Es hat nicht ganz gereicht: 2:3 beim BVB

Samstag, 23.05.2015 // 17:22 Uhr

Für Europa sollte es nicht ganz reichen. Werder Bremen musste sich am 34. Spieltag beim direkten Mitbewerber um den möglichen internationalen Qualifikationsrang Borussia Dortmund knapp mit 2:3 (1:3) geschlagen geben...

Für Europa sollte es nicht ganz reichen. Werder Bremen musste sich am 34. Spieltag beim direkten Mitbewerber um den möglichen internationalen Qualifikationsrang Borussia Dortmund knapp mit 2:3 (1:3) geschlagen geben. Vor der wie immer imposanten Kulisse von 80.667 Zuschauern gerieten die Grün-Weißen durch den Doppelschlag von Shinji Kagawa und Pierre-Emerick Aubameyang früh ins Hintertreffen (15./17.). Levin Öztunalis erstes Bundesligator brachte neuen Zug (26.), ehe Henrikh Mkhitaryan mitten hinein in eine Bremer Druckphase vor der Pause nachlegte (42.). Der erneute Anschluss (Theo Gebre Selassie, 85.) sollte den BVB nicht mehr ins Wanken bringen. Trotz dieser Niederlage schloss Werder die Saison - vor allem dank des famosen Frühjahrs - auf dem absolut respektablen 10. Platz ab.

Aufstellung und Formation: Die Grün-Weißen mussten neben Kapitän Fritz sowie den Langzeitausfällen Caldirola und Gálvez verletzungsbedingt auch auf Bargfrede und Selke verzichten. Cheftrainer Viktor Skripnik stellte auf ein 4-1-4-1-System um. Kroos begann vor der Abwehr. Angreifer Di Santo sollte insbesondere von der offensiveren Viererreihe aus Öztunali, Junuzovic, Bartels und - erstmals in der Rückrunde - Busch gefüttert werden. Zudem erhielt Lukimya in der Innenverteidigung den Platz neben Vestergaard.

Mkhitaryan trifft mitten in Werders Druckphase

Levin Öztunali, hier von Durm zu Fall gebracht, schoss sein erstes Bundesligator (Foto: nph.).

Die Höhepunkte:

2. Min.: Nach knapp 90 Sekunden ist klar, das wird ein ganz hartes Stück Arbeit für Werders Defensive. Casteels muss sogleich Mkhitaryans erste gute Chance vereiteln.

9. Min.: Reus ist über links nicht aufzuhalten, spielt scharf nach innen, Aubameyang wirft sich mit langem Bein in den Ball, doch dem geschlagenen Casteels hilft der Pfosten! Puuuh...

15. Min.: Tor, 1:0 für den BVB, Shinji Kagawa. Vestergaards Spieleröffnung geht schief, da Gündogan dessen Passversuch auf Bartels erlauert - den Ball darauf in den Strafraum treibt, quer auf den einlaufenden Kagawa legt, der mit dem linken Fuß aus acht Metern rechts halbhoch versenkt.

17. Min.: Tor, 2:0 für den BVB, Pierre-Emerick Aubameyang. Die Gastgeber erhöhen direkt. Der Doppelpass zwischen Aubameyang und Kagawa hebelt Werders Defensivreihe aus, was Dortmunds Angreifer über links die freie Schussposition unhaltbar ins diagonale Eck ermöglicht.

26. Min.: ANSCHLUSSTOOOR für Werder! 1:2, Levin Öztunali. Urplötzlich ist Werder wieder mitten im Geschäft, da Junuzovic ein schlampiges Aufbauspiel des BVB unterbindet, kurz darauf Öztunali im Strafraum anspitzelt, gegen dessen schnellen Haken Hummels genauso nichts entgegenzusetzen hat wie Weidenfeller gegen den anschließenden trockenen Abschluss aus sechs Metern flach ins Netz.

34. Min.: Der BVB ist weit aufgerückt, Junuzovic überrascht die Schwarz-Gelben mit einem ansatzlosen Pass aus der Drehung auf Di Santo, dem einzig der aufmerksame Weidenfeller dazwischenkommt.

36. Min.: Fast noch besser: Werders toller Konterball aus der eigenen Hälfte heraus landet bei Junuzovic, der entdeckt Di Santo in der Gasse, spielt den Argentinier frei, dem jedoch die Annahme etwas misslingt, sodass ermeut Weidenfeller im letzten Moment abgrätschen kann.

40. Min.: Erste BVB-Chance seit dem Doppelschlag. Mkhitaryan sieht Reus im Rückraum, dessen leicht verdeckter Innenspannschuss bereitet Casteels aber keine Probleme.

42. Min. Tor, 3:1 für den BVB, Henrikh Mkhitaryan. Total bitterer Rückschlag kurz vor der Pause. In den Nachwehen eines Bremer Eckballs erobert der BVB den Ball im eigenen Strafraum, drei Stationen später landet Kagawas hoher, weiter Ball auf Mkhitaryans Fuß, der Casteels aus zwölf Metern perfekt überlupft.

45. + 1 Min.: Halbzeit in Dortmund. Nur Sekunden zuvor hatte Busch nach Öztunalis Vorlage die richtig gute Gelegenheit zu verkürzen, geriet aber bei seinem Schuss in Rücklage.

 

Gebre Selassies Anschluss kommt zu spät

Zlatko Junuzovic war auch gegen den BVB Antreiber, Vorbereiter und Führungsspieler (Foto: nph.).

53. Min.: Casteels bleibt bei Reus' Versuch aus dem Hinterhalt fast die gesamte Sicht versperrt, entschärft den Ball aus 18 Metern aber sicher.

54. Min.: Direkt im Gegenzug das erste grün-weiße Offensivzeichen nach der Pause. Eine flinke Direktpassage landet bei Bartels, der anschließend jedoch zu hoch zielt.

57. Min.: Voller Selbstvertrauen dank seines Bundesliga-Premierentores zieht Öztunali durchs Mittelfeld und probiert es aus gut 25 Metern, doch Weidenfeller packt im Nachfassen sicher zu.

61. Min.: Aubameyang lenkt Schmelzers Eingabe mit dem Rücken zum Tor artistisch im Fallen Richtung rechtes Dreiangel - einen halben Meter zu hoch.

64. Min.: Werder wird gerade tief in die eigene Hälfte gedrückt. Mkhitaryan setzt Aubameyangs Ablage aus acht Metern an den Querbalken.

67. Min.: Chancen im Minutentakt für Dortmund. Mkhitaryan mit gutem Auge für Aubameyang, doch wieder pariert Casteels reaktionsschnell.

85. Min.: TOOOOOR, nur noch 2:3, Theo Gebre Selassie. Werder sticht ein zweites Mal zu. Gebre Selassie setzt Junuzovic' Freistoßvorlage aus sechs Metern unter die Latte. Geht doch noch was?

90. + 3 Min.: Abpfiff. Werder probierte alles, konnte den BVB aber kein drittes Mal überlisten.


Fazit:
Die Dortmunder wollten Jürgen Klopp und Sebastian Kehl gebührend verabschieden - dementsprechend stellten sie die Grün-Weißen insbesondere defensiv mit all ihrer Wucht und Rasanz von der ersten Sekunde an vor größte Herausforderungen. Noch dazu brachten die zwei frühen Gegentore Werder richtig ins Wanken. Aber! Wie sooft kämpfte sich Skripniks Elf - angetrieben vom unermüdlichen Dampfmacher Zlatko Junuzovic - durch ganz viel Herzblut zurück ins Spiel. Auch wenn der BVB einige Chancen liegen ließ, hauten die Bremer bis zum Schluss sämtliche Kraftreserven für einen möglichen Punktgewinn raus. Letztendlich nur leider, ohne sich dafür zu belohnen.

von Maximilian Hendel


Highlights und Stimmen zur Partie auf WERDER.TV und WERDER.DE folgen im Laufe des frühen Abends