Ein neues Zuhause gefunden

Adama Jammeh hat bei Werder ein zweites Zuhause gefunden (Foto: WERDER.DE).
WERDER BEWEGT
Mittwoch, 10.07.2019 // 17:48 Uhr

Von Katharina Grote

Adama Jammeh ist glücklich, wenn er bei seinen Schützlingen ist. Lächelnd geht er über den Platz und schaut, was die Kinder als nächstes spielen können. Beiim SPIELRAUM-Programm des SV Werder hat er ein zweites Zuhause gefunden. Auch wenn seine Familie noch in Gambia ist, spürt er beim Training mit den Kindern ein familiäres Gefühl.

Es ist gerade einmal vier Jahre her, dass Jammeh nach Bremen gekommen ist. Er wollte seinen Eltern ein besseres Leben ermöglichen. Ohne Arbeit und ohne Geld, war das in seiner Heimat nicht mehr möglich. An der Weser angekommen, besuchte Jammeh zunächst einen Abendkurs und dann die Schule in Kattenturm, um besser Deutsch zu lernen. Um anzukommen gehört für ihn eine Menge mehr dazu, als nur die Sprache zu verstehen: „Es geht mir gut hier. Es ist nur schwierig ohne Familie und mit der unterschiedlichen Kultur, die man kennenlernen muss. Man muss schauen, wie die Gesellschaft funktioniert.“ Doch für Adama ist das kein Hindernis gewesen. Neben der erweiterten Berufsbildungsreife, die er 2017 erreicht hat, fing er ein Jahr später eine Ausbildung als Konstruktionsmechaniker an. Und auch danach möchte er, wenn er die Chance dafür bekommt, Meister werden oder studieren.

Adama Jammeh beim Training mit seiner SPIELRAUM-Gruppe (Foto: WERDER.DE).

Die Arbeit allein machte Jammeh allerdings nicht glücklich. Also beschloss er sein Hobby aus Gambia in Deutschland fortzuführen. Das Fußballspielen. Durch sein Können am Ball schaffte er es in die 1. Herrenmannschaft des Blumenthaler SV. Doch eine Verletzung am Fußgelenk ließ ihn nicht mehr weitermachen. Da er nach seiner Ankunft in Deutschland beim ATS Buntentor, einem amtlichen Flüchtlingsprojekt, bereits die ersten Kontakte zu Werder Bremen herstellte, wurde ihm angeboten, sich beim SPIELRAUM-Projekt selber zu engagieren. Nach einem Praktikum im Verein bei einem Kindergarten in der Neustadt und einer Ausbildung zum Übungsleiter, trainiert er nun mit Dani vom SPIELRAUM-Programm eine eigene Gruppe.

Seine Freude ist riesengroß, wenn er die jungen Spielerinnen und Spieler trifft. „Sie vertrauen mir. Wenn sie etwas wissen wollen, kommen sie zu mir und fragen: Ado, wie sollen wir das machen? Das macht mich glücklich", erzählt Jammeh voller Stolz. Und auch wenn viele der Kinder ebenfalls neu in Deutschland sind oder aus anderen Kulturen kommen, fragt er sie nicht nach ihrer Herkunft. „Ich denke oft, vielleicht haben sie eine schlechte Geschichte und wollen nicht darüber reden. Außer sie kommen von alleine auf mich zu, dann mache ich das gerne“, berichtet der 21-Jährige. Wenn er bei den Kindern ist, geht es ihm um den Fußball und das Spaß haben. Und das beweist er immer wieder auf dem Platz. Er trainiert die Kinder für Werder jeden Dienstag und nimmt mit ihnen oder größeren Gruppen an Turnieren teil.

Werder ist für ihn ein zweites Zuhause geworden. Den Spaß, den er sonst immer in seiner Heimat hatte, bekommt er bei den Jungs und Mädchen wieder. Einige der Jüngeren erinnern ihn sogar an sich selbst. "Fußball macht so etwas. Das verbindet und macht die Menschen glücklich", sagt Adama Jammeh. Wenn es geht, möchte er noch weitere Jahre bei Werder bleiben und seine Erfahrungen weitergeben. 

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