Bitter: Last-Minute-Ausgleich für die TSG

Aaron Hunt brache Werder schon in der zweiten Minute in Führung und war am Ende genauso fassungslos wie seine Kollegen.
Profis
Samstag, 04.05.2013 // 17:39 Uhr

Werder Bremen hat den Befreiungsschlag im Abstiegskampf um Haaresbreite verpasst. Hoffenheim drehte die Bremer 2:0-Führung in letzter Minute um und fährt mit einem 2:2 nach Hause. Fast über die gesamte Spielzeit zeigten die Grün-Weißen vor einem fantastischen Publikum aufopferungsvollen Kampf und gingen verdient durch Hunt (2.) und De Bruyne (24.) in Führung. Doch der eingewechselte Schipplock traf nach seinem Anschlusstreffer (85.) in der Nachspielzeit zum späten Ausgleich.

Werder Bremen hat den Befreiungsschlag im Abstiegskampf um Haaresbreite verpasst. Hoffenheim drehte die Bremer 2:0-Führung in letzter Minute um und fährt mit einem 2:2 nach Hause. Fast über die gesamte Spielzeit zeigten die Grün-Weißen vor einem fantastischen Publikum aufopferungsvollen Kampf und gingen verdient durch Hunt (2.) und De Bruyne (24.) in Führung. Doch der eingewechselte Schipplock traf nach seinem Anschlusstreffer (85.) in der Nachspielzeit zum späten Ausgleich.

Vor dem Anpfiff hatte Thomas Schaaf eine Hiobsbotschaft zu verkraften. Zlatko Junuzovic musste seinen Einsatz am Spieltag absagen. Für ihn rückte der wiedergenesene Kevin De Bruyne in die Mannschaft. Ansonsten konnte der Cheftrainer die gleiche Elf aufs Grün schicken wie in Leverkusen.

Blitzstart dank Aaron Hunt

Die Fans standen von Beginn an wie eine Wand hinter der Mannschaft.

Unmittelbar nach dem Anpfiff gab es dann jedoch Grund zum Jubeln für die 41.000 Zuschauer im ausverkauften Weser-Stadion: Nach gerade einmal 19 Sekunden wurde Hunt nach Zuspiel von Petersen im Strafraum gefoult und Schiedsrichter Hartmann zeigte auf den Punkt. Der Gefoulte trat selbst an und verwandelte zum so wichtigen 1:0 (2.)!

Getragen vom Publikum lieferte Werder in der Folge eine leidenschaftliche Vorstellung mit viel Herz und Biss und machte es den offensiv durchaus bemühten Hoffenheimern damit überaus schwer. Die TSG attackierte die Gastgeber extrem früh, konnte aber nicht genügend Druck aufbauen, um die Bremer zu Fehlern zu zwingen. Nach einer weiteren guten Werder-Aktion von Yildirim und einer verpassten Chance von Hunt und Petersen (12.) brauchten die Gäste folglich eine Standardsituation, um erstmals gefährlich zu werden: Abraham köpfte eine Salihovic-Ecke auf die Latte (19.).

Petersen beißt, De Bruyne erhöht auf 2:0

Die beiden Torschützen Kevin De Bruyne und Aaron Hunt unter sich.

Über den Einsatz kamen die Grün-Weißen aber wenig später ihrerseits zur nächsten dicken Gelegenheit, und zum Tor! Petersen erkämpfte einen verlorenen Ball gegen Vestergaard auf der rechten Außenbahn, zog nach Innen und legte mit Übersicht auf De Bruyne zurück, der per Flachschuss auf 2:0 erhöhte (24.).

Nach dem Treffer wurden die Kraichgauer für eine knappe Viertelstunde etwas stärker und kamen mit einem Konter über Firmino zur Riesengelegenheit zum Anschlusstreffer. Doch Mielitz behielt im Eins-gegen-Eins die Nerven und hielt den Bremer Kasten sauber (28.). In der Schlussphase des ersten Durchgangs bekam die Schaaf-Elf das Spiel dann wieder in den Griff, indem sie zahlreiche Zweikämpfe und zweite Bälle holte und so nicht nur mehr Spielanteile, sondern sogar weitere Chancen herausarbeitete. Die auffälligen De Bruyne und Yildirim scheiterten bei einer Doppelchance (38.), ehe De Bruyne einen Befreiungsschlag von Casteels blockte und daraufhin den leeren Kasten aus spitzem Winkel nur knapp verpasste (39.).

Mit Schipplock kommt das bittere Ende

Sinnbildlich für die Bremer Gefühlswelt nach dem Abpfiff: Sokratis konnte es nicht fassen.

Nach dem Seitenwechsel übernahm in diesem tollen Fußballspiel zunächst wieder Hoffenheim das Kommando. Bis auf einen Flachschuss von Weis, der haarscharf am langen Pfosten vorbeiflog (61.), konnte die TSG allerdings wenig aus ihren Ballbesitz-Vorteilen machen. Werder hielt mit Kampf dagegen und erarbeitete sich dadurch wie schon in der ersten Hälfte mehr Gelegenheiten als der Gegner. So scheiterten sowohl Prödl per Kopf (55.), als auch De Bruyne per 20-Meter-Distanzschuss am Außennetz (65.).

In der Folge verpassten es die nach großem Kampf nun immer müderen Werderaner bei weiteren Gelegenheiten von Aaron Hunt (75./82), den Sack zuzumachen. Stattdessen verkürzte der in der 66. Minute eingewechselte Schipplock nach Zuspiel von Salihovic erst auf 2:1 (85.), ehe er in der Nachspielzeit nach einem verunglückten Distanzschuss von Firmino plötzlich an den Ball kam und das Leder zum 2:2-Endstand über die Linie drückte (90.+1). Die gefühlte „2:2-Niederlage" hatten nach dieser Leistung weder die Spieler, noch die Fans verdient.

Von Christoph Muxfeldt

Stimmen zum Spiel folgen im Laufe des Abends auf WERDER.DE