60plus besucht die jüdische Gemeinde Bremen

Elvira Noa, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Bremen, leitete die interessante Veranstaltung für Werders 60plusler.
WERDER BEWEGT
Freitag, 27.01.2012 // 15:25 Uhr

Schon im vergangenen Jahr war das Interesse bei Werders 60plus-Mitgliedern groß, mehr über andere Kulturen und Religionen zu erfahren. Damals war eine 50-köpfige 60plus-Gruppe bei Werders 100%-Partner KSV Vatan Spor zu einem interkulturellen Austausch und einem Moscheebesuch eingeladen. Und so war es nicht verwunderlich, dass sich knapp 60 Grün-Weiße am Mittwoch, den 27.01.12, für einen Besuch bei der jüdischen Gemeinde Bremen anmeldeten.

Toleranz und Anti-Diskriminierung werden beim SV Werder Bremen groß geschrieben. Bestes Beispiel dafür ist eine aktuelle Aktion im Rahmen des Projektes 60plus.

In der Synagoge wurden die Grün-Weißen herzlich von der Vorsitzenden, Elvira Noa, begrüßt. Sie brachte den Werderanern die jüdische Religion näher und ging auf Symbole, Traditionen und Bräuche im Judentum anhand der Synagoge ein. So erfuhren die Junggebliebenen mehr über die Thora, die Heilige Schrift im Judentum, und was es mit den riesigen bunt geschmückten Thorarollen auf sich hat. Die 60plusler bekamen dabei zu jeder auch kritischen Frage immer eine offene und ehrliche Antwort.

Neben der Führung durch die Synagoge gab Frau Noa auch einen Einblick in das Gemeindeleben. Auf der einen Seite erfuhren die Werderaner, dass es immer noch nötig ist, die Synagoge während der Öffnungszeiten von der Polizei schützen zu lassen. Auf der anderen Seite erzählte Frau Noa auch von dem Kindergarten für Kinder aller Konfessionen, der sich im selben Gebäudekomplex befindet. Außerdem bietet die jüdische Gemeinde Bremen Räumlichkeiten für den Jugendtreff und die Seniorengruppe. Einige Mitglieder aus dieser Gruppe hatten dann auch schon im Anschluss Kaffee und Kekse sowie ein buntes Rahmenprogramm für die Werder-Mitglieder vorbereitet.

Da ein Großteil der Senioren aus der ehemaligen Sowjetunion stammt, wurden neben hebräischen Liedern auch einige russische Volkslieder vorgetragen. Und spätestens als "Du kannst nicht immer siebzehn sein" von Chris Roberts als krönendes Finale erschallte, war das Eis gebrochen und auch sprachliche Hindernisse vollkommen vergessen.

Nach der musikalischen Einlage nahmen sich Frau Noa und die Seniorengruppe noch viel Zeit, den interessierten 60pluslern jede Frage zu beantworten.

Zum Abschluss der rundum gelungenen Veranstaltung vereinbarte man, den Kontakt weiter aufrecht zu erhalten. Der Austausch und die geschlossenen Bekanntschaften sollen bei einem Tanzabend mit jüdischem Essen im Herbst 2012 vertieft werden.


Linus Sandmann