„Die nächsten 100 Jahre": Merte neuer Werder-Kapitän

Der Kapitän stand 90 Minuten auf dem Platz und ließ Shechter und Co. mit gutem Defensivverhalten nicht zur Entfaltung kommen.
Profis
Samstag, 06.08.2011 // 20:06 Uhr

Lange wurde gerätselt, häufig wurde nachgefragt. Heute gab es deutlich sichtbar die Antwort auf diese Frage, wer nach dem Weggang von Torsten Frings neuer Werder-Kapitän wird: Per Mertesacker führte die Grün-Weißen mit der grellgelben Binde auf das Spielfeld!

„Der Trainer kam zu mir und hat gesagt, dass ich die Kapitänsbinde trage, was soll ich da machen", sagte der Abwehrhüne süffisant. „Ich werde Werder mit Stolz anführen und als Kapitän vorangehen. Man muss dieser Rolle nicht gerecht werden, aber man muss sie ausfüllen", so der Nationalverteidiger, der dieses Amt für die „nächsten 100 Jahre" bekleiden möchte, wie er lachend bekanntgab.

Klaus Allofs weiß um die Wertschätzung des 26-Jährigen. „Per hat mit seinen Aufenthalten in Donaustauf viel aufgeholt, was er durch die Verletzung verloren hatte. Er macht momentan vor allem viel über die Spielfreude. Er ist eine unheimlich wichtige Spielerpersönlichkeit, ein Führungsspieler", erklärte der Geschäftsführer. Bei den Mitspielern fand die Entscheidung von Thomas Schaaf großen Anklang. „Ich habe die ganze Zeit gesagt, dass Merte der richtige für dieses Amt ist. Er war in der Vergangenheit schon Vizekapitän. Alle anderen werden ihn dabei voll unterstützen", so Clemens Fritz, der ebenfalls zum Favoritenkreis gehörte.

Neuzugang Mehmet Ekici freute sich ebenfalls über den neuen Kapitän: „Der Trainer hat bestimmt, dass er dieses Amt übernimmt. Wir können dieser Entscheidung nur zustimmen und es ist vollkommen richtig, dass er unser Kapitän ist. Er ist ein absoluter Führungsspieler, eine Stütze für uns und gibt uns in der Defensive durch seine Routine sehr viel Sicherheit."

Einen großen Dienst erwies der neue Capitano seinen Teamkollegen bereits: Aufgrund einer Verletzung verpasste der Nationalverteidiger fast die gesamte Vorbereitung, feierte erst am vergangenen Dienstag im Testspiel gegen den FC Everton sein Comeback. Entsprechend ausgepowert war der Abwehrhüne nach Spielende. Der Erschöpfung verlieh er Ausdruck, als er nach dem Abpfiff auf dem Platz zusammensackte. „Das war nicht bezeichnend für das Spiel, aber für meine körperliche Verfassung. Die war am Ende wirklich grenzwertig, aber der Erfolg gibt uns recht. Es ging heute nur darum, alles in die Waagschale zu werfen und zu kämpfen. Ich wollte der Mannschaft dabei unbedingt helfen."

von Dominik Kupilas, Michael Rudolph und Timo Volkmann