Erstes Modul in Uganda erfolgreich abgeschlossen

Insgesamt fünf Tage lang bildete Ingo Goetze mit seinen Trainerkollegen die Young Coaches im ersten Modul aus.
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Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Ziel des Projekts ist die Ausbildung von 31 jungen Menschen - darunter sieben Frauen - zu Young Coaches. Sie alle arbeiten mehrheitlich als Lehrer oder in Hilfsorganisationen und stammen aus verschiedenen Regionen Ugandas. Schon ab dem ersten Ausbildungsmodul sollen sie selbstständig für benachteiligte Kinder Fußballaktivitäten durchführen und gleichzeitig als Vorbilder soziale Werte und Life-Skills auf und neben dem Fußballfeld vermitteln. Um dieses gesteckte Ziel zu erreichen, legte die Football Club Social Alliance und die Scort Foundation auch bei diesem Projekt großen Wert auf Partnerschaft und Fachwissen.

Den ersten Einsatz in Uganda haben Björn Schierenbeck, Werders Koordinator des Leistungszentrums, Werders Schul- und Sozialbegleiter Ingo Goetze erfolgreich hinter sich gebracht. Gemeinsam mit Bayer Leverkusen wurde das erste Ausbildungsmodul abgeschlossen.

Gleich beides brachten die projektbeteiligten Fußball Clubs der Alliance und ihre Instruktoren - Björn Schierenbeck und Ingo Goetze von SV Werder Bremen und Peter Quast und Marco Walter von Bayer 04 Leverkusen - zum Projektstart im SOS-Kinderdorf in Entebbe mit. Gemeinsam bereiteten sie den ersten Ausbildungstag vor, sortierten sorgfältig die Unterrichtsunterlagen und teilten sich die Aufgaben auf. Es galt, den ersten Kontakt mit den völlig unbekannten Young Coaches optimal vorzubereiten, das Eis zu brechen und schnell Zugang zu den jungen Menschen zu finden. Nur so würden sie deren Kapazitäten und Kenntnisse richtig einschätzen und ihren Unterricht an bereits vorhandenes Wissen anknüpfen können. Gespannt schauten sie den Young Coaches zu, wie sie ihre Plätze einnahmen und merkten schnell, dass auch sie selbst mit großem Interesse gemustert wurden.

Die Instruktoren der Football Club Social Alliance zogen auch das Interesse der öffentlichen Medien auf sich, die zur Eröffnungsfeier eingeladen wurden. Verschiedene Trainingsausschnitte mit den Young Coaches sowie Interviews mit den Instruktoren wurden am darauffolgenden Tag auf mehreren TV Sendern ausgestrahlt. Darüber hinaus folgten Ingo Goetze vom SV Werder Bremen und Peter Quast von Bayer 04 Leverkusen der Einladung zu einer TV-Sportshow, wo sie erneut von ihren Erfahrungen berichteten.

Die Aufmerksamkeit der Instruktoren selbst galt jedoch vier Tage lang den Young Coaches, die Monate zuvor gewissenhaft durch die lokalen Projektpartner der Alliance ausgewählt und auf die Ausbildung vorbereit wurden. Schon nach wenigen Unterrichtsstunden stellte sich heraus, dass die Gruppe über große Sozialkompetenz verfügte und überraschte dabei auch immer wieder durch ihr tiefgründiges Theoriewissen. „Sie haben ein klares Bild davon, was einen guten Coach ausmacht und wie man mit Kindern umgehen soll", sagt Björn Schierenbeck nach einer überzeugenden Präsentation der Gruppenarbeiten, die die Young Coaches zum Thema „Vorbildfunktion und Verantwortung eines Coaches" vorbereitet hatten. „Sie lernen schnell und ihre Aufgaben erledigen sie mit Bravur. Allein an der Umsetzung muss noch einiges verbessert werden. Da setzen wir jetzt an". Ingo Goetze fügte hinzu, dass die Young Coaches die Motivation nicht verlieren dürften, weshalb nun die Unterrichtmethodik anpasst würde, um vermehrt die praktische Umsetzung zu üben.

Damit trafen die Instruktoren ins Schwarze, denn die Young Coaches schätzten insbesondere die praktischen Lerneinheiten, die sie für ihre Arbeit mit benachteiligten Kindern übernehmen oder anpassen können. Irene, Sportlehrerin für behinderte Kinder in Kampala war speziell begeistert von den Kleinfeldspielen. „Ich liebe diese Spiele und werde sie nun mit meiner Kindergruppe machen, besonders fürs Aufwärmtraining sind sie für mich gut geeignet. Ich habe nun viele neue Ideen. Die praktischen Fähigkeiten, die ich gelernt habe, bereichern meine Arbeit mit den Kindern. Das macht Spaß."

Auch Camillus und Geoffrey, zwei Lehrer aus unterschiedlichen Distrikten, freuten sich über die praktischen Übungen. „Wir haben viele neue Spielvariationen kennengelernt, die wir mit den Kindern üben können." An-schließend klopfte Geoffrey Camillus lächelnd auf die Schulter und sagte: „Ich freue mich aber auch sehr über meine neuen Freunde aus Uganda. Sie kommen aus Regionen, die ich noch nie besuchen konnte. Ich habe von ihnen Worte aus anderen Ugandischen Sprachen gelernt und sogar neue Tanzstile. Es ist, als würde ich sie schon seit einer Ewigkeit kennen." Über diese Aussage freute sich insbesondere Steve Tharakan von Scort. Er leitet das spannende Projekt, das auf einem multi-ethnischen Ansatz beruht und eine verbindende Wirkung zwischen Menschen aus verschieden Teilen Ugandas haben soll. Wie sich zeigt, hat sich der Ansatz bereits bewährt.

Das Ausbildungsprogramm in Uganda besteht aus weiteren drei Modulen, die voraussichtlich im Juni und De-zember 2012 sowie anfangs 2013 durchgeführt werden. Der lokale Hauptpartner ist SOS Children's Villages Uganda. Weitere lokale Partnerorganisationen sind: Ugandan Ministry of Education & Sports & UgaSport, Welthungerhilfe, The Kids League und Noah's Ark Children's Ministry Uganda.