittelfeld der Tabelle steht, dann kann man das verkraften. Nach der Einwechslung von Juno waren wir dann mutiger."

Viktor Skripnik: "Juno hat bei uns und in der Nationalmannschaft fast jedes Spiel von der ersten bis zur 90. Minute gemacht. Da ist man irgendwann einfach platt. Wir haben uns unterhalten und er meinte, dass es besser ist, wenn er nicht spielt, weil er der Mannschaft helfen möchte und nicht nur einen Einsatz will. Und wir wollten ihn nicht kaputt machen und ihn in den nächsten Spielen frisch haben. Und bei Clemens haben wir das heute entschieden, nachdem es mit seinem Nacken auch nach einer Behandlung nicht besser wurde."

Zu den Paraden von Wolf:

Raphael Wolf: „Die Bälle, die kommen zu halten, ist mein Job. Ich denke, ich konnte in den letzten Wochen schon einige wichtige Paraden zeigen und der Mannschaft helfen."

Phillip Bargfrede: „Rapha hat das heute super gemacht, hat die Bälle, die auf seinen Kasten kamen, gut pariert."

Zum Umgang der Fans mit Davie Selke:

Viktor Skripnik: „Ich bin dankbar für das Verhalten unserer Fans. Es gab zwar leise Pfiffe, aber wenn ich ehrlich bin, hätte ich es schlimmer erwartet."

Thomas Eichin: „Es war alles fair und im Rahmen - Kompliment dafür. Die Fans haben die Mannschaft toll unterstützt. Davie hat seinen Job erledigt und versucht zu arbeiten. Er hätte natürlich gerne ein Tor erzielte, aber er braucht sich keinen Vorwurf zu machen."

Zlatko Junuzovic: „Es ist für ihn sicherlich eine neue Erfahrung. Wir stehen hinter ihm und versuchen ihn zu unterstützen. Man hat gesehen, dass er hundert Prozent gibt und sich voll reinhängt."

Zur Ausgangslage vor dem Stuttgart-Spiel:

Viktor Skripnik: „Mathematisch sind wir noch nicht durch, aber die Tendenz geht nach dem Punktgewinn und den Ergebnissen der Konkurrenz klar dahin. Es war ein guter Schritt zum Klassenerhalt."

Theodor Gebre Selassie: „Stuttgart spielt ums Überleben. Wir fahren dahin, um drei Punkte mitzunehmen."

Thomas Eichin: „Mit einem Dreier hätten wir das Thema beenden können, so stehen wir weiter im Niemandsland der Tabelle und müssen aufpassen. Stuttgart hat heute wieder verloren und wird deshalb zu Hause alles versuchen, um zu gewinnen. Da müssen wir uns reinhängen und dagegen halten."

Zlatko Junuzovic: „Wir fahren optimistisch nach Stuttgart. Mental sind wir sicherlich im Vorteil, der Druck ist weg, aber den Abstiegskampf abhaken können wir erst, wenn es theoretisch nicht mehr möglich ist."

Aus dem Weser-Stadion berichten Dominik Kupilas und Yannik Cischinsky´