Petersen vor Derby: "Geiles Gefühl" wieder erleben

Traf im Hinspiel zum 2:0 und möchte auch am Sonntag wieder erfolgreich sein: Werder-Stürmer Nils Petersen.
Profis
Mittwoch, 23.01.2013 // 14:12 Uhr

Unzufrieden stapfte Nils Petersen am Mittwoch in Richtung Werder-Kabine. Die herbe 0:5-Niederlage gegen Borussia Dortmund beschäftigte den Stürmer noch immer. Er war unzufrieden mit der dortigen Leistung der Grün-Weißen, unzufrieden aber auch mit seiner eigenen. „Ich weiß, dass die Fans enttäuscht sind wegen meiner Torausbeute. Ich schieße die Bälle nicht mit Absicht vorbei. Ich werde daran arbeiten, dass wir wieder mehr Tore erzielen", versprach Petersen nach der Vormittagseinheit und setzte mit einem Lächeln fort: „Statistisch gesehen mache ich jede fünfte Chance rein. Gegen Dortmund habe ich vier liegen lassen. Beim Hamburger SV dürfte es daher wieder klappen."

Ein Blick auf die Statistik lässt Nils Petersen durchaus gut dastehen: In 18 Bundesliga-Spielen für Werder traf der gebürtige Wernigeröder siebenmal und lieferte dazu vier Assists. Damit ist er der Top-Scorer im Bremer Team. Doch Zufriedenheit ist Stillstand. Das weiß auch Petersen. Und so möchte der Angreifer im Nordderby am Sonntag „meinen Teil dazu beitragen, dass wir das Spiel in Hamburg am Ende erfolgreich gestalten können. Mit Kampf, mit Leistung, mit Leidenschaft, mit Emotionen und Körpersprache."

Sollte der SV Werder den 98. Ligavergleich mit dem HSV für sich entscheiden, wäre es der vierte grün-weiße Derbysieg in Folge (siehe Links unten). Beim letzten Erfolg leistete auch Petersen seinen Beitrag. In der 67. Minute markierte er den 2:0-Endstand, es war sein erstes Tor im Werder-Trikot. „Das war ein geiles Gefühl. Ausgerechnet im Derby zu treffen, das war schon was Besonderes. Der Sieg war insgesamt für das Team sehr wichtig, nachdem wir im Pokal ausgeschieden waren und in Dortmund verloren haben", erinnerte sich der 24-Jährige.

Auf die Unterstützung außerhalb des Platzes kann sich Petersen diesmal ebenfalls wieder gewiss sein. „Meine Eltern, Freundin und Nachbarn werden im Stadion dabei sein. Sie waren auch im Hinspiel in Bremen live dabei. Das könnte ein gutes Omen sein. Ich hoffe, dass wir am Sonntag dann auch ähnlich erfolgreich agieren können", sagte die Bayern-Leihgabe.

Gemeinsam mit seinen Teamkollegen will Petersen unbedingt die „Schmach gegen Dortmund" (siehe Trainings-Meldung von Dienstag) vergessen machen. Denn eines will er am Sonntag nicht mehr erleben müssen: „Ich konnte den Fans nach der Niederlage am Samstag nicht in die Augen schauen. Uns ist die Niederlage schon sehr, sehr nah gegangen. Das tut weh, gerade wenn man weiß, was Werder für die Stadt und die Leute hier in Bremen bedeutet. Das darf sich nicht wiederholen."

von Timo Volkmann