Episode II - Revanche nehmen!

Vorbericht zum DFB-Pokal-Halbfinale

Florian Kohfeldt möchte mit dem SVW erstmals seit 2010 ins DFB-Pokal-Finale einziehen (Foto: nordphoto).
Profis
Dienstag, 23.04.2019 // 16:53 Uhr

Von Lukas Kober

Weser-Stadion. Flutlicht-Spiel. DFB-Pokal-Halbfinale. Werder Bremen gegen Bayern München. Werder-Herz, was willst du mehr? Mit einem Sieg über den Rekordpokalsieger ab 20.45 Uhr (ab 20.30 Uhr im betway Live Ticker auf WERDER.DE) kann der SVW seine Ziele weiterverfolgen und dieser positiven Saison ein Finale schenken. "Wir alle haben doch dieses Gefühl, dass es klappen könnte", beschreibt Florian Kohfeldt die Stimmung der vergangenen Tage. Nach der knappen 0:1-Niederlage in München wollen die Grün-Weißen am Mittwochabend Revanche nehmen. Der Cheftrainer Florian Kohfeldt hat die Richtung schon einmal vorgegeben: „Wir wollen nach Berlin!“

Das letzte Pokalduell: Es war die Szene des Abends: Arturo Vidal legt sich im Strafraum der Grün-Weißen den Ball am grätschenden Janek Sternberg vorbei und kommt zu Fall. Schiedsrichter Tobias Stieler entscheidet ohne zu zögern auf Elfmeter. Eine Fehlentscheidung, denn der Werderaner hatte den Münchner Mittelfeldspieler nicht getroffen. Bitter für Werder. Thomas Müller blieb eiskalt und verwandelte zum 2:0 (71.). Der Weltmeister hatte bereits zuvor nach einer Ecke per Kopfball getroffen (30.). Sein zweiter Treffer war ein Nackenschlag, von dem sich der SVW nicht mehr erholte und aus dem DFB-Pokal ausschied. (zum Spielbericht)

Max Kruse muss sich von einer Oberschenkel-Verletzung erholen (Foto: nordphoto).

Das Personal: „Max wird alles probieren“, erklärt Florian Kohfeldt die Situation von Max Kruse. Der Werder-Kapitän hatte sich bei einem Zweikampf gegen Münchens Joshua Kimmich eine Verletzung am Oberschenkel zugezogen. „Den Schmerz hält er aus. Es geht nur darum, dass er vernünftig laufen, schießen und sprinten kann“, ergänzt der Cheftrainer. Neben dem verletzten Fin Bartels wird auch Nuri Sahin nicht eingreifen können. Der Werderaner ist nach seiner Gelb-Roten Karte aus dem Viertelfinale bei Schalke 04 gesperrt. Jemand, der solche Spiele kennt und Sahin ersetzen könnte, ist Philipp Bargfrede. Er wird wie Johannes Eggestein wieder eine Option für den Kader sein (siehe Extrameldung).

Der Cheftrainer zum Spiel: Mit der Mannschaftsleistung in München war Florian Kohfeldt nicht immer zufrieden. Zwar lobte er die defensive Arbeit seines Teams, doch gerade die Angriffsversuche der Grün-Weißen genügten ihm nicht. „Es geht darum, in beide Richtungen aktiv zu sein. Du musst das Gefühl haben, dass sie auch mal dem Ball hinterher laufen müssen. Das ist brutal schwer, aber wir werden es probieren“, betont der Cheftrainer. Kohfeldt sieht es als Vorteil, dass die beiden Mannschaften innerhalb nur weniger Tage zwei Mal aufeinander treffen: „Gewisse Dinge erlebst du nur gegen Bayern. Ich baue schon darauf, dass manche Spieler diese Gewöhnung nicht mehr brauchen“. Der Trainer ergänzt selbstbewusst: „Beide Mannschaften haben etwas zu verlieren. Vor allem die Bayern.“

Der Gegner: 22 Mal schaffte es der FC Bayern München ins DFB-Pokal-Finale und 18 Mal konnte der Rekordpokalsieger den „Goldenen Pott“ in die Höhe stemmen. Das letzte Mal, als die Bayern den DFB-Pokal gewannen, war 2015/16. Der Gegner im Halbfinale: Werder Bremen. Wenn am Mittwochabend um 20.45 Uhr der Anpfiff ertönt, wird der SVW alles in die Waagschale werfen, damit sich dieses Szenario nicht wiederholt. Wie es sich anfühlt gegen die Münchner zu spielen, konnte die Mannschaft bereits am Wochenende erfahren. Bei der 0:1-Niederlage hielten die Grün-Weißen dem Druck des Tabellenführers lange stand, bis Milos Veljkovic mit Gelb-Rot vorzeitig das Feld verlassen musste und Niklas Süle wenig später den Siegtreffer erzielte (zum Spielbericht).

Ex-Werderaner Serge Gnabry schoss im Liga-Hinspiel zwei Tore (Foto: nordphoto).

Spieler im Fokus: Für Serge Gnabry ist es eine Rückkehr an alte Wirkungsstätte. In der Saison 2017/18 spielte der 23-Jährige noch für Grün-Weiß, bis der FC Bayern sich die Dienste des Flügelflitzers sicherte. Nach einem schwierigen Start und einer einjährigen Leihe nach Hoffenheim ist der Ex-Werderaner zu einer festen Größe im Münchner Kader geworden und zählt zu den Überfliegern der laufenden Saison. In 26 Bundesliga-Partien traf Gnabry neun Mal und sammelte sieben Assists. Bei der Niederlage im Bundesliga-Hinspiel gegen den FC Bayern war der Nationalspieler mit seinen zwei Treffern der entscheidende Mann im Weser-Stadion. In der bisherigen DFB-Pokal-Saison erzielte der Außenstürmer drei Tore in drei Partien und brauchte durchschnittlich nur 65 Minuten pro Spiel, um im gegnerischen Gehäuse einzunetzen.

Der Schiedsrichter: Daniel Siebert pfeift das DFB-Pokal-Halbfinale. Die letzte grün-weiße Partie, die Siebert leitete, war das 1:1-Unentschieden in Wolfsburg am 24. Spieltag der laufenden Saison. Dem 34-jährigen Sportwissenschaftler aus Berlin wird an den Seitenlinien von Lasse Koslowski und Jan Seidel assistiert. Vierter Offizieller ist Sören Storks. Die Video-Schiedsrichter sind Dr. Robert Kampka und Tobias Reichel.

Das ganze Paket: Für alle Grün-Weißen auf Ballhöhe! Ab 20.30 Uhr berichtet WERDER.DE mit dem betway Live Ticker aus dem Weser-Stadion. Die ARD zeigt das Spiel des SVW live. Zudem können alle Abonennten die Partie unmittelbar nach Spielende re-live sowie ebenfalls kurz nach Abpfiff die Highlights der Begegnung bei WERDER.TV sehen!