Werder veranstaltet Fußballseminar für Kleinwüchsige

Theorie und Praxis beim Fußballseminar für Kleinwüchsige: Neben Spielen mit den Ball standen auch Ernährung und Gefahren auf dem Programm.
WERDER BEWEGT
Montag, 18.06.2012 // 17:17 Uhr

„Inklusive Betreuer waren wir 45 Personen, sogar drei aus Österreich", sagt Jerome Ries, Geschäftsführer des Bundesverbandes Kleinwüchsige Menschen und ihre Familien e.V. mit Sitz in Bremen. „Unser Ansatz ist es, den Kindern und Jugendlichen ab ca. 14 Jahren, die aufgrund ihrer Größe im normalen Verein Probleme haben und dort meist nur auf der Bank sitzen, die Möglichkeit zu geben, Fußball zu spielen", so Ries weiter.

Fußballspielen kann eigentlich jeder, ob mit viel oder wenig Talent ausgestattet. Kinder und Jugendliche, die gerne gegen den Ball treten möchten, schließen sich einfach ihrem örtlichen Verein an. Doch es gibt Menschen, die, sobald sie älter werden, Probleme haben in den normalen Vereinsmannschaften zu spielen: Menschen mit Kleinwuchs. Der SV Werder war am Wochenende Gastgeber eines Seminars, bei dem die Kleinwüchsigen gezielt gefördert wurden.

Der Kontakt zu Werder besteht schon seit einigen Jahren: 2007 ist der Bundesverband auf den damaligen Nachwuchsmanager Wolf Werner zugegangen, seitdem finden die Fußballseminare in loser Reihe immer wieder statt. „Dieses ist bereits unser viertes Seminar", freut sich Ries. Als Referenten und Trainer waren unter anderem Tobias Süveges, David Schmieg, Alexander Kluge, Florian Huber, sowie Björn Schierenbeck, Jens Beulke und Dieter Eilts von Werder dabei.

Am Freitag stand zunächst die Theorie im Vordergrund: Eine Fitnesstrainerin gab Tipps zur gesunden Ernährung und eine Physiotherapeutin referierte über Nutzen und Gefahren beim Sport für Kleinwüchsige. Ab Samstagvormittag stand dann endlich der Ball im Mittelpunkt des Geschehens: In zwei Trainingsgruppen wurden Koordinations- und Techniktraining, sowie Technik in einem fußballspezifischen Parcours durchgeführt. Nachmittags trainierten dann alle Teilnehmer gemeinsam, abends fand ein Spiel statt.

„Die Nachfrage nach diesen Seminaren ist immer sehr groß", sagt Jerome Ries. Nur zu gerne würde er sich häufiger mit den Teilnehmern treffen: „In Brasilien gibt es mehrere Fußballteams von Kleinwüchsigen, die touren dort durchs Land und spielen gegeneinander. Allerdings fehlen und dafür hier leider die Fördermittel." Finanziert werden die Fußballseminare für Kleinwüchsige von der Bundesligastiftung. „Dafür sind wir sehr dankbar", erklärt der Geschäftsführer.

Zum Abschluss am Sonntag durfte natürlich eine Führung durchs Weser-Stadion nicht fehlen. Anschließend hieß es noch einmal: Fußballschuhe schnüren. Dieses Mal spielten allerdings auch einige Werder-Spieler aus dem Nachwuchsleistungszentrum mit. Am Ende stand ein gerechtes 5:5, mit dem alle Teilnehmer rundum zufrieden sein konnten.

von Jonas Schönrock