Werder startet mit Last-Minute-Erfolg in die Rückrunde

Marko Arnautovic und Claudio Pizarro freuten sich über den verdienten Auftaktsieg gegen Hoffenheim.
Samstag, 15.01.2011 // 17:24 Uhr

Werder Bremen hat die erste Bundesliga-Partie nach der Winterpause mit 2:1 (1:0) gegen 1899 Hoffenheim gewonnen. In einer ausgeglichenen ersten Hälfte mit leichten Vorteilen für die Bremer präsentierten ...

Werder Bremen hat die erste Bundesliga-Partie nach der Winterpause mit 2:1 (1:0) gegen 1899 Hoffenheim gewonnen. In einer ausgeglichenen ersten Hälfte mit leichten Vorteilen für die Bremer präsentierten sich beide Mannschaften von Beginn an bissig, ohne sich viele hochkarätige Torszenen herauszuspielen. Das 1:0 erzielte Claudio Pizarro nach starker Vorarbeit von Marko Arnautovic zehn Minuten vor der Pause. Nach der Halbzeit blieben die Gastgeber die tonangebende Mannschaft, verpassten es aber den Sack vorzeitig zuzumachen. Drei Minuten vor dem Abpfiff erzielte Vukcevic den etwas glücklichen Ausgleich für die Hoffenheimer, doch in der zweiten Minute der Nachspielzeit drehte Werder-Kapitän Torsten Frings die Partie erneut und markierte per Last-Minute-Freistoßhammer den 2:1-Siegtreffer.

Beide Teams starten sehr engagiert - Prödl im Pech

Nur die Latte verhinderte die frühe Führung durch Prödl.

Cheftrainer Thomas Schaaf vertraute im Mittelfeld auf Felix Kroos, der auf der linken Seite neben Aaron Hunt und vor Torsten Frings und Philipp Bargfrede begann. Im Angriff erhielten Arnautovic und Pizarro den Vorzug gegenüber Neuzugang Denni Avdic, der genau wie Marko Marin zunächst auf der Bank Platz nehmen musste. In der Innenverteidigung begannen wie gewohnt Per Mertesacker und Sebastian Prödl, auf den defensiven Außenbahnen Mikael Silvestre und Clemens Fritz.

Beide Teams starteten ballsicher und mit vollem Einsatz in die Partie. Aus einer sicheren Defensive heraus ließ Werder bis auf einen harmlosen Distanzschuss von Compper (4.) und einen Kopfball von Vorsah (8.) nichts zu, kam aber zunächst auch selbst nicht zu zwingenden Offensivaktionen.

Mit der ersten Standardsituation in der Hälfte der Hoffenheimer wurde es dann jedoch gleich brandgefährlich. Nach einer scharf hereingetretenen Freistoßflanke von Hunt köpfte der aufgerückte Prödl den Ball an die Unterkante der Latte (10.), doch das Leder sprang nicht über die Torlinie.

Pizarro dreht auf und macht das 1:0

Der heute sehr souveräne Mikael Silvestre im Zweikampf mit dem späteren Torschützen Vukcevic.

In der Folge beruhigte sich das rassige Spiel keineswegs, doch klare Torszenen blieben die Ausnahme. Die viel versprechenden Flanken von Fritz (22.) und Arnautovic (26.) klärte Hoffenheims Vorsah jeweils in höchster Not vor dem einschussbereiten Pizarro. Im direkten Gegenzug kam Ibisevic nach einer Ecke vollkommen frei an den Ball, legte sich das Leder zurecht, scheiterte mit seinem Flachschuss jedoch aus zehn Metern an Bargfrede, der auf der Linie für den bereits geschlagenen Tim Wiese klärte (27.).

Vor der Pause kam dann nur noch Werder: Nachdem Pizarros Schussversuch in der 32. Minute noch abgeblockt wurde, machte es der Peruaner vier Minuten später nach starker Vorarbeit von Arnautovic besser. Werders Torjäger ließ Gegenspieler Ibertsberger mit einer schnellen Drehung einfach stehen, behielt frei vor TSG-Keeper Starke die Nerven und schob das Leder cool zum 1:0 in die lange Ecke (36.). Kurz darauf verpasste Pizarro eine starke Silvestre-Hereingabe und damit sein zweites Tor haarscharf (43.), ehe Werders Nummer 24 nach Arnautovic-Pass aus spitzem Winkel am Pfosten scheiterte (45.).

Die erste Aktion nach Wiederanpfiff gehörte dann zwar den Gästen, doch Weis' Kopfballversuch blieb eine der ganz wenigen Möglichkeit für Hoffenheim in der zweiten Halbzeit (49.). Auch die Grün-Weißen wurden erst nach einer Viertelstunde wieder gefährlich, aber Pizarro gelang es allein vor Starke nicht einen langen Kroos-Ball zu kontrollieren und zum Abschluss zu kommen (61.). Vier Minuten später ging es plötzlich ganz schnell bei Werder. Hunt leitete einen Mertesacker-Pass direkt weiter in die Spitze zu Arnautovic, der aus halbrechter Position in den Strafraum eindrang und direkt abzog. Starke klärte jedoch klasse zur Ecke (65.).

Erst der Schock, dann die Erlösung durch Frings

Pasanen und Torschütze Frings feiern den Last-Minute-Treffer.

Große Aufregung gab es eine Viertelstunde vor dem Ende, als Beck den Ball im TSG-Strafraum zunächst mit der Hand berührte, ehe Fritz unmittelbar darauf aus 30 Metern abzog. Starke verhinderte mit einer spektakulären Parade das 2:0 (74.). Drei Minuten vor dem Ende schien die Partie bereits entschieden, als Vukcevic nach einem langen Pass von Compper wie aus dem Nichts allein vor Wiese auftauchte und den Ball zum überraschenden 1:1 in die Maschen beförderte (87.).

Doch Werder-Coach Thomas Schaaf wollte sich mit einem Punkt nicht zufrieden geben und brachte mit Marin und Avdic zwei frische Offensivkräfte. Und der Trainer wurde für seine Maßnahmen belohnt, denn Marin holte in der letzten Minute der Nachspielzeit einen Freistoß heraus, der die verrückte Schlussphase im Weser-Stadion perfekt machte. Der Gefoulte legte das Leder für Kapitän Frings auf, der aus 27 Metern direkt abzog, anstatt in den Strafraum zu flanken und das Leder unhaltbar für Starke zum 2:1-Endstand in die kurze Ecke knallte (90.+2).

Christoph Muxfeldt