Ein Punkt als Belohnung für die unglaubliche Moral

Cedrick Makiadi bildete heute mit Clemens Fritz die "Doppel-Sechs" und hatte es immer wieder mit Firmino zu tun (Foto: nph).
Profis
Samstag, 30.11.2013 // 21:22 Uhr

WERDER.DE war nach der Partie unterwegs und hat die Stimmen zum Spiel gesammelt.

Es war schon ein verrücktes Spiel, zwischen der TSG 1899 Hoffenheim und Werder Bremen. Drei Elfmeter, zwei Tore in der 45. Spielminute und ein ganz wichtiges Comeback von Philipp Bargfrede, welches Sekunden vor Schluss den 4:4-Endstand bedeutete. Der SVW, der in den ersten 44 Spielminuten überhaupt nicht stattfand zeigte nach dem Heimspiel gegen Hannover und auch gegen Mainz wieder seine kämpferischen Qualitäten. Die Mannschaft gab sich trotz der eher schwachen Leistung zu keiner Minute auf und hätte das Spiel am Ende, so war sich Eljero Elia nach Abpfiff sicher, noch gewinnen können. „Wäre das Spiel nur fünf Minuten länger gewesen, dann hätten wir es sogar noch gewonnen. Da bin ich mir sicher", erzählte der Holländer, der nach der ersten Halbzeit für Nils Petersen ausgewechselt wurde.

Zum Spielverlauf:

Robin Dutt: „In der Defensive haben wir nun seit einigen Wochen Probleme und sind heute wieder früh in Rückstand geraten. Jede Torchance vom Gegner bedeutet auch fast gleich einen Gegentreffer. Das ist zu einfach und ein Problem, welches wir derzeit nicht in den Griff bekommen und an welchem wir die kommenden Wochen weiter arbeiten müssen. Das wir dann noch den Punkt holen ist sehr wichtig. Trotzdem müssen wir intern einige Dinge ansprechen, die im Moment nicht klappen."

Thomas Eichin: „Für die Zuschauer, Journalisten und alle anderen ist so ein Spiel natürlich super. Für uns und das Trainerteam ist so was eine Katastrophe. Die ersten 44 Minuten waren zum Vergessen. Das müssen wir schleunigst abstellen. Die ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit haben mir schon besser gefallen, nur dann kriegen wir in einer Druckphase von uns wieder ein Gegentor. Phasenweise hat man schon gesehen, wozu wir eigentlich in der Lage sind. Das müssen wir jetzt in die Köpfe bekommen, dass wir durchaus jeden schlagen können und auch so mutig agieren."

Eljero Elia: „Das war schon eines meiner verrücktesten Spiele in meiner Karriere. So was habe ich noch nicht erlebt. Am Ende war ich dann sogar so emotional, dass ich fast meine Kontrolle verloren hätte. Der Trainer hat mich dann ausgewechselt, weil ich sonst rot bekommen hätte. Für die Mannschaft war das sicherer. Als ich dann in der zweiten Halbzeit auf die Bank gekommen bin und Nils getroffen hat, habe ich schon mit Lukas Schmitz das 3:3 gefeiert. Der meinte dann aber, dass Hoffenheim noch ein Tor mehr hat. Das ging alles so schnell, dass ich es gar nicht mitbekomme hatte."

Zum Torwart-Wechsel:

Robin Dutt: „ Ich hatte in der Woche das Gefühl, dass Sebastian Mielitz nach 1 ½ Jahren in denen er nun permament im kritischen Fokus stand, eine Pause brauchte. Trotzdem sind wir voll von ihm überzeugt und er wird seinen Weg gehen. Das ist jetzt erstmal eine Entscheidung für die nächsten vier Spiele gewesen und ich hoffe das bei Sebastian Mielitz ein ähnlicher Effekt eintritt wie bei Stuttgarts Sven Ullreich. Der ist auch ein Eigengewächs, wurde für eine Zeit aus dem Tor genommen und kam dann gestärkt wieder. Raphael Wolf hat zudem ein gutes Debüt gemacht. An den Gegentreffern trifft ihn keine Schuld."

Thomas Eichin: „Sebastian Mielitz brauchte mal eine Pause, weil sich nur noch alles auf ihn konzentriert hat. Hätte er heute im Tor gestanden, hätte es wieder gelautet: ‚Miele ist schuld‘. Wir wollten vor allem den psychischen Druck von ihm nehmen und der Mannschaft einen neuen Impuls geben. Mit Raphael Wolf haben wir eine sehr gute Nummer zwei, der heute sehr souverän agierte."

Eljero Elia: „Die Mannschaft war schon vom Torwart-Wechsel überrascht. Aber wir stehen hinter beiden Torhütern und helfen beiden da wo wir können."

Raphael Wolf: „Ich habe mich sehr gefreut zu spielen. Die letzte Zeit war für mich nicht so einfach, da ich oft verletzt war. Nun darf ich spielen und das tut mir gut. Ich sehe das vor allem als Belohnung für die harte Arbeit der letzten Wochen. Jetzt muss ich schauen, dass ich das Vertrauen zurück zahle, welches mir entgegengebracht wird."

Zu den Comeback-Qualitäten:

Robin Dutt: „Das ist schon unfassbar, dass wir zweimal doppelt zurückliegen und dann zurückkommen. Die Mannschaft hat eine unglaubliche Moral und glaubt bis zum Schluss, dass alles möglich ist. Diese Moral ist unsere Basis. Wenn die heute auch noch weg gefallen wäre, würden wir ein großes Problem haben."

Thomas Eichin: „Das war ein absolut verrücktes Spiel. Die Mannschaft hat wieder eine super Moral an den Tag gelegt und hat gezeigt, dass wir jederzeit zurückkommen können. Jetzt müssen wir schauen, dass wir nicht erst Gegentreffer bekommen müssen um ins Spiel zu finden sondern selber mehr agieren."

Raphael Wolf: „ Wir haben eine charakterstarke Mannschaft. Auch wenn mal nicht alles glatt läuft kämpfen wir immer weiter. Heute haben wir durch unser Comeback ein glückliches Unentschieden erreicht."

Philipp Bargfrede: „Das heutige Spiel hat die Moral der Mannschaft gezeigt. Jetzt müssen wir nur noch in den Kopf bekommen, dass wir von Anfang an gut stehen, besser in Spiel finden und dann in Führung gehen."

 

aus der WIRSOL Rhein-Neckar Arena berichtet Timo Fresen