Werders U 23 zu Gast in der JA Hameln

Sport verbindet und wie man sieht, hatten auch die Kicker von Werders U 23 ihren Spaß.
WERDER BEWEGT
Mittwoch, 20.03.2013 // 11:15 Uhr

Hameln - die meisten verbinden mit der Stadt die Geschichte des Rattenfängers, doch es ist nicht die Sage, die Werders U 23 dazu...

Hameln - die meisten verbinden mit der Stadt die Geschichte des Rattenfängers. Doch es ist nicht die Sage, die Werders U 23 dazu bewegte, der knapp 60.000-Einwohner-Stadt einen Besuch abzustatten. Grund war das Projekt „Anstoss für ein neues Leben"  der Sepp-Herberger-Stiftung in der Jugendanstalt Hameln. Von Werders 100%-Partner bekamen die Grün-Weißen einen Einblick in den Alltag der Institution.

„Es ist schön zu sehen, dass es nicht nur einfach ein Gefängnis ist, sondern auch den Insassen Perspektiven bietet", empfand Florian Nagel beim Rundgang durch die Jugendanstalt. In der Tat, neben Berufsausbildungsmöglichkeiten und Schuldbildung, bietet die JA Hameln auch Projektarbeiten an, so dass für die meisten Insassen ein Angebot zur Weiterbildung gegeben ist.

Gleich zur Begrüßung bekamen die Nachwuchstalente von der Weser eine dieser Projektarbeiten hautnah mit. Von den Insassen wurden sie zu Mittag bedient, bekocht und bekamen ein köstliches Drei-Gänge-Menü serviert. „Sie haben sich sehr viel Mühe gegeben und es war appetitlich", zeigte sich Jérôme Reisacher sehr zufrieden mit dem Mittagessen.

Neben diesen Möglichkeiten wurde Werders U 23 auch die Kehrseite gezeigt, wenn Insassen sich nicht an die Regeln der JA-Hameln halten und die Konsequenzen tragen müssen. „Die Zimmer, in denen sie dann leben müssen, kann man nicht als Luxus bezeichnen. Aber man muss das immer in Relation setzen und wenn man sich nicht an die Regeln hält, muss man die Konsequenzen dafür tragen", so Sandro Stallbaum zu der Wohnsituation für die Insassen, die Problemfälle darstellen. 

Nach dem Rundgang ging es dann endlich auch sportlich los, denn neben der Begutachtung der Institution sollte auch noch im Rahmen des Projektes „Anstoss für ein neues Leben" Fußball gespielt werden. Dazu mischten Michael Wehrmann, Justizvollzugsbeamter in der JA-Hameln und unter anderem Unterstützer des Projektes, und Werders U 23 Co-Trainer Frank Bender ihre Mannschaften durch. Berührungsängste zwischen den Fußballern gab es keine - im Gegenteil. Auf Anhieb verstand man sich gut und tauschte sich aus. „Das hat man auch in der Kabine gespürt als die Mannschaften gemischt waren. Da spielte die Herkunft und alles weitere keine Rolle - man war ein Team", freute sich Frank Bender auf das schnelle Zueinanderfinden.

Einen Sieger gab es auch am Ende. Das Team von Trainer Michael Wehmann gewann mit 2:0, dank des Treffers von Jonathan Schmude in Halbzeit eins und dem Treffer aus der zweiten Hälfte von Yannik Jaeschke. Frank Bender sah sich und sein Team nicht als Verlierer und scherzte: „Es ist doch auf beiden Seiten jeweils ein Tor gefallen", gab kurz darauf die Niederlage dann aber zu und kündigte sofort an: „Es wird eine Revanche geben!"

Für die Insassen war es auch ein tolles Erlebnis und sie hätten sicher nichts gegen eine Revanche einzuwenden. „Klar würde ich gerne noch mal gegen Werder spielen. Es hat total viel Spaß gemacht und es war mir eine Ehre, gegen und mit ihnen spielen zu dürfen", gab einer der Insassen nach der Partie zur Kenntnis.

Auch Frank Bender zog ein positives Fazit dieser Veranstaltung: „Die Jungs haben das alle gut angenommen und sich sehr diszipliniert verhalten, sie waren aufmerksam und zeigten großes Interesse an der Jugendanstalt. Es war eine Abwechslung zum Trainingsalltag und die Spieler sowie die Offiziellen konnten ihren Horizont erweitern und neue Erfahrungen sammeln. Zudem konnte man auf diesem Weg auch ein Stück weit den Insassen ein Gefühl von Zugehörigkeit vermitteln, das bei der Resozialisierung helfen kann, auch wenn es nur ein kleiner Mosaikstein ist. Aber wir haben durch diesen Ausflug auch gelernt und es wurde einem bewusst, in welch einer komfortablen Zone wir uns bei Werder bewegen und dass es im Leben durchaus anders laufen kann.

Zum Abschluss gab es dann noch einen gemeinsamen Plausch und die ersten Gespräche bezüglich des nächsten Wiedersehens wurden geführt. Insgesamt war es eine rundum gelungene Veranstaltung und bestimmt nicht das letzte Treffen zwischen Werders 100%-Partner und dem grün-weißen Klub von der Weser.