Durchatmen! Werder zwingt Augsburg in die Knie

Osako erlöst den SVW beim 3:2

Der Anfang eines verrückten Spiels: Yuya Osako, Niclas Füllkrug und Josh Sargent bejubeln Werders erste Führung (Foto: nordphoto).
Spielbericht
Sonntag, 01.09.2019 / 17:26 Uhr

Von Maximilian Hendel

Am Ende purzelten zahlreiche Steine der Erleichterung im wohninvest WESERSTADION, als Werder Bremen den FC Augsburg mit 3:2 (2:1) in die Knie gezwungen und am 3. Spieltag endlich den ersten Saisonsieg eingefahren hatte. Bis dahin war es ein Auf und Ab, indem die seit der 34. Minute dezimierten Gäste (Lichtsteiner, Gelb-Rot) durch Doppelpacker Ruben Vargas (12./46.) zwei Rückstände egalisierten. Auf Bremer Seite wurde Yuya Osako zum Mann des Tages. Der Japaner hatte früh getroffen (6.) und erzielte Mitte des zweiten Durchgangs auch den Siegtreffer (67.). Zwischendrin war Joshua Sargent ein traumhaftes Tor gelungen (21.).

Aufstellung und Formation: Es hatte sich angedeutet, dass der erst unter der Woche von Borussia Mönchengladbach ausgeliehene Michael Lang direkt in Florian Kohfeldts Startformation rücken würde. Durch Ömer Topraks Wadenverletzung startete Theodor Gebre Selassie in der Innenverteidigung an Niklas Moisanders Seite. Lang nahm den frei gewordenen rechten Platz der Viererkette ein. Zudem durfte Josh Sargent erstmals in dieser Saison von Beginn an ran – im Angriff als Partner von Niclas Füllkrug hinter der flexiblen Mittelfeldraute. Johannes Eggestein fehlte gelb-rot-gesperrt. Zudem setzten Kevin Möhwald kurzfristig Knieprobleme außer Gefecht.

Die Werder-Startelf: Pavlenka - Lang, Gebre Selassie, Moisander (K), Friedl - Sahin, M. Eggestein, Klaassen, Osako - Sargent, Füllkrug

Es hielten sich bereit: Kapino - Groß, Straudi, Gruev, Harnik, Pizarro

Vargas schockt Werder nur kurz

Traumtor: Josh Sargent vollendet nach herrlicher Ballverarbeitung zum 2:1 (Foto: Nordphoto).

Die Höhepunkte:

6. Min.: TOOOOOOOOR, 1:0 für den SVW, Yuya Osako. Hoppala, perfekter Start für die Grün-Weißen. Friedl gewinnt den Ball am eigenen Strafraum, Werder schaltet über drei Stationen piekfein um – Füllkrugs Chip-Ball hebelt dann die letzte Reihe des hoch stehenden FCA aus, wodurch Osako allein durch und anschließend souverän flach rechts einschiebt.

10. Min.: Pavlenka muss, Pavlenka ist da! Niederlechner bringt Sahin äußert robust um den Ballbesitz, daraufhin bekommt Vargas von Gregoritsch den Ball durchgesteckt, den er sich dann aus spitzem Winkel zurechtlegt und Werders Keeper am kurzen Eck zu einer guten Fußparade zwingt.

12. Min.: TOR, 1:1 für den FCA, Ruben Vargas. Die Gäste egalisieren. Niemand ist bei Lichtsteiner auf der rechten Seite, der schaufelt den Ball butterweich ins Zentrum, wo Vargas  am höchsten steigt und Werder das bereits vierte Kopfballgegentor der Saison beschert.

21. Min.: TOOOOOOOOOOR, 2:1 für den SVW, Joshua Sargent. Was für ein großartiges Tor. Lang hält den Ball an der Außenlinie im Spiel – es folgt Sahins Traumpass aus der eigenen Hälfte punktgenau bis an den FCA-Sechzehner, wo Sargent die Kugel in der Luft (!) mit drei Kontakten kontrolliert, dabei den verdutzten Koubek noch vernascht und ins verwaiste Tor trifft.

30. Min.: Uduokhais Knie bewahrt dessen Keeper Koubek vor einer ganz kniffligen Aufgabe – Füllkrugs scharfe Eingabe von links hatte Eggesteins Direktabnahme aus zwölf Meter eingeleitet.

34. Min.: Platzverweis, Gelb-Rote-Karte für Stephan Lichtsteiner. Augsburg in Unterzahl. Füllkrug wird über halblinks geschickt, der bereits verwarnte Lichtsteiner touchiert die Hacken des Bremers. Schiri Storks entscheidet gnadenlos.

37. Min.: Werder bleibt dran. Ecke von rechts. Füllkrug steht schon in der Luft und köpft aus sieben Meter knapp links vorbei.

40. Min.: Sahin mit dem nächsten klugen Eröffnungsball bis an den Augsburger Strafraum heran, Klaassen verarbeitet die Kugel in einer Bewegung mit dem Außenrist, legt umgehend zurück auf Osaka, dem in freier Position die Konzentration fehlt.

45. + 3 Min.: Pause in Bremen. Werder überzeugt und führt verdient.

Zittern bis zum Schluss

Der 3:2-Heimsieg war ein hartes Stück Arbeit für Nuri Sahin, Davy Klaasse und Co. (Foto: Nordphoto).

46. Min.: TOR, 2:2 für den FCA, Ruben Vargas. Das darf doch nicht wahr sein. Der Wiederanpfiff ist kaum verklungen, da laufen die Grün-Weißen in einen Konter, den Niederlechner über die rechte Seite vorantreibt, ehe er flach nach innen legt, von wo aus Vargas bloß noch den Ball ins Netz drücken braucht.

57. Min.: Osaka zieht von links nach innen, visiert den rechten oberen Giebel an, verfehlt diesen aber nur um Zentimeter. Hoffentlich ein Aufputscher für den SVW.

60. Min.: Uuuuui. Wieder ganz knapp. Klaassens geplante Eingabe von halblinks entpuppt sich als verdeckter Schlenzer, den Koubek ganz spät sieht, nicht reagiert, aber links vorbeiguckt.

67. Min: TOOOOOOOOOOOR, 3:2 für den SVW, Yuya Osako. Werder legt ein drittes Mal vor. Sahin eröffnet einmal mehr, Friedl hat auf links Zeit und Raum, den er zu einer punktgenauen Flanke auf den sträflich allein gelassenen Osako nutzt, der den Ball aus acht Meter volley ins Netzt drischt.

72. Min.: Der Ball läuft. Osako steckt auf Friedl durch, der bringt den Ball direkt nach innen, dort fälscht ein Augsburger gefährlich ab, aber Koubek ist auf seinem Posten – auf der Gegenseite probiert sich Richter aus spitzem Winkel, kann Pavlenka jedoch nicht überraschen.

75. Min.: Der FCA hat das Risiko zwangsläufig erhöht – und wiederum verlieren die Bremer ein Luftduell in allerhöchster Gefahrenzone. Der soeben eingewechselte Finnbogason köpft jedoch unweit über den Querbalken.

82. Min.: PFOSTEN! Augsburg ist noch lange nicht geschlagen. Was für ein Glück, dass Niederlechners flacher Linksschuss an den Pfosten klatscht.

85. Min.: Wieder durchatmen. Max‘ abgefälschter Freistoß aus der zweiten Reihe senkt sich tückisch, Pavlenka lässt nach vorne abklatschen – im Nachsetzen klären die Grün-Weißen.

90. + 3 Min.: Das Zittern ist vorbei – Schluss in Bremen. Werder holt die ersten drei Punkte der noch jungen Saison.

Fazit: Die Grün-Weißen hatten etwas gutzumachen – und so ging die Kohfeldt-Elf auch in die Partie. Mit hohem Tempo und großer, gedankenschneller Kombinationslust beeindruckten sie ihre Kontrahenten. Die aufkeimende Euphorie nach Osakos folgerichtiger Führung wurde vom plötzlichen Ausgleich zunächst jäh gestoppt. Werder ließ sich davon nicht beirren, erarbeitete sich weiter Chancen und traf traumhaft – durch Josh Sargent. Aber anstatt an die hoffnungsstiftende Leistung anzuknüpfen, bestraften dezimierte Augsburger – einmal mehr durch Vargas – die entblößten Bremer nicht einmal eine Minute nach Wiederanpfiff im Konter. Erneut musste Werder einen unverhofften Schock verdauen, erneut Anlauf nehmen und erneut schlugen sie zurück: Der überragende Yuya Osako kürte sich endgültig zum Matchwinner, auch wenn bis zum Abpfiff noch wiederholt Zittermomente zu überstehen waren.
 

 
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