Galvez: "Da kriegt mich jetzt keiner mehr weg"

Führte zweieinhalb Jahre lang Zweikämpfe in der spanischen Primera Division: Alejandro Galvez (Foto: Getty).
Profis
Donnerstag, 05.06.2014 // 09:56 Uhr

Wenn Cheftrainer Robin Dutt am 26. Juni Werders Trainingsstart einläutet, wird einer seiner Neuzugänge vielleicht schon die ersten deutschen Wörter sagen können. Alejandro Galvez, dessen Transfer die Grün-Weißen von Rayo Vallecano vor drei Wochen fix machten, ist in seinen bisher 24 Lebensjahren als Fußballer nur sehr selten über die spanischen Landesgrenzen hinaus gekommen. Doch Werders Neuzugang, der sich noch in seiner Heimat aufhält, verrät in einem Interview mit der spanischen Online-Ausgabe futbol.as, dass er sich schon gewissenhaft auf sein neues Umfeld vorbereitet.

„Der Wechsel zu Werder ist für mich eine Riesen-Herausforderung innerhalb eines sehr interessanten sportlichen Projekts. Ich habe bereits mit dem Deutschunterricht angefangen. Mir ist es wichtig, eine Grundlage in der deutschen Sprache zu haben. Hoffentlich kann ich mich schnell innerhalb der Stadt und des Vereins integrieren und auch vor Ort die Sprache schnell lernen", so Galvez.

"Heftige Umstellung" 

Exakt drei Wochen hat der Abwehrmann noch Zeit, erste oder sogar weitere Schritte beim Pauken zu machen. Ganz ohne Respekt wird er nicht nach Bremen, in ein für ihn völlig neues Umfeld, kommen, wie er im weiteren Verlauf des Gesprächs mit futbol.as sagt: „Ich verspüre schon etwas Nervosität. Wenn man weiß, dass man in ein neues Land zieht und man sich dort möglichst schnell komplett neu zurechtfinden muss, dann sind es eher diese Dinge, über die ich mir Gedanken mache. Es wird zwar eine heftige Umstellung für mich sein, dennoch freue ich mich schon sehr darauf."

Helfen bei der Integration könnten ihm Werders spanisch sprechende Fraktion um Santiago Garcia und Franco Di Santo. „Zum Glück sind die beiden da. Das wird mir sicher guttun", äußert sich der 24-Jährige, der in der Primera Division als kompromissloser Verteidiger gilt. Zwar durchlief er bei all seinen Clubs die typisch spanische ‚Ballbesitzschule‘, dennoch scheut sich Galvez im Abwehrzentrum auch nicht, mal ganz „oldschool-deutsch" dazwischen zu hauen. So kassierte Galvez in den vergangenen beiden Saisons insgesamt 24 gelbe Karten und wurde zweimal mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen.

Aus dem Mittelfeld in die Abwehr 

Dabei fand sich der Spanier nicht immer in der Verteidigerrolle wieder. „Als ich noch ein kleines Kind war, spielte ich auf der 6 oder auf der 8. Im Verlauf der Jahre wurde ich von meinen Trainern immer weiter hinten aufgestellt", erzählt Galvez. Erst bei seiner Station bei Sporting Gijon wurde er zentraler eingesetzt. Erst im Mittelfeld, zum Ende der Spielzeit sogar erstmalig in der Innenverteidigung. „Als ich bei Rayo ankam, erkannten der Trainer und ich ziemlich schnell, dass ich auf der Verteidigerposition spielen muss, weil ich dort am stärksten bin", berichtet er weiter.

Robin Dutt darf sich also durchaus jetzt schon über einen variablen Akteur freuen, der den schnellen Spielaufbau nicht nur aus der Abwehr heraus beherrscht. Doch Alejandro Galvez will gar nicht mehr zurück nach vorne. Seit nunmehr fast drei Jahren hat er seine Position im Abwehrzentrum gefunden. „Da kriegt mich jetzt keiner mehr weg", sagt der Spanier mit Nachdruck, aber einem Lächeln im Gesicht.

von Timo Volkmann