Einfluss des Pokal-Ausscheidens auf Stürmersuche und Teamgeist

Klaus Allofs bemängelte die fehlende Entschlossenheit. Hier zeigt Clemens Fritz, wie es der Geschäftsführer gerne über die gesamte Spieldauer gesehen hätte.
Profis
Sonntag, 19.08.2012 // 23:47 Uhr

Die zweite Erstrunden-Niederlage im DFB-Pokal in Folge ist nicht nur eine sportlich herbe Niederlage, sondern könnte auch in den Tagen danach unmittelbare Folgen haben. Geschäftsführer Klaus Allofs dazu: „Ich bin heute sehr enttäuscht. Hier auszuscheiden heißt, nicht dabei zu sein, wenn die nächste Pokalauslosung übertragen wird, das heißt, nicht dabei zu sein, wenn die nächsten Pokalrunden übertragen werden, das heißt, nicht dabei zu sein, wenn die Gelder verteilt werden. Und wenn man wie wir nicht international dabei ist, dann tut das richtig weh. Und ich bin ganz ehrlich, wir haben schon mit der einen oder anderen Runde auch in finanzieller Hinsicht gerechnet."

Allofs weiter: „Normalerweise rechnen wir immer mit dem Worst Case, aber in diesem Jahr hatten wir das gedanklich ausgeschlossen. Zwei Mal in Folge in der ersten Runde die Segel zu streichen, das gefällt mir gar nicht."

Konsequenzen könnten die ausbleibenden Pokalgelder nun direkt für die Verpflichtung eines weiteren Stürmers haben. Geschäftsführer Klaus Allofs hatte am Sonntagmittag noch den Kontakt mit dem nigerianischen Stürmer Joseph Akpala vom FC Brügge bestätigt, relativierte nach dem Pokalaus jedoch: „Er ist ein Kandidat, aber wir sind uns mit Brügge noch nicht einig. Mal sehen, wie es in den nächsten Tagen weitergeht. Nach dem Pokalaus muss ich mich mit meinen Kollegen der Geschäftsführung, Klaus-Dieter Fischer und Klaus Filbry, hinsetzen und die Situation noch einmal intensiv analysieren und sehen, ob wir das realisieren können", so Allofs.

Eine Herausforderung ganz anderer Art bedeutet die Niederlage für den Teamgeist der jungen Mannschaft. „Das ist doch genau der Punkt, auf den ich in den letzten Wochen hingewiesen habe. Wenn du die Spiele gewinnst, ist es leicht, Zusammenhalt und positive Stimmung zu entwickeln. Jetzt wird sich zeigen, was das wert ist. Es wird sich zeigen, ob die Stimmung jetzt schon umschlägt, ob uns diese Niederlage umhaut. Das dürfen wir nicht zulassen", so die Forderung des Kapitäns Clemens Fritz an seine Teamkollegen.

Verteidiger Sebastian Prödl will bei dieser Aufgabe aktiv mitwirken. „Ein möglicher Knacks oder Panikmache, das alles wird jetzt von außen in die Mannschaft getragen werden. Aber wir dürfen uns nicht verrückt machen lassen. Wir müssen alle zusammen da durch und uns auch jetzt vor Augen halten, dass selbst heute positive Dinge dabei waren. Wichtig ist nur, dass wir trotz des Riesenschocks die richtigen Dinge ansprechen und besser machen. Wir müssen alles aufarbeiten, umstellen und besser machen." Prödl deutlich: „Das war heute ein Niederschlag, aber daran dürfen wir nicht zerbrechen." Auch Werder-Routinier Aaron Hunt stimmt zu: „Wir müssen das jetzt zwei Tage lang aufarbeiten, aber dann muss die volle Konzentration auf Dortmund gerichtet sein."

Aus Münster berichten Michael Rudolph und Dominik Kupilas