Werder will "Mini-Serie" gegen Leverkusen fortsetzen

Gegen Leverkusen wieder spielberechtigt: "Ludo" Magnin (r.)
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Am kommenden Samstag, 13.11.2004, gastiert Bayer Leverkusen bereits zum zweiten Mal in dieser Saison im Bremer Weser-Stadion. Beim letzten Aufeinandertreffen in der zweiten Runde des DFB-Pokals behielt Werder mit 3:2 die Oberhand. Ein Ergebnis, mit dem der deutsche Meister auch dieses Mal in der Bundesliga gut leben könnte.

 

Die „Herbst-Bilanz“ der Grün-Weißen kann sich sehen lassen: In der Champions League hat es die Mannschaft von Cheftrainer Thomas Schaaf selbst in der Hand, das Achtelfinale zu erreichen. Im DFB-Pokal wurde durch ein mühsames aber letztlich hochverdientes 3:1 n.V. gegen Eintracht Trier bereits die Runde der letzten acht Mannschaften erreicht. Und in der Bundesliga gab es zuletzt eine kleine Serie von vier Spielen in Folge ohne Niederlage. Nach zwölf Spieltagen liegen die Bremer nur vier Punkte und vier Plätze von der Tabellenspitze entfernt. Nach kraftraubenden Wochen liegt Werder in der Liga auf einem vielversprechendem Kurs.

 

Personalsituation deutlich entspannt

 

Im Pokalspiel unter der Woche gegen den Zweitligisten Eintracht Trier gönnte Thomas Schaaf erstmals in dieser Saison einigen Spielern aus der ersten Reihe eine Verschnaufpause. In der neueren Fußballsprache würde man das Wort „Rotation“ gebrauchen. So rotierten die beiden Angreifer Nelson Valdez und Angelos Charisteas in die Startelf, während das Sturm-Duo Klasnic/Klose zunächst auf der Bank Platz nahm. Auch Mittelfelddauerbrenner Fabian Ernst bekam vom Trainer genauso wie Christian Schulz eine kurzzeitige Auszeit verordnet. Diese Maßnahmen wurden auch deshalb möglich, weil sich die Personalsituation beim deutschen Meister deutlich entspannt hat.

 

So hat der Coach auch vor dem richtungsweisenden Spiel gegen Bayer Leverkusen -glücklicherweise- die Qual der Wahl. Gegen das Team von Klaus Augenthaler kehrt nun auch noch „Ludo“ Magnin in den Kader zurück. Der Schweizer hat seine Rotsperre aus dem Spiel gegen den VfB Stuttgart abgesessen. Auch Petri Pasanen ist gegen Bayer wieder mit an Bord. Einzig hinter den Einsätzen von Frank Fahrenhorst und Pekka Lagerblom stehen noch kleinere Fragezeichen. Definitiv nicht zur Verfügung stehen weiterhin die beiden Langzeitverletzten Gustavo Nery (Reha nach Kahnbeinbruch) und Krisztian Lisztes (Reha nach Kreuzbandriss).

 

Bayer mit starken Einzelspielern

 

Leverkusen ist in dieser Saison auswärts noch ohne Sieg. Die Werks-Elf präsentierte sich zuletzt als Mannschaft mit zwei Gesichtern. Fußball-Festen wie beim 4:1 gegen die Bayern sowie in der Champions League gegen Real Madrid und den AS Rom folgten Negativ-Erlebnisse in der Liga gegen Teams wie Mainz, Nürnberg, Stuttgart und Berlin. „Keinen Biss, keine Leidenschaft und kein Wollen“, attestierte Klaus Augenthaler in diesen Spielen seiner Mannschaft. Dass Bayer in seinen Reihen über hervorragende Einzelspieler verfügt, ist indes unbestritten. Neben Abwehrspieler Roque Junior (kam vom AC Siena) hat sich in erster Linier Mittelfeldakteur Jacek Krzynowek als torgefährlich und wesentliche Verstärkung erwiesen. Das Offensiv-Potenzial der Westdeutschen ist immens. Mit Berbatov, Franca und dem formstarken Andrej Voronin verfügt „Auge“ über drei exzellente Angreifer.

 

Trotz der Auswärtsschwäche erwartet Thomas Schaaf eine starke Bayer-Mannschaft: „Ihnen ist doch bewusst, dass sie auswärts noch nicht überzeugen konnten. Das wollen sie besser machen. Beim AS Rom hätten sie mit etwas Glück sogar gewinnen können, das sollte Warnung genug sein.“

 

Das Spiel im Weser-Stadion ist für beide Teams eine richtungsweisende Begegnung. Mit einem Sieg wäre Werder wieder mittendrin im engen Kampf um die Tabellenspitze. Andernfalls droht das Abrutschen ins Mittelfeld der Liga. Leverkusen würde dann bei einem eigenen Sieg sogar an den Grün-Weißen vorbeiziehen können.

 

Klaus Bellstedt