Füllkrug: "Werder ist mein Zuhause"

Niclas Füllkrug trägt in dieser Saison das Trikot der SpVgg Greuther Fürth. Bis zum Sommer ist er ausgeliehen (Foto: Getty).
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Mittwoch, 05.03.2014 // 16:35 Uhr

Ein einziges Pflichtspiel bestritt Niclas Füllkrug in dieser Saison im Werder-Trikot. Dann hieß es: Für ein Jahr ab nach Fürth in die zweite Bundesliga. „Niclas muss jetzt die Möglichkeit bekommen, den nächsten Schritt zu machen. Dafür ist viel Spielpraxis auf hohem Niveau die Voraussetzung", sagte Werders Geschäftsführer Thomas Eichin zur Ausleihe im August letzten Jahres. Und fast sieben Monate später? ‚Lücke‘ ist als Stammkraft bei Greuther Fürth unterwegs und half mit seinen sechs Toren, dass die Kleeblätter aktuell Rang zwei einnehmen. Es läuft also alles nach Plan - für Werder und auch für Füllkrug.

Doch will der Stürmer überhaupt zurück an die Weser, mit wem hält er aktuell Kontakt nach Bremen und was hat der 21-Jährige am Freitagabend in Nürnberg zu suchen? Im Interview mit WERDER.DE gibt ‚Lücke‘ die Antworten.

WERDER.DE: Wie sehr vermisst du den SV Werder und die Stadt Bremen?

Niclas Füllkrug: „Schon ein bisschen. Ich habe lange in Bremen gelebt und gespielt. Ich vermisse das Drumherum und natürlich auch die Jungs. In Fürth ist alles etwas kleiner und sehr viel ruhiger."

WERDER.DE: Wie schätzt du denn die aktuelle Lage an der Weser ein?

Niclas Füllkrug: „Ich glaube, dass es wichtig ist, zeitnah noch ein bis zwei Siege einzufahren, um weiter unten rauszukommen. Werder darf sich nicht auf dem Nordderbysieg ausruhen. Basti Prödl hat es nach dem Spiel schon richtig gesagt: Werder muss noch einen draufsetzen. Es kann ganz schnell gehen, dass die Konkurrenz punktet und aufholt. Ich bin zuversichtlich, dass Werder nicht weiter nach unten rutscht."

WERDER.DE: Wie sehr hat eigentlich dein Herz geblutet, als du die Jubelbilder der Mannschaft nach dem Derbysieg gesehen hast?

Niclas Füllkrug: „Ich habe mich für Werder, für die Fans und die gesamte Stadt gefreut. Schön, dass die Mannschaft es geschafft hat, in diesem wichtigen Duell drei Punkte zu holen. Aaron Hunt hat mit seiner Vorlage zum 1:0 einen rausgehauen - das war eine richtig geile Aktion. Auch Zladdi hat mir gut gefallen, er hat ein ordentliches Spiel gemacht. Kämpferisch war das vom gesamten Team eine gute Leistung."

WERDER.DE: Wie ist aktuell der Kontakt zu Werder? Gibt es regelmäßige Telefonate mit den ehemaligen Kollegen?

Niclas Füllkrug: „Ja klar. Ich habe zu ‚Miele‘ sehr viel Kontakt. Mit Levent Aycicek telefoniere ich sogar mehrmals die Woche. Von Nils Petersen höre ich auch ab und zu was. Von Thomas Eichin bekomme ich nach geschossenen Toren immer eine Glückwunsch-SMS. ‚Baumi‘ meldet sich ebenfalls und erkundigt sich nach meinem Befinden."

WERDER.DE: Nun bist du seit knapp sieben Monaten bei Greuther Fürth. Welche Zwischenbilanz ziehst du?

Niclas Füllkrug: „Es ist okay. Die Saison war bisher für mich persönlich in Ordnung - nicht mehr und nicht weniger. Ich hätte auf jeden Fall noch mehr Tore schießen können. Die Chancen dazu waren da. Ich bin allerdings noch jung. Das darf ich nicht vergessen. Ich finde es gut, dass ich hier viel Spielpraxis sammeln kann. Ich merke, dass mir noch einige Sachen fehlen. Es ist wichtig, nicht nur im Training, sondern auch in den Spielen daran zu arbeiten. Da hilft mir die Spielpraxis natürlich. Es war - auf das Jahr bezogen - die richtige Entscheidung, zu Greuther Fürth zu gehen."

WERDER.DE: Was fehlt dir denn noch?

Niclas Füllkrug: „Ich könnte noch ein besseres Gefühl entwickeln, wenn es darum geht, den Ball häufiger festzumachen und in den eigenen Reihen zu halten. Ich wurde deswegen von meinen Trainern in der Vergangenheit häufiger kritisiert. An diesem Punkt arbeite ich aktuell sehr intensiv."

WERDER.DE: Aktuell stehst du mit Fürth auf Platz zwei. Winkt der direkte Wiederaufstieg?

Niclas Füllkrug: „Wir haben gesagt, dass wir versuchen wollen, jeden Spieltag unsere Position zu verteidigen. Wir gucken also immer von Spiel zu Spiel. Es ergibt derzeit auch nicht viel Sinn, wenn wir auf die Tabelle schauen, da die Konstellation dort super eng ist. Wir wollen weiterhin unsere eigenen Spiele gewinnen und nicht auf andere hoffen. Wir werden sehen, was dann am Ende dabei herausspringt."

WERDER.DE: In Fürth spielst du erfolgreich mit Florian Trinks, auch einem ehemaligen Werderaner, zusammen. Wie ist euer Verhältnis auf und neben dem Platz?

Niclas Füllkrug: „Auf dem Feld kann man gut mit ihm kicken. Aber auch fernab des Platzes ist unser Verhältnis gut. Wir sind jetzt keine besten Freunde und machen jetzt nicht jeden Tag was zusammen. Wir verstehen uns aber gut und unterhalten uns auch viel. Gerade Werder ist dabei immer wieder ein Thema."

WERDER.DE: Ging es dabei auch um einen gemeinsamen ‚Rückwechsel‘ zu Werder?

Niclas Füllkrug: „Nein, ganz so weit gingen unsere Gespräche jetzt nicht (lacht). Für Flo läuft es derzeit ganz gut bei Greuther Fürth. Ich weiß nicht, wo sein Weg hinführen wird. Darüber haben wir uns nicht unterhalten."

WERDER.DE: Und wie wird deine Zukunft aussehen? Immerhin läuft dein Leihvertrag im Sommer aus. Für dich geht es laut Vertrag zurück zum SV Werder.

Niclas Füllkrug: „Ich werde natürlich mit den Verantwortlichen ein Gespräch führen, um auszuloten, wie meine Perspektive bei Werder konkret aussieht. Klar ist: Werder ist mein Zuhause. Ich habe mich in dem Verein immer sehr wohl gefühlt. Ich hoffe, dass sich alles so ergeben wird, dass ich zu Werder zurückgehen kann. Ich möchte mich wieder so wohlfühlen wie vor meinem Wechsel. Das hängt aber auch mit der fußballerischen Perspektive zusammen."

WERDER.DE: Dein ehemaliger Teamkollege Johannes Wurtz wurde ebenfalls ausgeliehen. Ihr befindet euch beide in einer ähnlichen Situation. Ihr spielt beide bei Spitzenvereinen in der zweiten Bundesliga und ihr kehrt am Ende der Saison wieder zurück nach Bremen. Gibt es einen Austausch mit ihm?

Niclas Füllkrug: „Wir haben uns im Hinspiel in Fürth gesehen und auch Anfang des Jahres bei einem Hallenturnier in Frankfurt getroffen. Mit ihm habe ich mich zu Werder-Zeiten immer sehr gut verstanden. Wir hatten auch bei den letzten beiden Begegnungen viel zu bequatschen. Zuletzt hat er nicht mehr ganz so viel gespielt, dafür lief die Hinrunde ganz gut bei ihm. Mich freut es, dass er sportlich Erfolg hat. Er ist ein super Typ, den ich richtig gern hab. Ich würde mich freuen, wenn wir in Bremen wieder aufeinandertreffen."

WERDER.DE: Im April, am 31. Spieltag, könnte es zum Showdown zwischen dir und Johannes kommen. Ihr müsst in Paderborn antreten...

Niclas Füllkrug: „Wenn es für beide Teams noch um den Aufstieg gehen sollte, könnte es ein interessantes Spiel werden. Ich hoffe, dass wir es wie im Hinspiel machen und gewinnen. Im Idealfall auch noch mit einem Treffer von mir (lacht)."

WERDER.DE: Was machst du eigentlich am kommenden Samstagabend, so gegen 18.30 Uhr?

Niclas Füllkrug: „Hoffentlich im Stadion sein. Aber ob ich das Spiel tatsächlich gucken kann, weiß ich noch nicht, da ich noch keine Trainingszeiten bekommen habe. Ich hätte definitiv Bock, mir das Spiel anzuschauen. Ich werde die Jungs jedoch auf jeden Fall schon am Freitagabend im Mannschaftshotel besuchen. Fürth und Nürnberg liegen ja so dicht beieinander wie Peterswerder und Hastedt (lacht). Da ist es nur logisch, dass ich die Jungs besuchen komme. Ich habe sie lange nicht mehr gesehen und freue mich auf das Wiedersehen."


Das Interview führte Timo Volkmann