Interview: Auf De Bruyne-Vorlage folgt Akpala-Tor?

Wird vielleicht schon im Nordderby gegen den HSV die Ostkurve mit seinen Toren verzücken: Joseph Akpala.
Profis
Donnerstag, 23.08.2012 // 18:52 Uhr

Joseph, der SV Werder heißt dich in Bremen willkommen. Du bist jetzt ein Grün-Weißer. Welche Bedeutung hat dieser Wechsel für dich?

Er kommt mit der Empfehlung von 63 Treffern in 166 Spielen der belgischen Jupiler Pro League. Joseph Akpala ist seit Donnerstag Werderaner. Für mindestens vier Jahre. Nach seinem Medizincheck und der erfolgreichen Vertragsunterschrift nahm sich der 25-Jährige Ex-Brüssler Zeit für einen ersten kurzen Plausch. Mit WERDER.DE unterhielt sich der Nigerianer mit belgischem Pass über seine jüngsten grün-weißen Eindrücke, seine 'besondere' Beziehung zu Kevin De Bruyne und verriet, welche Werderaner er bereits kennt.

Joseph Akpala: „Für mich ist es ein großer Schritt in meiner Karriere. Es ist ein großes Privileg für Werder Bremen spielen zu dürfen. Dieser Verein gehört zu den großen Klubs in Deutschland. Ich möchte an die großen Bremer Zeiten anknüpfen und positiven Einfluss auf den Teamgeist ausüben."

Stimmt es eigentlich, dass du bereits vor zwei Jahren um ein Haar an der Weser gelandet wärst?

Joseph Akpala: „Es ist richtig, dass Werder Bremen vor zwei Jahren an mir interessiert war. Aber es gibt für alles eine perfekte Zeit. Genau das ist jetzt der Fall. In diesen zwei Jahren habe ich viel dazu gelernt. Ich verfüge über mehr Erfahrung, konnte mich spielerisch, technisch und mental weiterentwickeln. Dadurch konnte ich mich auch insgesamt besser ins Spiel meiner Mannschaft einbringen. Deshalb ist es auch die richtige Entscheidung, nach Bremen zu wechseln. Ich freue mich, dass das jetzt für mich wahr geworden ist."

Beim SV Werder wartet mit Thomas Schaaf ein neuer Coach auf dich. Hattest du mal die Chance, ihn kennenzulernen?

Joseph Akpala: „Ich kenne ihn nur aus der Distanz. Ich habe die Bundesliga und die Champions League im Fernsehen verfolgt. Da war der Trainer häufiger im Bild. Ich habe gelesen, dass er schon viele Jahre im Verein ist. Er steht für Werder Bremen und vermittelt auch die Vereinsphilosophie. Das mag ich. Es ist für mich eine Ehre, mit solch einem großen Trainer zusammenarbeiten zu dürfen."

Und wie sieht es bei deinen neuen Teamkollegen aus? Welcher Spieler ist dir ein Begriff?

Joseph Akpala: „Ich kenne nur Kevin De Bruyne etwas näher, den Rest nicht. Wir haben in der belgische Liga gegeneinander gespielt. Ich habe aber viel von meinen früheren Teamkollegen in Brügge über die aktuellen Spieler erfahren. Die Namen Eljero Elia und Marko Arnautovic sind mir bekannt."

Kevin De Bruyne kennst du aus belgischen Erstligazeiten. Er hat sich in den Medien zuletzt positiv über dich geäußert, dich gelobt und gesagt, dass du ein physisch starker und sehr schneller Spieler bist. Wie reagierst du darauf?

Joseph Akpala: „Ich habe davon nichts gelesen oder gehört, weil ich viel beschäftigt war mit der medizinischen Untersuchung und den Vertragsverhandlungen. Das, was er sagt, hat Hand und Fuß. Das gefällt mir (lacht)."

Du bist gerade mal wenige Stunden in Bremen und könntest direkt eine gute Tat tun und den Pass von Kevin direkt zurückspielen. Also, wie siehst du ihn, wie gingen die Duelle in der Liga aus?

Joseph Akpala: „Es ist fantastisch mit einem Spieler zusammenspielen zu können, der über derartig gute Qualitäten verfügt. Seine Pässe gefallen mir besonders. Ich kann mich noch gut an die Partien mit Brügge gegen Genk aus der letzten Saison erinnern. Wir haben viermal gegeneinander gespielt. Unsere Taktik war immer auf ihn ausgerichtet, weil er der Schlüsselspieler war. Es galt, ihn zu stoppen."

Und ist euch das geglückt?

Joseph Akpala (lacht): „Ja, in den Play-offs haben wir uns jeweils durchgesetzt. 2:0 und 2:1 gewonnen. Ich habe auch getroffen. Am liebsten würde ich jetzt im Werder-Trikot nach einer Vorlage von ihm ein Tor erzielen (lacht)."

Was fällt dir zur Bundesliga ein? Gegen welche deutschen Teams bist du schon angetreten?

Joseph Akpala: „Ich habe in der letzten Saison gegen Hannover in der Europa League gespielt. In der diesjährigen Saisonvorbereitung haben wir gegen Dortmund getestet. Es ist eine physische Liga. Du musst stark und schnell sein. Es ist eine der besten Ligen Europas. Die Atmosphäre ist überragend."

Im ersten Heimspiel empfängt Werder den Hamburger SV. Bist du dir um die Brisanz dieses Duells bewusst?

Joseph Akpala: „Es ist das Spiel des Jahres. Ich habe mich bereits mit Frank Baumann drüber unterhalten. Er hat mir eine Menge von den Derbys und der besonderen Atmosphäre erzählt. Da habe ich dann auch erfahren, dass das erste Heimspiel gegen Hamburg geht. Für alle Fans ist das das wichtigste Spiel, viel wichtiger als zum Beispiel gegen Bayern. Darauf freue ich mich."

Es könnte auch dein erstes Spiel im Trikot der Grün-Weißen werden. Wirst du die Fans mit einem Tor direkt glücklich machen?

Akpala: „Das wäre natürlich großartig, das Beste, was mir passieren könnte. Das Allerwichtigste für mich ist jedoch, mich positiv in die Mannschaft einzubringen. Wir wollen als Team das Derby gewinnen, egal wer die Tore schießt."

Das Interview führten Timo Volkmann und Michael Rudolph