Volle Konzentration auf Fortuna Düsseldorf

Werder Bremen trifft am Sonntag erstmals seit 14 Jahren in einem Pflichtspiel der Profi-Mannschaft auf den Traditionsclub vom Rhein.
Fortuna Düsseldorf
Freitag, 16.11.2012 // 14:59 Uhr

Nach einer ereignisreichen Woche steht bei Werder Bremen nun endlich wieder Fußball ganz oben auf der Agenda. Die Grün-Weißen treffen am Sonntag, 18. November 2012, um 15.30 Uhr im Weser-Stadion auf Aufsteiger Fortuna Düsseldorf und wollen mit einem Heimsieg den Anschluss ans obere Tabellendrittel wahren.

Nach einer ereignisreichen Woche steht bei Werder Bremen nun endlich wieder Fußball ganz oben auf der Agenda. Die Grün-Weißen treffen am Sonntag, 18. November 2012, um 15.30 Uhr im Weser-Stadion auf Aufsteiger Fortuna Düsseldorf und wollen mit einem Heimsieg den Anschluss ans obere Tabellendrittel wahren.

Doch auch im Zuge der Vorbereitung auf den zwölften Bundesligaspieltag ist das öffentliche Interesse rund um das Thema Klaus Allofs nach wie vor groß. Zu merken war dies bei der offiziellen Pressekonferenz zur Partie am Freitag, bei der Cheftrainer Thomas Schaaf geduldig erläuterte, dass der Fokus aufs Sportliche in der letzten Woche nicht verloren gegangen ist. „Ich denke, wir hatten viele Dinge zu bewältigen, aber auch, was das sportliche angeht und darauf haben wir uns konzentriert", so der Cheftrainer mit Blick auf das die Trainingsarbeit und das Testspiel in Rödinghausen unter der Woche.

Bilanz spricht klar für Werder

In den 80er Jahren ein häufiges Bundesliga-Duell: Werder gegen Düsseldorf.

Schaaf räumte in Bezug auf Allofs zwar ein, dass „man sich zwischendurch auch mal in Gedanken verliert", machte aber ebenfalls deutlich, dass seine Arbeit mit der Mannschaft von den Umständen nicht negativ beeinflusst wurde. Eher trifft dies auf die zahlreichen Länderspiel-Abstellungen zu, gleich zwölf Bremer Nationalspieler fehlten in der bisherigen Trainingswoche. „Unser Auge lag natürlich darauf, dass keinem etwas passiert und dass alle Spieler gesund wieder hier eintreffen. Darüber, dass das passiert ist, sind wir sehr froh".

Somit stehen die Chancen gut, dass Werder im Duell mit der Fortuna personell nahezu aus dem Vollen schöpfen und die positive Bilanz gegen die Rheinländer ausbauen kann. Von bisher 21 Bundesliga-Heimspielen gewann Bremen 12. Im Weserstadion verloren haben die Grün-Weißen nur zweimal, zuletzt 1977, den 0:2-Endstand markierte ausgerechnet Klaus Allofs. Das letzte Aufeinandertreffen mit Düsseldorf gab es angesichts der langjährigen Bundesliga-Abstinenz der Gäste vor über 14 Jahren, und zwar im DFB-Pokal. Auch beim damaligen 3:2-Achtelfinal-Erfolg spielte Werders Ex-Geschäftsführer im Übrigen eine Rolle, er saß als Fortuna-Trainer auf der Bank.

Schaaf warnt vor Fortuna: „Schon viele Ausrufezeichen gesetzt“

Assani Lukimya gehörte vor seinem Wechsel zu Werder zu den gefeierten Aufstigeshelden bei der Fortuna.

Dafür, dass Begegnungen mit dem Traditionsverein in Zukunft wieder regelmäßiger stattfinden, spricht die sportliche Entwicklung des Aufsteigers. Nach einem außergewöhnlichen Start in die laufende 50. Bundesligasaison, in der die Fortuna erst am sechsten Spieltag ihr erstes Gegentor hatte hinnehmen müssen, fielen die letzten Ergebnisse zwar weniger positiv aus, doch Werders Coach ist dennoch gewarnt: „Man muss festhalten, dass Düsseldorf in dieser Saison schon viele Ausrufezeichen gesetzt hat. Man merkt, welcher Elan in dieser Truppe steckt".

Dieser Umstand ist vor allem deshalb beachtlich, weil der Aufsteiger seinen Kader vor dieser Spielzeit völlig umgekrempelt hat. Düsseldorf hatte sich nach dem Aufstieg von 15 Spielern verabschieden müssen, darunter Defensivsäule und Neu-Bremer Assani Lukimya. Bei den bislang 20 eingesetzten Spielern handelt es sich wiederum bei einem ganzen Dutzend um Neuzugänge. Noch nicht auf sich aufmerksam machen konnte der Ex-Bremer Leon Balogun, dafür zeigten beispielsweise Keeper Fabian Giefer, die Verteidiger Stelios Malezas und Tobias Levels sowie Top-Torschütze Dani Schahin bereits mehrfach ihre Klasse auf. Schaaf sieht „eine völlig neu zusammengestellte Mannschaft, die vielen das Leben unheimlich schwer macht. Unser Spiel aufzuzeigen, wird nicht einfach sein".

Noch 500 Rest-Tickets zu haben

Großen Anteil am Wieder-Erstarken des Traditionsclubs hat Fortunen-Coach und Ex-Werder-Profi Norbert Meier, über den sein Bremer Pendant sagt, „dass er sein Temperament nicht verloren hat. Das, was er früher gezeigt hat, lebt er dieser Mannschaft nun vor. Er macht gute Arbeit und die Ergebnisse sind auch sein Verdienst". Ungeachtet dessen sind Schaafs Ziele für das Sonntagsspiel eindeutig: „Wir sind fixiert auf diese Partie, die wir zu dem Ergebnis führen wollen, das wir brauchen".

Auf die Unterstützung der Werder-Fans kann der Chef-Coach sich dabei verlassen. Zwei Tage vor dem Anpfiff ist das Weser-Stadion annähernd ausverkauft. Lediglich 500 Rest-Tickets für den Heimbereich stehen noch zur Verfügung.

Von Christoph Muxfeldt