Werders Niederlagenserie reißt eindrucksvoll

Testspiel
Donnerstag, 25.07.2013 // 21:06 Uhr

Endlich! Werder hat die Niederlagenserie gestoppt! Nach zuletzt vier verlorenen Testspielen konnten die Grün-Weißen beim FC Rot-Weiß Erfurt wieder in die Erfolgsspur ...

Endlich! Werder hat die Niederlagenserie gestoppt! Nach zuletzt vier verlorenen Testspielen konnten die Grün-Weißen beim FC Rot-Weiß Erfurt wieder in die Erfolgsspur zurückkehren. Am Donnerstagabend besiegte Robin Dutts Mannschaft die Thüringer im Erfurter Steigerwaldstadion mit 6:0 (2:0). Vor 3.813 Zuschauern boten die Werderaner eine eindrucksvolle Leistung und gingen durch Tore von Nils Petersen (18., 66.), Mehmet Ekici (40.), Eljero Elia (47.), Sebastian Prödl (64.) und Marko Arnautovic (90.) als hochverdienter Sieger vom Platz. Insbesondere Cedrick Makiadi glänzte als Vorlagengeber und war an vier der sechs Treffer direkt beteiligt.

Werders Cheftrainer setzte wie zuletzt auf ein 4-3-3-System - trotz gewaltiger Änderungen. Die komplette Startelf aus dem Spiel gegen RB Leipzig durfte für elf frische Akteure weichen. Besonders erfreulich: Raphael Wolf gab nach monatelanger Verletzungspause sein Comeback im Werder-Tor. Und der Torhüter musste auch gleich zu Beginn der Partie eingreifen: Nachdem Erfurts Tunjic die Abseitsfalle der Bremer mit einem einfachen Steilpass ausgehebelt hatte, war es Wittmann, der zum Abschluss kommen konnte. Der Erfurter scheiterte aber am glänzend aufgelegten Wolf, der sich ganz breit vorm RWE-Stürmer aufgebaut hatte (8.).

Gegenpressing für den Erfolg

Raphael Wolf feierte sein Comeback nach monatelanger Verletzungspause. (Foto: nph)

Wie auch in den letzten Testspielen brauchten die Grün-Weißen zunächst eine kleine Anlaufzeit, um voll ins Spiel zu finden. Aber genau wie gegen RB Leipzig kamen die Weser-Kicker dann auch richtig ins Rollen. Durch Gegenpressing erarbeiteten sie sich zuerst einige Möglichkeiten (11., 15., 17.) bis Nils Petersen die Mannschaft für den Aufwand der letzten Minuten belohnte: Cedrick Makiadi hatte zuvor im Mittelfeld einen Zweikampf gewonnen und direkt in den Lauf des Werder-Stürmers gespielt. Petersen umkurvte daraufhin in eiskalter Torjäger-Manier Erfurts Schlussmann und konnte ins leere Tore einschießen (18.). Sebastian Prödl hätte drei Minuten später die Führung sogar per Kopf ausbauen können, Erfurts Derici konnte aber auf der Linie geradeso klären.

Nach einer kurzen Trinkpause, die in den letzten Testspielen quasi zum Ritual geworden war, hatte Stolze die große Möglichkeit zum Ausgleich. Als wenn er es Nils Petersen hätte nachmachen wollen, umkurvte Erfurts Stürmer Werders Wolf, der nur noch durch den Einsatz von Clemens Fritz vor seinem ersten Gegentor gerettet werden konnte (28.). Abgesehen von dieser FC-Großchance wirkte Werder insgesamt offensiv viel agiler und kreativer als die Hausherren und so erarbeiteten sie sich immer wieder kleinere Tormöglichkeiten (30., 35.). Aufgrunddessen verpassten es die Grün-Weißen auch nicht, die Führung noch vor der Halbzeitpause auf 2:0 hochzuschrauben: Mehmet Ekici war es, der nach tollem Makiadi-Flachpass keine Mühe hatte das Leder im gegnerischen Tor zu platzieren (40.).

Der Werder-Express kommt stark aus der Kabine

Konnte mit Werder seinen bislang höchsten Sieg bei seinem "Heimatverein" feiern: Kapitän Clemens Fritz. (Foto: nph)

Wer nun dachte, der SV Werder lehne sich in der zweiten Halbzeit zurück, der irrte gewaltig: Wie die Feuerwehr kamen die Grün-Weißen aus der Kabine und so war es zum dritten Mal an diesem Abend Cedrick Makiadi, der wunderbar vorbereitete. Nach seiner Flanke köpfte Nils Petersen zunächst an den Querbalken, ehe Eljero Elia im zweiten Versuch, ebenfalls per Kopf, das Ding zum 3:0 in die Maschen haute (47.).

Nach einer Chance von Stolze (54.), die Wolf wieder einmal bravourös parierte, rollte der Werder-Express erneut an. Zunächst traf Sebastian Prödl per Kopf (64.), nachdem er innerhalb der selben Aktion jeweils Latte und Pfosten einmal voll erwischt hatte. Zwei Minuten später markierte Petersen seinen zweiten Treffer des Abends - und ähnlicher hätte er dem ersten fast nicht sein können. Nach tollem Makiadi-Zuspiel ließ der 24-Jährige den Torwart erneut ins Leere laufen und schraubte das Ergebnis auf 5:0 hoch.

Zum Dank für die gezeigte Leistung gönnte Dutt seiner Startformation eine Verschnaufpause und wechselte im Anschluss an den Treffer - abgesehen von Raphael Wolf - einmal komplett durch (69.). Auch wenn diese „zweite Garde" in den letzten 20 Minuten dann nicht mehr diese Intensität an den Tag legen konnte, wie es die Startelf vorher eindrucksvoll unter Beweis gestellt hatte, reichte es trotzdem noch, um das halbe Dutzend voll zu machen: Marko Arnautovic war es, der den Schlusspunkt zum 6:0-Endstand setzte (90.).

Am zufriedensten konnte sicherlich Robin Dutt nach Abpfiff sein. Seine Mannschaft hatte die Trainingsinhalte der Woche annährend perfekt umgesetzt. Bereits am Sonntag, 28.07.2013, zum „Tag der Fans" wird der Werder-Coach dann sehen, ob auch gegen einen Premier-League-Klub wie den FC Fulham (Anstoß 15 Uhr) diese super Leistung abgerufen werden kann.

von Marcel Schmidt