Von Toren und Teamgeist

Schrie seine Freude förmlich raus: Sandro Wagner nach seinem ersten Saisontor für Werder am 25. Spieltag.
Profis
Sonntag, 06.03.2011 // 19:10 Uhr

Über den frühsten Treffer für Werder in dieser Saison freute sich auch Marko Arnautovic, der zum Jubeln von der Ersatzbank zur Eckfahne gesprintet war, um dem Torschützen zu gratulieren. „Sandro hat lange auf sein Tor gewartet. Wir haben uns gestern im Hotel ein Zimmer geteilt und ich habe mich einfach sehr für ihn gefreut", erklärte der österreichische Nationalspieler. Lob bekam Wagner auch von Cheftrainer Thomas Schaaf. „Das Tor war sehr gut für ihn. Leider musste ich ihn auswechseln, weil er gefährdet war, die zweite gelbe Karte zu kassieren", so der Werder-Coach auf der anschließenden Pressekonferenz, "aber er hat sehr gut gearbeitet".

Auf diesen Moment hatte Sandro Wagner lange und geduldig warten müssen. In der zwölften Spielminute im Spiel gegen den SC Freiburg hatte sich die harte Trainingsarbeit und der unermüdliche Fleiß in den letzten Spielen dann endlich ausgezahlt: Der gebürtige Münchener stand nach einem Eckball goldrichtig, drückte den Ball zur wichtigen 1:0-Führung für Werder im badenova-Stadion über die Linie und markierte damit sein erstes Bundesliga-Tor. Beim anschließenden Jubel schrie der 23-Jährige seine ganze Freude über diesen Treffer in den Breisgauer Himmel. „Uns sind heute mehrere Steine vom Herzen gefallen. Mein Tor ist sehr wichtig für mich, aber es ist noch viel wichtiger für die Mannschaft", freute Wagner sich nach Spielschluss.

Einen Wendepunkt wollte Sandro Wagner in seinem Treffer und dem zweiten Auswärtssieg der Saison aber nicht festmachen. „Der hat bereits vor einigen Wochen stattgefunden. Wir sind jetzt eine eingeschworene Gemeinschaft. Dazu gehören alle, Trainer, Betreuer und wir Spieler." Dieses neue „Wir-Gefühl" demonstrierten heute auch Marko Marin und Marko Arnautovic sehr eindrucksvoll. Die beiden wurden in der 59. Minute eingewechselt und hatten mit ihren Aktionen entscheidenden Anteil an dem Erfolg. "Das war ein entscheidender Moment, dort noch einmal nachlegen zu können", freute sich Thomas Schaaf und lobte: „Es war gut, wie sich beide nach der Einwechslung präsentiert haben. Sie sind sehr präsent und ein belebendes Element, wenn sie ins Spiel kommen. Mit ihrer Leistung haben die beiden heute dazu beigetragen, dass wir gewonnen haben", so der Bremer Coach, der aber hofft, „dass sie auch ein bisschen unzufrieden sind auf der Ersatzbank. Das ist nämlich immer auch ein Antrieb, es besser zu machen."

Und auch Klaus Allofs freute sich darüber, dass Werder mit diesen beiden Akteuren noch einmal neuen Schwung in die Partie bringen konnte: "Die Einwechslung der beiden trägt generell noch einmal dazu bei, dass wir uns verbessern können", so der Geschäftsführer. Lob für ihr Spiel erhielten die beiden Marko`s auch von Teamkollege Tim Wiese: „Die beiden haben das gut gemacht und waren gleich voll da." Voll da sein muss jeder einzelne auch in den kommenden Wochen, erfolgreich spielen können sie aber nur als Einheit.

von Dominik Kupilas, Tino Polster und Marco Niesner