Und es hat 'Klick' gemacht

Die Situation wird nicht angehemer, aber die Köpfe bleiben oben.
Profis
Samstag, 27.04.2013 // 21:42 Uhr

‚Elf Freunde müsst ihr sein', ‚Nur gemeinsam sind wir stark', ‚Einer für alle, alle für einen' - unter der Woche stand beim SV Werder das Fördern des Teamgeistes an erster Stelle. Mehrere teambildende ...

‚Elf Freunde müsst ihr sein', ‚Nur gemeinsam sind wir stark', ‚Einer für alle, alle für einen' - unter der Woche stand beim SV Werder das Fördern des Teamgeistes an erster Stelle. Mehrere teambildende Maßnahmen wurden getroffen, ein Einschwören auf Leverkusen und die restliche Saison war das Ziel. „Heute haben wir als Mannschaft funktioniert. Auch wenn es sich blöd anhört: Das war ein wichtiger Schritt für den Saisonendspurt", fand Aaron Hunt am Samstag, wenige Minuten nach der knappen 0:1-Niederlage bei Bayer 04, positive Worte.

Auch Zlatko Junuzovic' Aussage ging in diese Richtung: „Wir suchen schon lange keine Ausreden mehr. Wir haben in dieser Woche viele positive Aspekte hinzugewonnen. Das wird uns allen helfen, gerade für die restlichen Spiele." Zuvor präsentierte sich die grün-weiße Mannschaft - verglichen mit der Vorwoche - stark verbessert: Ein 90-minütiger Fight gepaart mit purem Willen. Die im Vorfeld unsichere Frage ‚Einheit ja oder nein' konnte nach dieser Vorstellung mit einem dicken Ausrufezeichen beantwortet werden.

Was am Ende aber wieder einmal fehlte, war ein Sieg. Denn: Trotz eines sehr engagierten Auftritts wurde laut Cheftrainer Thomas Schaaf wieder „die eine Situation zu viel zugelassen".

Coach, Geschäftsführer und Spieler gaben in der Mixed Zone der BayArena weitere Antworten auf die Themen, die nach der Partie besonders bewegten.

Zum Spiel:

Thomas Schaaf: „Wir haben in der Defensive sehr gut gearbeitet. Leider haben wir eine Situation zu viel zugelassen, ansonsten ist man immer bemüht, was zu verändern. Insgesamt haben wir sehr gut gearbeitet und engagiert gespielt. Was uns fehlt, sind die Überzeugung und das Selbstbewusstsein nach vorne."

Clemens Fritz: „Wir haben gekämpft und Leidenschaft gezeigt, aber trotzdem ist die Enttäuschung groß. Insgesamt haben wir nicht viel zugelassen. Wir haben zusammengehalten, unter der Woche sehr viel gearbeitet und sehr viel miteinander gesprochen. Daran müssen wir weiter arbeiten."

Aaron Hunt: „Wir haben uns vor dem Spiel viel vorgenommen. Das war heute deutlich besser als in den letzten Wochen. Hinten haben wir wenig zugelassen, nach vorne müssen wir allerdings mehr machen."

Zlatko Junuzovic: „ Das war heute ein leichter Aufwärtstrend. Wir haben eine gute Leistung abgeliefert und eigentlich auch besser gespielt. Hinten haben wir gut gestanden, wir müssen nach vorne nur noch aggressiver sein."

„Zladdi" zu seiner Großchance in der 72. Minute: „Das war eine dicke Möglichkeit, bei der mir viele Gedanken durch den Kopf gegangen sind. Leider habe ich mich für den schlechtesten entschieden. Ich hätte das Tor machen müssen."

Zu den strittigen Situationen vor dem 0:1:

Clemens Fritz: „Die Entscheidung ist sehr fragwürdig. Der Schiedsrichter hat zunächst richtig entschieden und laufen lassen. Doch dann hat er auf den Assistenten gehört. Es war Abseits und zusätzlich kommt der Stürmer zum Abschluss."

Aaron Hunt: „Ich habe noch keine Bilder gesehen. Für mich war das aber eine fragwürdige Entscheidung. Der Stürmer kommt zum Abschluss und ‚Miele' kann sich auch nicht in Luft auflösen. Ich bin der Meinung, dass der Stürmer auf ihn raufgelaufen ist."

Thomas Eichin: „Aytekin hat erst keine Reaktion gezeigt. Wenn man so was pfeift, muss man sich ganz sicher sein. Es ist schon außergewöhnlich, den Hauptschiedsrichter noch zu überstimmen."

Thomas Schaaf: „Mir geht es um die Bewertung, die einheitlich sein muss. Dafür gibt es Regeln. Und die müssen Woche für Woche gleich sein."

Sebastian Mielitz: „Die Situation war abgeschlossen. Der Stürmer läuft auf mich zu und wirft sich in mich hinein. Ich kann mich da nicht in Luft auflösen. Die Entscheidung war doppelt bitter. Der Assistent hat den Schiedsrichter überstimmt."

Zum Trainer:

Thomas Eichin: „Die Situation ist klar. Der Trainer ist kämpferisch und arbeitet akribisch. Die Mannschaft hört ihm weiter zu. Ein Trainerwechsel wäre absoluter Nonsens. Dass die Fans das genauso sehen, habe sie hier heute gezeigt. Wir verfolgen die Marschroute, mit Thomas Schaaf den Klassenerhalt zu schaffen."

Clemens Fritz: „Ich habe keine Zweifel, dass Thomas Schaaf der richtige Trainer ist. Er arbeitet genauso konzentriert wie in den erfolgreichen Zeiten. Er hat einen positiven Einfluss auf uns und erreicht uns noch."

Ausblick auf das Hoffenheim-Spiel:

Aaron Hunt: „Wir haben keine neue Situation. Vor der Partie war klar, dass wir vor den Teams hinter uns bleiben, ob mit mehr oder weniger Vorsprung. Wir schauen nur auf uns und haben es selbst in der Hand. Wir müssen nächsten Samstag die Punkte im eigenen Stadion holen. Das wird ein spannendes und interessantes Spiel. Wir werden weiterhin gut trainieren und uns nicht von außen beeinflussen lassen."
Clemens Fritz: „Ich bin optimistisch, dass wir punkten werden."

Thomas Eichin: „Wir werden uns weiter gut präparieren. Die Ausgangslage sieht noch zwei Heimspiele für uns vor. Die müssen wir gewinnen."

Zlatko Junuzovic: „Jetzt wird es eng. Nächste Woche haben wir ein Finalspiel. Obwohl es brenzlig wird, werden wir mit breiter Brust spielen können. Wir werden die Fans hinter uns haben."

aus der BayArena berichten Timo Volkmann und Dominik Kupilas