0:0 - Befreiungsschlag bleibt aus

U 23 mit torlosem Remis gegen Rot-Weiß Erfurt

Zähes Spiel, keine Tore: Werders U 23 und Rot-Weiß Erfurt trennen sich 0:0 (Foto: hansepixx).
U23
Samstag, 25.11.2017 // 16:02 Uhr

Von David Steinkuhl

Die U 23 des SV Werder verpasst es, einen wichtigen Schritt aus dem Tabellenkeller der 3. Liga zu machen. Von Schlusslicht Rot-Weiß Erfurt trennen sich die Grün-Weißen beim Heimdebüt von Trainer Oliver Zapel mit 0:0. In einem zerfahrenen Spiel mit vielen gelben Karten war Werder über weite Strecken zwar das überlegene Team, konnte aber zu selten zwingende Torchancen kreieren. Der SVW bleibt trotz des Punktes weiter auf Platz 19 der 3. Liga.

Aufstellung und Formation: Zurück in Werders Startelf ist Innenverteidiger Jesper Verlaat, der in Jena noch seine Gelb-Rot-Sperre absitzen musste. Leon Jensen bleibt vorerst auf der Bank. Durch die personelle Änderung stellt Oliver Zapel auch seine Formation etwas um: Defensiv kehrt er zur Dreierkette zurück, davor agiert ein Fünfermittelfeld. Den Doppelsturm bilden wie in der Vorwoche wieder Ousman Manneh und Johannes Eggestein.

Höhepunkte der 1. Halbzeit

6. Minute: Nach wenigen Minuten, in denen Werder hier das Geschehen bestimmt, die erste strittige Szene. Schmidt bringt Eggestein mit einem Absatzpass ins Spiel. Im Strafraum legt sich der junge Stürmer die Kugel an einem RWE-Verteidiger vorbei und wird dann gelegt. Da hätte man durchaus Elfmeter geben können!

18. Minute: Menz gibt den ersten Erfurter Warnschuss ab. Volkmer ist noch mit dem Kopf dazwischen, sonst hätte es richtig gefährlich werden können. So gibt es nur die erste Ecke für die Gäste.

25. Minute: Aus einer guten Freistoßposition für Werder entsteht ein Konter für Rot-Weiß. In Erfurter Überzahl läuft der Gegenstoß, Käuper geht aber gerade noch rechtzeitig dazwischen und klärt zur Ecke. Seit der ersten Schussgelegenheit durch Menz ist der Gast aus Thüringen hier aufgewacht und spielt nun gut mit.

41. Minute: Viel Kampf, wenig Spiel. Schiedsrichter Patrick Schult hat bislang schon vier Akteure mit Gelb verwarnt. Das sagt auch viel über das Spielgeschehen aus, das sehr zerfahren ist.

45. Minute: Pause auf ‚Platz 11.‘ Werder hat etwas mehr von der Partie, einen spielerischen Leckerbissen bekommen die Zuschauer hier aber nicht zusehen. Das Spiel spiegelt den Tabellenstand eindeutig wider. Torraumszenen sind absolute Mangelware, müssen aber in Halbzeit zwei zwingend heraufbeschworen werden, wenn das Team von Oliver Zapel den wichtigen Dreier gegen RWE einfahren will.

Höhepunkte der 2. Halbzeit

Viel spielte sich im Mittelfeld rund um Ole Käuper ab (Foto: hansepixx).

59. Minute: Auch nach dem Wechsel leisten sich beide Mannschaften immer wieder einfache Fehler im Aufbau. Die Grün-Weißen haben das Heft zwar in der Hand, Torgefahr entsteht aber zumeist nur im Anschluss an Standardsituationen.

63. Minute: Schmidt wird von Manneh bedient und hat auf rechts jetzt mal etwas Platz. Der 19-Jährige sucht den mitgelaufenen Kazior im Zentrum, RWE-Kapitän Möckel springt dazwischen. Werder hat im Anschluss zwei Eckbälle, kann daraus aber nichts machen.

77. Minute: Eric Oelschlägel, der bislang mehr oder weniger beschäftigungslos war, muss seinen Kasten bei einem Bergmann-Freistoß verlassen. Sicher geht der Werder-Schlussmann mit beiden Fäusten zum Ball und räumt dabei auch gleich zwei Feldspieler aus dem Weg – geht aber für alle weiter.

90. Minute: Der eingewechselte Vocaj versucht es nochmal aus der Distanz. Bezeichnend, wie weit der Ball am Tor vorbeigeht…

90. Minute: Schluss auf ‚Platz 11‘. 93 Minuten sind vorüber, echte Höhepunkte gab es nie. Vielleicht hätte Schiedsrichter Patrick Schult nach sechs Minuten zu Werders Gunsten auf den Elfmeterpunkt zeigen können, als Eggestein im Sechzehner mutmaßlich gefoult wurde. Ansonsten ist das eine gerechte Punkteteilung, wirklich verdient hätte den Sieg hier keines der beiden Teams.

Stimmen zum Spiel

Oliver Zapel: „Erfurt hat gut verteidigt, da haben wir kein Rezept gefunden und zudem einfach oft im Abseits gestanden, auch wenn gute Situationen dabei waren. Es war eine spielentscheidende Situation dabei mit dem Elfmeter an Johannes Eggestein zu Beginn, die das Spiel heute hätte kippen können. Da sind wir um eine große Chance beraubt worden, aber das können wir nicht ruckgängig machen. Wir dürfen uns jetzt einfach nicht verrückt machen, indem wir zu oft auf die Tabelle gucken. In dieser Liga ist gegen viele Mannschaften etwas möglich.“

Philipp Eggersglüß: „Die ein oder andere Chance hatten wir schon, also ein 1:0 wäre aus unserer Sicht sicherlich möglich und auch nicht unbedingt unverdient gewesen. In der aktuellen Situation müssen wir aber auch mit dem 0:0 leben, immerhin konnten wir den Abstand auf Erfurt gleich halten.“

Die Statistik

Werder: Oelschlägel - Verlaat, Vollert, Volkmer – Eggersglüß, Käuper, Touré, Schmidt, Jacobsen – Manneh (78. Jensen), J. Eggestein (60. Kazior)

Erfurt: Klewin – Menz, Laurito, Möckel, Odak (28. Sarr) – Dabanli, Benamar – Bergmann (83. Vocaj), Razeek (90. Biankadi) – Kammlott, Bieber

Gelbe Karten: Schmidt, Vollert – Razeek, Benamar, Sarr, Menz, Bergmann

Schiedsrichter: Patrick Schult (Hamburg)

Stadion ‚Platz 11‘: 615 Zuschauer