Torfabrik empfängt schlechteste Auswärts-Mannschaft

Am kommenden Wochenende nicht mit von der Partie: Miroslav Klose. Im Hinspiel schoss er den 2:0-Siegtreffer.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Erst zum dritten Mal findet am Samstag, 04.02.2006, im Bremer Weser-Stadion das Duell zwischen Werder Bremen und dem FSV Mainz 05 statt. Die letzte Begegnung vor einem Jahr blieb torlos. Doch das soll am Wochenende anders werden.

 

Nach einem glücklichen Start in die Rückrunde in Bielefeld hat Cheftrainer Thomas Schaaf den Anspruch, an die sensationellen Leistungen seines Teams aus der Hinrunde anzuknüpfen. "Wir haben bisher noch nicht zu unserer gewohnten Sicherheit gefunden. Darunter leidet natürlich der Spielfluss und unser Kombinationsfußball", resümierte der Coach der Grün-Weißen. Auch die Profis von Werder Bremen sehen die berechtigte Kritik in den Worten des Trainers. Der Torschütze zum 1:0 in Bielefeld, Frank Fahrenhorst, sagt: "Wir wollen und müssen unsere Leistung steigern. Im Heimspiel am Samstag wollen wir unbedingt gewinnen. Das sind wir auch den Zuschauern schuldig, die aus der Hinrunde tolle Siege gewohnt sind." Teamkollege Patrick Owomoyela fügt hinzu: "Wir müssen uns wieder ganz auf unsere Stärken konzentrieren, dann werden wir auch wieder mit mehr Selbstvertrauen auf den Platz gehen."

 

Am Samstag trifft der deutsche Nationalspieler auf einen alten Freund im Mainzer Trikot: Otto Addo. "Er hatte eine lange, sehr schwere Phase in seinem Leben, in der ich mit ihm gelitten habe. Es ist schön zu sehen, dass es jetzt wieder so gut bei ihm läuft. Ich freue mich darauf, ihn am Samstag wieder zu sehen." Neben Otto Addo sind im Team der Karnevalisten aus Mainz auch bekannte Werder-Gesichter. Ex-Bremer Manuel Friedrich und der ausgeliehene Mohamed Zidan sind aus dem Kader der Mainzer aktuell nicht wegzudenken. Werder-Coach Thomas Schaaf beobachtet vor allem die Entwicklung des jungen Ägypters mit wachem Auge: "Er ist ein sehr auffälliger Spieler, der den Mainzern hilft. Er bringt sich immer wieder in den Vordergrund, das freut uns."

 

Im Pokalspiel gegen den FC Bayern München haben die 05er ihre Qualität gezeigt und vor allem in der ersten Halbzeit viele Spielanteile gehabt. "Sie haben sich dadurch ausgezeichnet, dass sie durch ein gutes Offensivspiel und über ein gutes Passspiel zum Erfolg kommen", so Thomas Schaaf. Werder-Profi Torsten Frings sagt allen Zuschauern ein schönes Spiel voraus, doch er weiß auch, dass es trotz alledem eine schwere Partie für die Grün-Weißen wird. Teamkollege Patrick Owomoyela sieht vor allem darin den Vorteil für die Bremer Elf, dass die Mainzer sehr offensiv ausgerichtet agieren: "Daher, dass sie viel nach vorn legen, besteht für uns die Möglichkeit, dass sie hinten weiter aufmachen."

 

Dass die Spiele gegen den FSV Mainz 05 keine leichte Angelegenheit sind, sagt auch die Statitsik. Werder Bremen hat in bisher sechs gespielten Pflicht-Partien die Hälfte gewonnen. In der Bundesliga sieht es schlechter aus: Dort konnten die Grün-Weißen bisher nur einen Sieg in drei Spielen verbuchen. In der vergangenen Saison gewann Mainz das Heimspiel und spielte im Weser-Stadion 0:0-Unentschieden. Das Hinspiel der aktuellen Saison gewannen die Grün-Weißen jedoch mit 2:0 durch Tore des erfolgreichsten Sturms der Hinrunde: Ivan Klasnic und Miroslav Klose. Ein Hoffnungsschimmer in dieser schweren Partie bleibt jedoch die Tatsache, dass die Mainzer die schlechteste Auswärtsbilanz der Liga besitzen.

 

Werder-Coach Thomas Schaaf muss am Samstag auf den gelb-gesperrten Christian Schulz verzichten. Dafür wird der Belgier Jelle van Damme die Position auf der linken Seite besetzen. "Er ist sehr bemüht und aktiv, versucht auch im Training immer präsent zu sein", lobt Cheftrainer Thomas Schaaf den 22-Jährigen. Der am Anfang der Woche über Rückenprobleme klagende Torhüter Andreas Reinke absolvierte bereits am Donnerstag wieder das Mannschaftstraining zwischen den Pfosten und wird auch am Samstag im Tor stehen. Verzichten müssen die Bremer weiterhin auf die Verletzten Miroslav Klose (Sehnenanriss in der rechten Schulter) sowie Aaron Hunt (Patella-Sehnen-Syndrom). Klose absolvierte am Donnerstag jedoch schon wieder ein individuelles Lauftraining.

 

Auf Seiten der Mainzer muss Cheftrainer Jürgen Klopp vor allem um den Einsatz des Angreifers Petr Ruman bangen. Der Tscheche hat sich einen Bandscheibenvorfall im Lendenbereich mit einer schmerzhaften Nervenentzündung zugezogen. Nicht mit von der Partie sind der verletzte Fabian Gerber (Patella-Sehnen-Entzündung) sowie der ebenfalls mit fünf gelben Karten gesperrte Michael Thurk.

 

von Juliane Schramm