Viel Aufwand, kein Ertrag

Sebastian Prödl kam erst kurz vor Schluss in die Partie, konnte aber auch mit seiner Offensiv-Kopfballstärke nichts mehr ausrichten.
Profis
Samstag, 10.11.2012 // 20:26 Uhr

Werder spielt gut, Werder rackert, Werder erarbeitet sich Chancen, Werder schießt Tore, doch eines macht Werder in der Bundesliga-Spielzeit 2012/13 zu selten: Drei Punkte auf des Gegners Platz einfahren. Auch das ärgerliche 1:2 beim FC Schalke 04 am elften Spieltag brachte zum wiederholten Mal diese Erkenntnis. „Wir haben solch eine Partie häufig in der Saison erlebt. Wir spielen gut, können aber aus unseren Aktionen am Ende nichts Zählbares rausholen. Wieder einmal haben wir uns für den Aufwand nicht belohnen können. Das ist unser Manko und gefällt uns nicht", resümierte Cheftrainer Thomas Schaaf nach 90 Minuten, in denen die Grün-Weißen über weite Strecken das bessere Team waren.

WERDER.DE ist in den Katakomben der Veltins-Arena auf Stimmenfang gegangen. Was Hunt, Petersen und Co. zur vierten Auswärtsniederlage in der laufenden Spielzeit zu sagen haben, können Sie hier nachlesen.

Gutes Spiel, keine Punkte - der Spielverlauf:

Nils Petersen:
"Die Niederlage ist ganz besonders ärgerlich. Wir haben wieder eine sehr gute Leistung gegen eine Topmannschaft gezeigt, nehmen aber wieder keine Punkte mit - das ist das alte Leid. Wir hatten uns heute viel vorgenommen, wollten unbedingt etwas mitnehmen, aber das entscheidende fehlt und das sind die Punkte."

Thomas Schaaf: „In der ersten Minute haben wir nicht aufgepasst. Danach haben wir das Spiel aber kontrolliert, bis zum Gegentor keine Schalker Chance zugelassen und uns selbst viele Möglichkeiten erarbeitet. Doch wir haben es verpasst, nachzulegen. Stattdessen haben wir unnötige Fehler gemacht und völlig überraschend das Gegentor kassiert. Wir haben dann unsere eigenen Aktionen nicht zu Ende gebracht."

Klaus Allofs:
"Diese Niederlage ist absolut ärgerlich, weil sie absolut unnötig ist. Ich sehe dafür vor allem zwei Gründe: Wenn ich an die Szene denke, wo Kevin De Bruyne alleine auf das Tor zuläuft und zurückgepfiffen wird oder an den Zweikampf aus dem der Freistoß zum 1:1 resultiert, dann lag der Schiedsrichter mit seinen Entscheidungen nicht immer richtig und zum anderen war unsere Fehlerquote wieder zu hoch. Und ein solches Spiel verzeiht nicht viele Fehler."

Aaron Hunt:
"Diese Niederlage tut richtig weh, weil wir ein gutes Spiel gemacht haben. Wir ärgern uns vor allem, weil es bitter ist, wie wir die Gegentore bekommen. Das war einfach schlecht und dadurch haben wir Schalke unnötig aufgebaut. Bis zum ersten Tor haben die keine Mittel gefunden."

Zu den Gegentoren:

Nils Petersen:
Wir wussten, dass Schalke enorm viel Qualität hat und das beim Spielstand von 1:0 immer was passieren kann, aber ich hatte bis zum 1:1 nie das Gefühl, dass hier was anbrennen könnte.

Klaus Allofs:
Wir halten uns noch zu oft nicht an die Vorgaben. Vor dem 1:2 führen wir Dinge, die besprochen sind, nicht richtig aus. Da stehen die Spieler nicht so, wie sie vom Trainer eingeteilt wurden."

Aaron Hunt:
"Beim Ausgleich stellen wir uns einfach dumm an, und beim 2:1 sind wir einfach zu naiv. Das kann man auch nicht nur auf unsere Unerfahrenheit schieben."

Thomas Schaaf: „Nach 60 Minuten wurden das Spiel offener. Die Schalker kamen zu vielen guten Möglichkeiten. Vor dem 1:2 gehen wir zu großes Risiko."

Die gerissene Serie:

Nils Petersen:
"Wir haben zuvor sieben Punkte aus drei Spielen geholt und auswärts gegen Schalke kann man auch mal verlieren. Hätten wir hier was geholt, wäre es ein Big-Point gewesen, weil uns das nicht jeder zugetraut hat."

Klaus Allofs:
"Wir müssen jetzt wieder einen neuen Anlauf nehmen und damit schon am nächsten Spieltag gegen Düsseldorf anfangen."

Thomas Schaaf: „Das Team hat bewiesen, wie hervorragend es spielen kann. Mit unserer Leistung kann ich gut leben, mit dem Ergebnis jedoch nicht. Wir werden natürlich nicht aufgeben, sondern dranbleiben."

Aaron Hunt:
"Dass die Serie gerissen ist, ist sehr ärgerlich, aber wir werden jetzt die nächsten ein, zwei Tage enttäuscht sein und dann konzentrieren wir uns voll auf Düsseldorf. Das Heimspiel müssen wir unbedingt gewinnen."

Die letzte Szene:

Nils Petersen:
"Ich konnte es auf dem Feld nicht richtig sehen, habe dann aber Aaron gefragt, der die Ecke reingebracht hat, und er meinte, dass der Ball vermutlich nicht hinter der Linie gewesen ist."

Aaron Hunt:
"Ich stand ganz gut und auf den ersten Blick würde ich sagen, dass der Ball nicht vollständig hinter der Linie war. Aber auch wenn man diese Szene weglässt, hatten wir genug Chancen, Da hätten wir noch entschlossener agieren müssen."


Die Gerüchte um Klaus Allofs:

Nils Petersen:
"Ich bin erst seit wenigen Monaten hier und habe in dieser Zeit schon mitbekommen, welche Bedeutung Klaus Allofs für den Verein hat. Ich gehe davon aus, dass er zur richtigen Zeit die richtige Entscheidung trifft."

Aaron Hunt:
"Dieses Thema hat uns nicht interessiert, weil wir wussten, dass hier ein schweres Spiel auf uns wartet. Darauf waren wir voll fokussiert - wir sind schließlich Spieler und haben eine Aufgabe zu erfüllen."

aus der Veltins-Arena berichten Dominik Kupilas und Timo Volkmann