4:1-Sieg! "Schützenwiese" als gutes Pflaster

Im Stadion des Schweizer Zweitligsten FC Winterthur konnten Avdic, Wurtz und Co. vier Buden erzielen.
Trainingslager
Mittwoch, 08.08.2012 // 21:09 Uhr

Der frisch gebackene LIGA total! Cup-Sieger Werder Bremen hat sein drittletztes Testspiel vor dem Pflichtspielstart bei Preußen Münster gewonnen. Die Treffer beim 4.1-Sieg über den FC Winterthur erzielten ...

Der frisch gebackene LIGA total! Cup-Sieger Werder Bremen hat sein drittletztes Testspiel vor dem Pflichtspielstart bei Preußen Münster gewonnen. Die Treffer beim 4.1-Sieg über den FC Winterthur erzielten Mehmet Ekici (11.), Johannes Wurtz (24./72.) sowie Denni Avdic (73.). Den einzigen Gegentreffer mussten die Grün-Weißen in der 71. Minute durch Patrick Alphonse Bengondo hinnehmen.

„Es war über weite Strecken eine gute Partie. Wir hatten heute viele Spieler dabei, die bislang nicht so viele Einsatzzeiten hatten. Das muss man bedenken. Aber es war Tempo drin, wir haben das Spiel über die gesamte Dauer kontrolliert", sagte Werders Geschäftsführer Klaus Allofs unmittelbar nach Spielende.

Wie schon in den beiden Spielen am letzten Wochenende, wirbelte Cheftrainer Thomas Schaaf seine Startelf stark durcheinander. Torwart Richard Strebinger sah von rechts nach links folgende Abwehr vor sich: Felix Kroos, Olympia-Rückkehrer Francois Affolter, Assani Lukimya sowie Aleksandar Ignjovski. Im Mittelfeld agierten der sehr auffällige Kevin de Bruyne, Mehmet Ekici, Florian Trinks, Tom Trybull und Johannes Wurtz, die die einzige Sturmspitze Denni Avdic häufig in Szene setzen sollten.

Zweifacher Vorbereiter und einfacher Torschütze unter sich: Kevin de Bruyne und Mehmet Ekici.

Die Bremer starteten im mit 2.000 Zuschauern besetzten Stadion „Schützenwiese" konzentriert und erarbeiteten sich bereits nach 120 Minuten die erste dicke Möglichkeit. Auf der rechten Offensivseite passte Florian Trinks auf Werders belgischen Neuzugang Kevin de Bruyne, der mit seinem Gegenspieler Katz und Maus spielte, um dann eine maßgenaue Flanke auf Avdic abzuliefern. Doch der schwedische Angreifer scheiterte aus knapp zwei Metern. Das erste Lebenszeichen des Schweizer Zweitligisten ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Eine Flanke von Sven Lüscher über rechts fand noch keinen Abnehmer, doch den zweiten Versuch - diesmal durch Patrick Schuler - konnte Schlussmann Richard Strebinger zwar mit einer Parade vereiteln, den abprallenden Ball brachte Luca Radice jedoch nicht im SVW-Gehäuse unter.

In der elften Spielminute war es wiederum de Bruyne, der einen Angriff einleitete - und das mit Erfolg! Mit viel Übersicht sah der 21-Jährige den besser postierten Ekici, dessen abgefälschter Torschuss im linken oberen Eck einschlug. Die Führung für Werder durch den Deutschtürken, der bei diesem Test als Kapitän auflief! In der Folge neutralisierten sich beide Teams weitestgehend, bis in Minute 24 erneut die Stunde von de Bruyne schlug. Mit einem Wahnsinns-Diagonalpass hebelte er die komplette Defensive des FC Winterthur aus. Johannes Wurtz sagte artig danke und schlenzte das Leder zum 2:0 in die rechte untere Torecke.

Werders Flexibilität in der Offensive machte es dem Gastgeber schwer, sich bis zur Halbzeitpause noch Zählbares herauszuspielen, zu sehr wurden sie in der eigenen Hälfte gebunden. Und wenn es mal gefährlich im Sechzehner der Grün-Weißen wurde, zielte der FCW zu ungenau oder schloss den Angriff zu überhastet ab. Die Bremer machten bis zur Pause in der 37. Minute noch einmal auf sich aufmerksam. Einen Ekici-Eckball köpfte Abwehrmann Lukimya allerdings ein paar Zentimeter am linken Torpfosten vorbei.

Wurde in der 71. Spielminute eingewechselt und brachte neuen Schwung: Marko Arnautovic lieferte die Assists zu den letzten beiden Treffern.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts brachte Cheftrainer Thomas Schaaf Lukas Schmitz für Felix Kross in die Partie. Die logische Konsequenz: „Iggy" wechselte von der linken auf die rechte Verteidigerposition, sodass sich Schmitz auf seiner angestammten Position einfand.

Werders Devise lautete bis zur Hälfte des zweiten Durchgangs: Ergebnis verwalten und nicht mehr als nötig machen. Winterthur zeigte sich indes bemüht. Die Schweizer wollten den Anschlusstreffer erzielen. Einziges Problem: Die Harmlosigkeit vor dem Werder-Tor. Weder Sven Lüscher noch dem eingewechseltem Bengondo wollte das 1:2 gelingen, ehe in der 71. Spielminute dann doch noch der Anschluss fiel. Bengondo fasste sich aus halbrechter Position ein Herz, drang in den Sechzehner ein und schloss seinen kleinen Sololauf mit einem Flachschuss - mitten ins Tor der Grün-Weißen - erfolgreich ab. Schaaf reagierte und zauberte die Lösung auf das Spielfeld: Marko Arnautovic. Der österreichische Angreifer sollte für neue Belebung im Team des SV Werder sorgen. Und Arnautovic kam, sah und bereitete Treffer Nummer drei und vier vor. Erst erreichte seine flache Hereingabe Johannes Wurtz, der mühelos zum 3:1 einschob, dann bediente der österreichische Nationalspieler nach einem Pass von de Bruyne Denni Avdic am kurzen Pfosten. Ein lässiger Lupfer des Angreifers reichte, um FCW-Keeper Sascha Studer zu überwinden - 4:1 für Werder dank zweier Tore innerhalb von zwei Minuten! Ekici hatte acht Minuten später sogar noch die Chance, auf 5:1 zu erhöhen, doch der Mittelfeldakteur zirkelte einen Freistoß aus gut 20 Metern knapp über das Schweizer Tor.

Souverän, sachlich und abgeklärt brachte der SV Werder schließlich den 4:1-Erfolg bis zum Abpfiff über die Runden. „Das war ein in guter Test. Man hat gesehen, dass der Gegner schon in der Saison war und einige Spiele absolviert hat. Winterthur ist topfit und hat uns läuferisch einiges abverlangt. Es waren insgesamt viele gute Sachen dabei, wir haben die Tore schön herausgespielt und miteinander kombiniert. Allerdings sind wir hin und wieder in der Defensive auch in Not geraten und haben dem Gegner die Möglichkeit geboten, ein Tor zu erzielen. Trotzdem überwiegt das Positive", zeigte sich Cheftrainer Thomas Schaaf zufrieden über den Ausgang dieses Testmatches.

Aus Winterthur berichten Dominik Kupilas und Michael Rudolph