Mit "aller Vehemenz" und für die Fans - die Stimmen

Einmalige Fans: Die Mannschaft verabschiedete sich nach dem letzten Heimspiel der Saison mit einem Banner (Foto: nph).
Profis
Samstag, 03.05.2014 // 20:53 Uhr

'Wollen wir uns wirklich so von unseren Fans verabschieden?' So oder so ähnlich könnte Robin Dutts Frage gelautet haben, als Werders Cheftrainer in der Halbzeitpause noch einmal an seine Jungs appellierte ...

'Wollen wir uns wirklich so von unseren Fans verabschieden?' So oder so ähnlich könnte Robin Dutts Frage gelautet haben, als Werders Cheftrainer in der Halbzeitpause noch einmal an seine Jungs appellierte. „Wir haben in der ersten Halbzeit viel zu verhalten gespielt. Das war nicht gut anzuschauen", hatte den 49-Jährigen die zuvor gezeigte Leistung einfach nicht zufrieden gestellt. Dabei wollte Dutt mit seinem Team mit drei Punkten 'Danke' sagen. Danke, für den „fantastischen Support" in den 16 Heimspielen zuvor. Denn: Die Fans waren oft mehr als nur der berühmte 12. Mann. "Die Fans unterstützen uns auch in schwierigen Phasen und stehen wie eine Wand hinter uns. Viele wissen gar nicht, welch großen Anteil sie daran haben, dass Werder auch nächstes Jahr in der ersten Bundesliga spielt", sagte Doppeltorschütze Aaron Hunt.

Und so nahmen sich Fritz, Hunt und Co. Dutts Worte aus der Halbzeitpause  zu Herzen und spielten gegen Hertha BSC im zweiten Durchgang zielstrebiger und flüssiger nach vorne. Der Lohn: Drei Punkte, die das Team auf Platz 12 manövrierten und die treuen Anhänger zufrieden nach Hause gehen ließen.

Was Dutt in seiner Halbzeitansprache genau sagte, wie Geschäftsführer Thomas Eichin den Tag im Weser-Stadion insgesamt bewertete und warum bei 39 Punkten noch nicht Schluss sein soll, hat WERDER.DE in der folgenden Stimmensammlung zusammengetragen.

Zum Spielverlauf:

Robin Dutt: „In der Pause haben wir alle gemeinsam gesagt, dass unsere letzte Halbzeit im Weser-Stadion eine viel bessere werden soll. Deswegen bin ich sehr froh, dass die Mannschaft das auch entsprechend umgesetzt hat. Wir haben viel druckvoller gespielt und verdientermaßen zwei Tore geschossen. Klasse, dass wir die Partie auch ohne Gegentor beenden konnten."

Clemens Fritz: „In der ersten Halbzeit war es ein bisschen zäh. Wir sind oft einen Schritt zu spät gekommen, haben zu viele Fouls gespielt und uns in einigen Situationen zu spät vom Ball getrennt. Wir haben es dann in der zweiten Halbzeit besser gemacht. Da haben wir eine Schippe Aggressivität drauf gelegt, haben schneller gespielt und sind besser in die Räume gekommen."

Aaron Hunt: „Wir haben uns schwer getan, in die Partie zu finden. Es war ja im Vorfeld jede Menge drum herum los, aber der Trainer hat dann in der Pause die richtigen Worte gefunden. Wir haben eine gute zweite Halbzeit gespielt." 

Thomas Eichin: „Wir haben in der ersten Halbzeit vor allem im läuferischen Bereich viel zu wenig getan. Das Spiel plätscherte so vor sich hin, kein Team konnte es wirklich bestimmen. Im zweiten Durchgang haben wir dann eine Schippe draufgelegt. Die Reaktion hat mir gut gefallen und schlussendlich haben wir verdient gewonnen. Obwohl es für uns im Prinzip um nichts mehr ging, haben wir mit aller Vehemenz gespielt. Das war wichtig."

Sebastian Prödl: „Die erste Halbzeit war sehr durchwachsen. Keine der beiden Mannschaften konnte Struktur ins Spiel bringen. Man hat gesehen, dass es schon noch um viel ging, weil jeder diesen Dreier haben wollte. Es war definitiv kein Sommerkick. In der zweiten Halbzeit war es dann besser. Da ging es hin und her und wir waren gefährlicher in der Offensive. Im Endeffekt geht der Sieg in Ordnung, weil wir unsere Chancen eiskalt ausgenutzt haben."

Zur aktuellen Tabellenposition:

Thomas Eichin: „Der zwölfte Platz entspricht auf jeden Fall unserer Leistungsfähigkeit. Wir wollten eine solide Saison spielen und haben deshalb 40 Punkte als unser Ziel ausgegeben. Jetzt stehen wir bei 39 und haben schon fünf Zähler mehr als letzte Saison. Wir haben also den ersten Schritt auf einem langen Weg gemacht, um langfristig gesehen wieder an den internationalen Plätzen kratzen zu können."

Zu den Fans:

Robin Dutt: „Wir wollten uns mit drei Punkten für die fantastische Leistung in diesem Jahr bedanken. Ich persönlich kann mich nicht über meine Aufnahme hier in Bremen beschweren. Ich finde, die Fans haben es toll hinbekommen, mit Thomas Schaaf eine große Trainerpersönlichkeit stilvoll zu verabschieden und gleichzeitig einen neuen Trainer mit offen Armen zu empfangen. Das haben sie ganz, ganz toll gemacht. Die Fans haben meinen Respekt."

Thomas Eichin: „Es war ein richtig toller Werder-Tag. Es war unsere Aufgabe, die Vergangenheit und die Gegenwart an einem so besonderen Tag wie heute unter ein Dach zu bekommen, aber das ist uns allen gelungen. Wir haben uns vor allem im zweiten Durchgang gut auf das Spiel fokussiert und auch die Doublesieger haben das mit ihrer Zurückhaltung gut gemacht. Unter dem Strich war es ein fantastischer Tag für alle Werder-Fans im Stadion."

Clemens Fritz: „Wir haben es den Fans in dieser Saison häufig nicht leicht gemacht. Sie mussten oft leiden, weil die Saison eine Achterbahnfahrt war. Dann ist es eben auch extrem wichtig, unseren Anhängern diesen Abschluss mit drei Punkten zu bereiten."

Sebastian Prödl: „Unser Ziel war es, heute einen Dreier einzufahren, um uns mit einem positiven Gefühl von den Fans zu verabschieden. Und das ist uns auch gelungen. Die Stimmung war mal wieder phänomenal, obwohl die Leistung in der ersten Hälfte nicht gestimmt hat."

Zum letzten Spiel am kommenden Samstag bei Bayer Leverkusen:

Robin Dutt: „Eins steht fest: Wir werden das Saisonziel nicht gravierend verfehlen. Und ich kenne uns alle. So werde ich im Laufe der Woche in jedem Einzelnen die große Motivation aufsteigen sehen, auch am letzten Spieltag noch einmal was zu reißen."

Thomas Eichin: „Wir wollen in der Tabelle noch etwas klettern. Das Duell mit Leverkusen hat für alle Spieler, nicht nur für Robin Dutt, ein besonderes Spiel zu sein. Wir können schließlich noch drei Punkte holen und einen einstelligen Tabellenplatz erreichen. Warum sollte man da nicht motiviert sein?"

Aus dem Weser-Stadion berichten Timo Volkmann, Yannik Cischinsky und Marcel Kuhnt