Prödl bleibt mit Brüchen in Kaiserslautern

Verletzte sich nach dem Foul von Kouemaha schwer: Sebastian Prödl.
Profis
Samstag, 21.01.2012 // 23:15 Uhr

Diese 22. Minute hat einem bis dahin hektischen Spiel die Krone aufgesetzt. Der Lauterer Kouemaha hatte bei einem riskanten Abwehrversuch Sebastian Prödl wenige Meter vor dem FCK-Tor Vollspann im Gesicht ...

Diese 22. Minute hat einem bis dahin hektischen Spiel die Krone aufgesetzt. Der Lauterer Kouemaha hatte bei einem riskanten Abwehrversuch Sebastian Prödl wenige Meter vor dem FCK-Tor Vollspann im Gesicht getroffen. Auf den fälligen Elfmeterpfiff warteten die Bremer vergeblich, die Einsatzkräfte mit der Trage mussten dagegen ganz schnell zur Stelle sein. Es folgte eine minutenlange Verletzungsunterbrechung, für Pröfl war die Partie vorbei und - wie sich später herausstellte - auch der Rückflug gestrichen.

„Es ist schlimm, dass wir den Elfmeter nicht bekommen haben, aber viel schlimmer ist natürlich, dass Sebastian schwerer verletzt ist. Es ist mindestens das Nasenbein gebrochen, aber es sieht so aus, dass auch noch mehr kaputt ist. Wir hoffen gleich noch nähere Informationen aus dem Westpfalz-Klinikum zu bekommen", gab Cheftrainer Thomas Schaff unmittelbar nach Spielende erste Auskünfte zur Verletzung Prödls.

Weitere Untersuchungen im Laufe des Abends ergaben schließlich, dass sich Werders österreichischer Verteidiger neben dem Nasenbein auch einen Oberkieferbruch sowie eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte und über Nacht im Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern bleiben muss.

Nach dem Spiel dachte auch Kapitän Clemens Fritz zuerst an Prödls Gesundheit. „Das sah nicht gut aus. Wir hoffen alle, dass Sebastian jetzt nicht so schwer verletzt ist, wie es auf dem Platz wirkte. Ich mache dem Gegenspieler keinen Vorwurf, weil Basti etwas von der Seite kam und deshalb keine Absicht unterstelle."

Die Empörung war aufgrund der heftigen Bilder im Stadion bei den Grün-Weißen umso größer, weil Schiedsrichter Robert Hartmann die Aktion überhaupt nicht ahndete. Kapitän Fritz: „Ich habe mit ihm über die Szene gesprochen und er sagte, dass er aus seiner Perspektive nichts gesehen habe. Da hat ihm vielleicht auch die Unterstützung von der Linie gefehlt. Der Assistent muss das gesehen haben."

Geschäftsführer Klaus Allofs pflichtet Fritz bei: „Es ist traurig, dass Basti so schwer verletzt ist, aber es ist auch traurig, dass das gar nicht gepfiffen wurde. Da passieren schon eigenartige Dinge. Wir haben danach aber ganz vernünftig mit dem Schiedsrichter über die Szene gesprochen." Der Vorfall hatte für Allofs jedoch auch eine sportliche Dimension: „Dabei geht es nicht nur um den nicht-gegebenen Elfmeter, der sicher etwas Ruhe in unser Spiel gebracht hätte, sondern auch darum, dass Sebastian uns für den Rest des Spiels ausfiel. Gerade bei Standards ist er eine zusätzliche Waffe für uns."

Für Prödl musste Mikael Silvestre ins kalte Wasser springen. Der Franzose, der mit einer Knieverletzung die gesamte Hinrunde ausfiel, feierte damit sein Comeback unter denkbar schwierigen Bedingungen. „Da hat er seine ganze Routine ausgespielt und war extrem wichtig für uns. Er kam rein und hat sich nahtlos eingefügt. Respekt", so Clemens Fritz.

Aus Kaiserslautern berichten Michael Rudolph und Timo Volkmann