Werder beteiligt sich an erfolgreicher DKMS-Aktion

Werders gesamte U 23-Mannschaft nahm an der Typisierungsaktion teil.
WERDER BEWEGT
Freitag, 17.09.2010 // 11:01 Uhr

Eine lange Schlange bildete sich bis zum späten Abend vor der Hochschule der Künste in Bremen. Rund 1500 Menschen beteiligten sich am Donnerstag an der Typisierungsaktion, zu der die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei mit der Polizei Bremen aufgerufen hatte.

 

Auch zahlreiche Werderaner ließen sich registrieren oder versuchten auf andere Weise, die Aktion zu unterstützen. So auch Werder-Profi Per Mertesacker und Ehrenspielführer Frank Baumann: „Unser Ziel ist es, für dieses Thema die Menschen zu sensibilisieren. Mit ein wenig Blut und einem ganz kleinen Schmerz kann man ein Leben retten. Ich kann nur jeden bitten, sich registrieren zu lassen. Aktuell sind etwas mehr als 2 Millionen Menschen registriert, aber es könnten viel mehr sein“, ruft Per Mertesacker zur Registrierung auf. Er selbst hat bereits vor einigen Jahren an einer Typisierungsaktion in Hannover teilgenommen.

 

Auch Frank Baumann ist bereits seit Jahren in der Datenbank registriert. „Das habe ich damals schon in Nürnberg machen lassen. Ich freue mich, dass so viele Leute dem Aufruf gefolgt sind und die Aktion so viel Aufmerksamkeit erzielt hat. Mit wenig Aufwand kann man hier vielleicht ganz viel bewegen. Es ging ja nicht nur darum, das Leben des Polizeibeamten zu retten, für den die Aktion organisiert wurde, sondern vielleicht wurde dadurch auch ein Spender für jemand anderen gefunden“, so der 34-Jährige.

 

Neben den beiden Werderanern hat sich auch die gesamte U 23-Mannschaft der Grün-Weißen typisieren lassen: „Wir unterstützen bereits seit einigen Jahren mit verschiedenen Aktionen die DKMS. Auch dieses Mal ist es wieder ein voller Erfolg geworden. Wir freuen uns, wenn wir durch unsere Mithilfe dazu beitragen können, dass geeignete Spender gefunden werden“, erklärt Co-Trainer Frank Bender.

 

Ein kleiner Pieks, das war´s – daher ruft auch U 19-Nationalspieler Lennart Thy auf, sich an zukünftigen Typisierungsktionen zu beteiligen: „Jeder kann einmal in so eine Situation kommen und dann möchte man auch, dass möglichst viele Menschen helfen. Man hat mit einem kleinen Beitrag die Möglichkeit, einen Spender zu finden und ein Leben zu retten.“ Dominik Schmidt sieht gerade den Sport in der Verantwortung: „Uns wird als Fußballer eine große Aufmerksamkeit zuteil, vor allem hier in Bremen. Da ist es selbstverständlich, dass wir uns die kurze Zeit nehmen und jetzt mal ein wenig davon zurückgeben.“

 

Alle 45 Minuten erhält ein Mensch in Deutschland die niederschmetternde Diagnose Leukämie. Zwar vermittelt die DKMS täglich mindestens zehn Stammzellspenden, trotzdem findet sich immer noch für jeden fünften Patienten kein geeigneter Spender. Für eine erfolgreiche Transplantation müssen die Gewebemerkmale von Spender und Patient nahezu vollständig übereinstimmen – bei häufigen Merkmalskombinationen kann einer unter 20.000 gefunden werden, bei seltenen mitunter unter Millionen keiner. Die Bereitschaft von immer mehr Menschen zu einer Registrierung hat dazu beigetragen, dass die DKMS zur weltweit größten Datei mit über 2,2 Millionen Menschen gewachsen ist. Seit Gründung im Jahr 1991 wurde so mehr als 21.500 Mal die Chance auf Leben geschenkt – ein Geschenk, das keinen Verlust bedeutet, denn die entnommenen Zellen bilden sich schnell wieder nach.

 

Norman Ibenthal