Coach Schaaf: "Mit Köpfchen gegen kompakte Arminen"

Gibt die Richtung vor: Cheftrainer Thomas Schaaf (m.)
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Zwei Siege aus den letzten sechs Bundesligaspielen, zuhause gar nur einen Zähler aus drei Heimpartien: Werders durchwachsene Bilanz ausgerechnet im Saisonfinale kann keinen zufrieden stellen, am wenigsten den Cheftrainer. Thomas Schaaf fordert von seiner Mannschaft vor der Begegnung gegen Arminia Bielefeld am kommenden Sonnabend, 30.04.2005, um 15.30 Uhr einen Sieg: "Mir ist es wurscht, wie wir spielen, aber wir brauchen die drei Punkte…auch für das Selbstvertrauen."

 

"Das Team ist stark genug, setzt es aber nicht immer um", erklärt der Coach und zeigt damit deutlich auf, woran es im Spiel der Grün-Weißen derzeit hapert. Wenn dann auch noch (wie in der ersten Hälfte gegen Bayer Leverkusen) die nötige Aggressivität in den Zweikämpfen fehlt, "dann kann es nicht klappen", bemängelt Thomas Schaaf, der noch einen weiteren Punkt anspricht: "Das Ausscheiden aus Champions League und DFB-Pokal waren Störfaktoren, ohne Frage. Aber dagegen muss man angehen, und genau das haben wir zuletzt vermissen lassen."

 

Hohes Tempo im Training

 

In der Vorbereitung auf das Bielefeld-Spiel wurde im Trainingsalltag der Bremer unter der Woche verschärft an den Grundlagen gearbeitet. Denn eines ist auch klar: "Wir können nur so gut spielen, wie wir uns vorbereiten", sagt Schaaf. Nimmt man die Trainingseindrücke zum Maßstab, dann befindet sich Werder auf einem guten Weg. Die Mannschaft legt die nötige Aggressivität an den Tag, zeigt eine hohe Laufbereitschaft und spornt sich gegenseitig an. Schafft es das Team, diese Leistung auch unter Wettkampbedingungen abzurufen, könnte es mit einem Sieg gegen die Arminen klappen. Und der wäre enorm wichtig, denn für die Grün-Weißen ist rein rechnerisch vom Champions-League-Platz bis zum UI-Cup-Rang noch alles drin.

 

Mit 39 Punkten liegen die Ostwestfalen vor dem 31. Spieltag auf Platz elf der Tabelle und sind damit praktisch gerettet. Die Bilanz der Arminia – inklusive der Halbfinalteilnahme im DFB-Pokal – kann sich sehen lassen. Der Erfolg des DSC steht in enger Verbindung mit dem Namen Delron Buckley. Wie wichtig der Südafrikaner für Bielefeld ist, belegen 15 Saisontreffer. Umso schwerer trifft Coach Rapolder der Verlust Buckleys, der wegen seines Remplers gegen Schiri Merk im Pokal-Halbfinale vom DFB-Sportgericht für den Rest der Saison gesperrt wurde.

 

Werder gegen Arminia ohne drei – 'Boro' wohl fit

 

Aber auch ohne den torgefährlichen Außenstürmer warnt Thomas Schaaf vor "taktisch bestens geschulten Bielefeldern, die in der Defensive kompakt stehen und Pressing sowie schnelles Kombinationsspiel bevorzugen." Das Herzstück der Elf von Cheftrainer Uwe Rapolder steht mit Routinier Detlef Dammeier und Rüdiger Kauf auf den defensiven Halbpositionen im Mittelfeld vor der Viererkette. Im Zentrum versuchen die beiden Kreativkräfte Skela und Pinto das Angriffsspiel anzukurbeln und die meist einzige Spitze in Person von Fatmir Vata in Szene zu setzen. Beim 3:1-Sieg gegen den SC Freiburg vom letzten Wochenende spielte sich Offensivspieler Massimilian Porcello ins Rampenlicht. Der Italiener durfte sich nach seinem ersten Dreierpack im Profifußball zu Recht feiern lassen. Fünf Tore und sechs Asists machen Porcello (hinter Buckley) zum zweiteffektivsten Akteur der Arminia, die am Sonnabend ohne die verletzten Stammkräfte Schuler und Langkamp auskommen müssen.

 

Auch Werder hat Verletzungssorgen: Ümit Davala (Anriss des Syndesmosebandes), Kapitän Frank Baumann (Sprunggelenks-OP) und Krisztian Lisztes (Knöchelprobleme) fallen definitiv aus. Bei Tim Borowski, der unter der Woche wegen muskulärer Probleme kürzer treten musste, besteht die berechtigte Hoffnung auf eine rechtzeitige Genesung: "Boro wird am Donnerstag, aber spätestens Freitag wieder in den Trainingsbetrieb einsteigen können", so Cheftrainer Thomas Schaaf, der für das Spiel gegen sicher defensiv eingestellte Bielefelder durchblicken lässt, "nicht blind anrennen" zu wollen, sondern stattdessen mit "Köpfchen zu spielen". Das macht Appetit auf mehr.

 

Klaus Bellstedt