Schaaf: „Karlsruhe wird sich reinknien“

Frust beim KSC: Der Sportclub steht auf dem letzten Platz der Fußball-Bundesliga.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Die vergangene Partie zwischen Werder und dem KSC endete 3:3-Unetschieden.

Zwei Bundesligaspieltage stehen vor der Winterpause noch aus und Werder will sich mit der maximalen Punktausbeute in die Weihnachtszeit verabschieden. Bevor die Grün-Weißen am 17. Spieltag den VfL Wolfsburg empfangen, gilt es am Samstag, 6.12.2008, ab 15.30 Uhr im Wildparkstadion des Karlsruher SC an die gute Leistung gegen Eintracht Frankfurt (5:0) anzuknüpfen. „Es ist wichtig, dass wir nach dem Sieg gegen Frankfurt wieder ein gutes Spiel zeigen. Wir dürfen uns jetzt nicht ausruhen, sondern müssen weiter an den Dingen arbeiten und unser Spiel festigen“, fordert Werders Cheftrainer Thomas Schaaf.

 

KSC winkt von unten mit der „roten Laterne“

 

Bremen feilt demnach an der Konstanz und da dürfte es den Hansestädtern Recht sein, dass dem KSC in diesen Tagen der Ruf des „Kanonenfutters“ vorauseilt. Der Sportclub winkt von unten mit der „roten Laterne“, steht auf Platz 18 der Tabelle und plagt sich mit einer erschreckenden Negativserie: Aus den letzten neun Spielen holte das Team von Trainer Edmund Becker nur einen Punkt - das darf insofern überraschen, als dass der KSC die vergangene Saison noch im gesicherten Mittelfeld (Platz elf) beendete. „Sie haben noch nicht zu ihrer Stärke zurück gefunden. Der Schwung und die Sicherheit, die sie im letzten Jahr ausgezeichnet hat, fehlen ihnen noch. Zudem haben sie viele Abgänge verzeichnen müssen und aktuell stehen ihnen einige Spieler verletzungsbedingt nicht zur Verfügung“, begründet Schaaf den Leistungsabfall der Karlsruher.

 

Deutliche Vorgabe: Karlsruhe nicht unterschätzen!

 

Fordern mehr Konstanz: Geschäftsführer Klaus Allofs und Cheftrainer Thomas Schaaf.

Allen voran die Defensive bereitet den Baden-Württembergern Sorgenfalten. 28 Gegentreffer stehen für den KSC zu Buche und ausgerechnet im Abwehrzentrum, der Schwachstelle schlechthin, kann Coach Becker personell nicht aus dem Vollen schöpfen: Mit Maik Franz (Fersenödem) und Tim Sebastian (Muskelfaserriss) fällt die etatmäßige Innenverteidigung gegen Bremen aus. Leichtes Spiel für Werder könnte man also meinen, doch Schaaf stellt klar, dass seine Elf den Gegner keinesfalls unterschätzen wird: „Wenn man sich die Tabelle anschaut, besteht immer die Gefahr etwas abzutun, aber wir stehen ja selber nicht ganz oben. Karlsruhe wird sich reinknien und über den Einsatz kommen. Wir werden einer Mannschaft gegenüberstehen, die für ihren Erfolg kämpfen wird. Da müssen wir dagegen halten.“

 

Özil wieder dabei

 

Per Mertesacker plagte sich unter der Woche mit Halsschmerzen herum, steht in Karlsruhe aber vermutlich wieder im Kader der Grün-Weißen.

Für dieses Vorhaben darf Schaaf auch wieder auf die Unterstützung von Mesut Özil zählen. Werders drahtiger Mittelfeldflitzer hat seine Rot-Sperre abgesessen und könnte in Karlsruhe wieder zum Zuge kommen. „Es ist gut, dass er wieder dabei ist, er erweitert unsere Möglichkeiten. Gegen Famagusta hat man gesehen, dass uns seine Qualitäten zuletzt gefehlt haben“, lobt Schaaf seinen Schützling. Özil darf sich demnach berechtigte Hoffnungen auf einen Einsatz machen, zudem kann er das Gastspiel beim KSC mit guten Erinnerungen verbinden: Die letzte Partie zwischen Werder und dem Sportclub endete am 30. Spieltag der vergangenen Saison zwar „nur“ 3:3-Unentscheiden, doch Özil erzielte mit der zwischenzeitlichen Führung zum 2:1 seinen ersten Bundesligatreffer.

 

Drei Punkte für den Aufwärtstrend

 

Am Samstag wird sich Werder gewiss nicht mit einem Zähler zufrieden geben. Schließlich geht es für die Grün-Weißen auch darum, sich erhobenen Hauptes und mit einem deutlichen Aufwärtstrend im Gepäck in den Weihnachtsurlaub zu verabschieden – der Grundstein soll beim KSC gelegt werden. „Wir wissen, dass wir eine wechselhafte Saison gespielt haben und dass wir es besser machen müssen. Wir wollen konstant gute Ergebnisse liefern, dafür müssen wir die Dinge, die gegen Frankfurt gut waren, wieder aufzeigen“, so Schaaf. An Unterstützung wird es den Bremern am Samstag in jedem Fall nicht mangeln. 3.500 Werder-Fans treten die Auswärtsreise an, um die Mannschaft im Wildparkstadion lautstark zu unterstützen.

 

von Timo Strömer