WERDER BEWEGT Sommercamp: Fußball verbindet

Über 30 Kinder nahmen am WERDER BEWEGT Sommercamp teil und freuten sich über den Besuch von Christian Vander.
WERDER BEWEGT
Montag, 22.07.2013 // 15:32 Uhr

In der vergangenen Woche herrschte reges Treiben auf den Trainingsplätzen des SV Werder Bremen am Weser-Stadion. Neben dem Profi-Team, das sich mit dem neuen Trainergespann um Robin Dutt auf die neue Saison vorbereitet, traten auch 32 begeisterte Jungen und Mädchen beim WERDER BEWEGT Fußball-Camp gegen das runde Leder. Bei bestem Bremer Wetter trainierten die Kids montags bis freitags von morgens bis nachmittags das Schießen, Dribbeln und Passen mit dem Ball.

Zum wiederholten Mal trafen sich im Werder Feriencamp Kinder mit und ohne Behinderung aus dem Kids-Club des SV Werder Bremen zum gemeinsamen Ferienspaß. Dass der Fußball auch sprachliche Differenzen überwinden kann, zeigte sich darin, dass beim diesjährigen Camp auch elf Kinder aus dem Bolzplatz-Projekt SPIELRAUM mit dabei waren. Dabei handelt es sich um Kids aus Flüchtlingsfamilien, die in der Nähe des Weser-Stadions in einem Übergangswohnheim untergebracht sind. Die Teilnahme der Kinder wurde auch von der Organisation Refugio unterstützt, die ein therapeutisches Behandlungszentrum für Flüchtlingsfamilien und Folteropfer ist und mit der die Grün-Weißen das Projekt SPIELRAUM am Weser-Stadion umsetzen.

Die Kommunikationsschwierigkeiten am ersten Tag wurden in den darauf folgenden Tagen schnell überwunden und so mischten sich die Kinder untereinander sehr schnell. Selbst der anfänglich ungewohnte Umgang mit den gehandicapten Teilnehmern wurde von Tag zu Tag besser und mündete darin, dass sich die Kinder gegenseitig unterstützten, sich an die Hand nahmen und halfen, Spiele zu erklären. Das gemeinsame Anfeuern bei den Wettkämpfen am Tagesende machte nochmal deutlich, dass bei allen die Begeisterung für den Fußball sehr groß ist.

Doch auch über den Fußball hinaus war für ein informatives Programm gesorgt. Polizist Wolfram Franke kam zu einem Workshop "Nicht mit mir! Cool sein - cool bleiben" vorbei. Was ist Gewalt? Wie reagiere ich, wenn mich jemand bedrängt? Und wie mache ich in einer Problemsituation auf mich aufmerksam? - waren die Fragen, die der Experte mit den Teilnehmern besprach. Anhand von Beispielsituationen und Rollenspielen erklärte er den Kindern verschiedene Ebenen von Gewalt und gab ihnen Tipps, wie sie richtig reagieren, wenn sie bedrängt werden. "Lassen Sie mich, ich kenne Sie nicht" - diesen Satz übten die Kinder in unterschiedlichen Übungen immer wieder laut zu äußern und dadurch zu verinnerlichen.

Beim täglichen Mittagessen gab es genügend Zeit, sich über die gemeinsamen Erlebnissen auszutauschen und näher kennenzulernen. mit anderen Kindern darüber zu unterhalten, wo sie in die Schule gehen, was sie in den Ferien sonst noch erleben werden und ob sie am letzten Ferienspieletag auch die Handschuhe überstreifen werden.

Zum Abschluss des Fußballcamps konnten sich nämlich alle Kinder über eine extra Trainingseinheit mit dem ehemaligen Bundesliga-Torhüter Christian Vander, seit neustem auch Schirmherr des Werder Kids-Clubs, freuen. Die Begeisterung der jungen Nachwuchstorhüter war groß, als sie den von Christian Vander gespielten Bällen hinterherhechteten. Paulo Zimpelmann beispielsweise, der im Handicap-Team des SV Werder Bremen zwischen den Pfosten steht, war sich nach dem Training sicher "jetzt werde ich besser halten als vorher und weniger Tore kassieren".

Ein besonderer Dank gilt abschließend allen ehrenamtlichen Helfern, die tatkräftig unterstützt haben, sodass das diesjährige WERDER BEWEGT Sommer-Fußballcamp zu einem tollen Erlebnis für alle Beteiligten werden konnte.

Michael Arends