Prüfstein 96: Mit 3-Punkte-Schub dem Mittelmaß entfliehen

Torsten Frings will mit Werder zurück in die Erfolgsspur. Der Grundstein für dieses Vorhaben soll in Hannover gelegt werden.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Hannovers Trainer Dieter Hecking in der AWD-Arena.

Werders Gastspiel bei Hannover 96 in der AWD-Arena am Samstag, 25.10.2008, um 15.30 Uhr ist für die Grün-Weißen ein echter Prüfstein mit wegweisendem Charakter. Ein Sieg gegen die 96er könnte den Bremern den nötigen Schub geben, um das Niemandsland der Bundesliga (Tabellenplatz 10) zu verlassen. „Die Tabelle ist noch so eng zusammen. Wenn wir gewinnen, sind wir ganz schnell wieder oben dran“, so Torsten Frings, der aber auch weiß, dass die Gastgeber nichts zu verschenken haben: „Hannover steht unter Druck. Sie werden mit allen Mitteln versuchen uns zu schlagen.“

 

Hannovers Defensive wackelt

 

Hannovers Mittel waren zuletzt allerdings nur selten ertragreich. Mit hohen Erwartungen starteten die Niedersachsen in die aktuelle Spielzeit, recht schnell stellte sich Ernüchterung ein. Platz 13 steht nach acht Spieltagen zu Buche. Größtes Manko der Roten ist dabei die anfällige Defensive, der zu selten eine durchschlagskräftige Angriffsabteilung gegenüberstand (Torverhältnis 9:16). Insbesondere am vergangenen Spieltag offenbarte sich die Abwehrschwäche der 96er. Nach einer 2:1 Führung gegen 1899 Hoffenheim musste sich Hannover noch mit 2:5 geschlagen geben. Doch Werders Cheftrainer Thomas Schaaf warnt: „Sie haben einen höheren Anspruch und sie können bessere Ergebnisse erzielen. Wir müssen und darauf einstellen, dass es am Samstag mit viel Ernst zur Sache geht. Wir werden ein sehr engagiertes Spiel erleben.“

 

Angespannte Personallage für beide Trainer

 

Einer von drei Ex-Bremern bei 96 : Christian Schulz jubelt im Dress der Roten.

Für das Nordderby müssen beide Mannschaften personelle Einbußen hinnehmen. Bei Werder fehlen Claudio Pizarro, Tim Wiese, Daniel Jensen, Peter Niemeyer und Diego verletzungsbedingt sowie Per Mertesacker (Sperre) und auch Hannovers Coach Dieter Hecking kann nicht aus dem Vollen schöpfen: Robert Enke, Mario Eggimann, Jan Rosenthal und Michael Tarnat fallen mit Verletzungen aus, Arnold Bruggink ist gesperrt und steht am Samstag ebenfalls nicht im Aufgebot der Niedersachsen. Zudem darf Valerien Ismael (Aufbautraining), neben Christian Schulz und Frank Fahrenhorst einer von drei Ex-Bremern bei den Roten, nicht auf ein Wiedersehen mit seinen alten Mannschaftskollegen hoffen. Trotz der angespannten Personallage verspricht Schaaf, „elf Mann auf den Platz zu bringen, die ein gutes Spiel machen können.“

 

Ersatz-Torhüter stehen im Fokus

 

Schützenfest in Hannover: In der vergangenen Saison verlor Werder bei den 96ern mit 3:4.

Auf ein gutes Spiel hofft sicherlich auch Bremens Torwart Christian Vander. In Anbetracht der vielen Gegentore beider Teams (Bremen 19, Hannover 16) dürften die Torhüter am Samstag unter besonderer Beobachtung stehen. Ein brisantes Duell, zumal mit Florian Fromlowitz für 96 und Vander für Werder jeweils die etatmäßige Nummer zwei das Tor hüten wird. Beide Keeper sind naturgemäß angehalten ihren Kasten sauber zu halten, welch hohe Bürde den Schlussmännern damit auferlegt wird, verdeutlicht ein Blick auf das vergangene Gastspiel der Bremer bei den Roten: In der Saison 2007/2008 unterlag Werder in Hannover mit 3:4 – Schützenfest in Niedersachsen. Die Vorzeichen versprechen in dieser Spielzeit eine ähnlich turbulente Partie. „Bei uns läuft es in der Defensive momentan noch nicht so richtig rund, aber wir wollen am Samstag das Beste aus unserer Situation machen, Hannover unter Druck setzten und gewinnen“, sagt Frings. Sollte Werder das gelingen, könnten die Bremer schon bald wieder auf der sonnigeren Seite der Bundesligatabelle stehen.

 

von Timo Strömer