Werder kassiert erste Auswärtsniederlage

Herford war Werder heute einen Schritt voraus.
Frauen
Sonntag, 04.11.2012 // 17:24 Uhr

70 Minuten sah alles nach einem erneuten Auswärtssieg der Bremerinnen aus. Bis zu diesem Zeitpunkt führte man nicht unverdient mit 2:1 gegen den Herforder SV, doch in den letzten 20 Minuten ließen sich die Grün-Weißen das Spiel ...

70 Minuten sah alles nach einem erneuten Auswärtssieg von Werders Fußballerinnen  aus. Bis zu diesem Zeitpunkt führten die Grün-Weißen nicht unverdient mit 2:1 gegen den Herforder SV, doch in den letzten 20 Minuten ließen sich die Bremerinnen das Spiel aus der Hand nehmen und verloren mit 2:4. Durch dieses Resultat riss die beeindruckende Serie von fünf gewonnen Spielen in der Fremde.

Zunächst galt es für die Bremerinnen hinten sicher zustehen und den Ausfall von Lisa-Marie Scholz zu kompensieren. Für die verletzte Spielführerin rückte Nadine Moelter von der rechten Verteidiger-Position in die Innenverteidigung. Ihre Position übernahm Daniela Schacher, die normalerweise im Mittelfeld zum Einsatz kommt. Zudem ersetzte Maike Timmermann Anna Mirbach in der Sturmspitze.

Von der Umstellung in der Abwehr war zunächst nichts zu bemerken und Bremen stand hinten sicher. Auch offensiv ging es gleich gut los für den Klub von der Weser. In der siebten Minute nutzten die Grün-Weißen einen Abwehrfehler der Gastgeberinnen konsequent aus: Maike Timmermann gewann den Ball am Rande des gegnerischen Sechzehners und legte von der Außenbahn auf Jessica Golebiewski, die den Fuß einfach nur noch hinhalten musste und die 1:0-Führung besorgte (8.). In der Folgezeit neutralisierten sich beide Teams. 20 Minuten dauerte es, ehe einer der Mannschaften wieder Torgefahr ausstrahlte: Jessica Golebiewski schickte Maike Timmermann, die aber an Torfrau Sonja Speckmann scheiterte (27.). Kurz darauf gab es dann auch mal ein Lebenszeichen der Gastgeberinnen. Guistina Ronzetti fasste sich ein Herz und probierte es aus der Distanz - der Schuss verfehlte allerdings sein Ziel (31.). Auch die nächste Aktion ging auf das Konto von Herford: Nach einer Ecke köpfte Lena Wermelt die Kugel an den Pfosten (32.).Werder im Glück und im Gegenzug mit Cindy König, die aber aus 17 Metern verzog (32.). Ein paar Minuten später dann eine fragwürde Schiedsrichterentscheidung: Maike Timmermann wird beim Torversuch gehalten und gezogen, doch der Pfiff blieb aus - trotzdem versuchte sie die Kugel auf das Tor zu schießen, konnte aber nicht genügend Druck hinter den Ball bekommen (37.). Bis zur Pause passierte dann nicht mehr viel und die Bremerinnen gingen durch eine engagierte Leistung verdient mit 1:0 in die Halbzeitpause.

Nach der Pause dann das böse Erwachen. Ein paar Minuten waren gespielt und schon glichen die Herforderinnen aus. Nach einer scharf hereingetretenen Ecke bezwang Katharina Hamann ihre eigene Torfrau Jennifer Martens (47.). Dieser Gegentreffer schien die Hanseatinnen wach gerüttelt zu haben. Von nun an wirkte Werder wieder präsenter und kam zur erneuten Führung: Cindy König versuchte ihr Glück aus der Distanz, traf aber lediglich die Latte, doch Maike Timmermann stand da, wo eine Stürmerin stehen muss und staubte zum 2:1 ab (55.).

Die Begegnung gestaltete sich nun abwechslungsreicher, weil auch Herford mehr in die Partie investierte. Schon wurde es gefährlich vor dem Bremer-Tor: Jennifer Martens musste eingreifen, nachdem Lena Schulte aus 16 Metern einen Kracher los ließ, doch Werders Torfrau entschärfte das Spielgerät noch gerade so mit den Fingerspitzen (63.). Gleich in der nächsten Spielsituation kamen die Grün-Weißen auf der Gegenseite zu einer Torchance, doch Jessica Golebiewski scheiterte nach guter Vorarbeit von Maike Timmermann an Sonja Speckmann (63.). Knapp zehn Minuten später kam Herford dann zum Ausgleich. Wieder musste Jennifer Martens die Kugel nach einer Standardsituation aus dem eigenen Netz holen. Kylla Liisa Sjöman war es, die das 2:2 nach einer Ecke bescherte, als ihr der Ball glücklicherweise vor die Füße sprang (70.). Nur wenige Augenblicke darauf hatte Werder dann die Chance wieder in Führung zu gehen, aber Cindy Königs zögerliche Abschluss ging aus 18 Metern knapp daneben.

Die Herforderinnen machten es dann besser aus der Distanz und gingen zum ersten Mal in der Begegnung in Front. Aus 22 Metern zog Guistina Ronzetti ab und der Ball schlug unten rechts ein (80.). Zu diesem Zeitpunkt war der Treffer gar nicht so unverdient. Die Spielerinnen von Birte Brüggemann ließen sich das Spiel mehr und mehr aus der Hand nehmen, was Herford zu Wissen nutzte. Kurz vor Schluss machte Werder dann auf und probierte mit der Brechstange den Ausgleich zu erzielen. Daraus resultierte dann die Vorentscheidung: Die Werder-Mannschaft konnte Kirsten Nesse nicht aufhalten, die schließlich Torhüterin Jennifer Martens keine Chance ließ und zum 4:2 traf (87.). Kurz darauf war dann auch Schluss in Herford. Somit mussten die Bremerinnen die dritte Saisonniederlage hinnehmen.

„Wir haben heute nicht unsere Offensivaktionen konsequent zu Ende gespielt oder kläglich vergeben. Wir hätten den Sack nach dem 2:1 zu machen müssen. So haben wir Herford im Spiel gehalten und unnötig verloren", sagte Werder-Coach Birte Brüggemann nach der Partie gegen den Herforder SV.

Nächste Woche geht es dann für den Klub von der Weser in den Osten Deutschlands nach Jena. Am Sonntag, 11.11.2012, stellen sich die Hanseatinnen der zweiten Mannschaft von FF USV Jena. Anpfiff ist um 14 Uhr.

Von Manuel Cassens 

Herforder SV: Speckmann - Wermelt (53. Nesse), Schaaf (74. Lösch), Hackmann -Lena Schulte, Sjöman, Lenz (53. Voss), Knipp, Göllner - Laue, Ronzetti

Werder Bremen: Martens - Hamann, Moelter, Danner, Schacher - Schröder, Bopp (87. Uyar), Golebiewski, Wilde, König- Timmermann (67. Mirbach)

Tore: 0:1 Golebiewski (8.), 1:1 Hamann (Eigentor/47.), 1:2 Timmermann (.), 2:2 Sjöman (70.), 3:2 Ronzetti (80.), 4:2 Nesse (87.)

Gelbe Karten: -

Schiedsrichterin: Sina Diekmann (Göttingen)

Zuschauer: 309