Kapitän Baumann: "Eintracht wird ums Überleben kämpfen"

Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Getreu dem Slogan "100 Prozent Werder" will der derzeitige Tabellenführer der Fußball-Bundesliga das kommende Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt am Samstag, 10.04.2004, um 15.30 Uhr angehen. "Die Prozentpunkte, die beim 1:1 gegen Freiburg fehlten", das kündigt zumindest Thomas Schaaf an, will man im Waldstadion "draufpacken", um dann (nach zwei Unentscheiden in Folge) mit drei Punkten im Gepäck nach Bremen zurückzukehren.

 

"Wir haben uns gegen den SC Freiburg nicht ganz so stark präsentiert. Meine Spieler wissen das auch und wollen etwas gutmachen. Sie sind heiß auf das Spiel in Frankfurt", weiß Werder-Coach Thomas Schaaf. Dass der Druck von außen möglicherweise größer geworden ist, nimmt der Trainer billigend in Kauf und geht sogar noch einen Schritt weiter: "Natürlich richtet sich der Focus jetzt noch mehr auf uns, aber die Mannschaft geht damit sensationell um. Sie freut sich umso mehr auf das nächste Spiel."

 

Frankfurt mitten im Abstiegskampf

 

Mit der Eintracht aus Frankfurt trifft Werder auf einen Gegner, der in der Bundesliga mit dem Rücken zur Wand steht. Die Hessen bekleiden nach 27 gespielten Partien derzeit Platz 16, stehen also auf einem Abstiegsrang. Frank Baumann rechnet aus diesem Grund auch mit keinem einfachen Spiel: "Frankfurt ist ein schwieriger Gegner. Spätestens jetzt hat in der Bundesliga die "heiße Phase" des Abstiegskampfes begonnen, und die Eintracht ist mittendrin. Sie werden ums Überleben kämpfen." Mit anderen Worten: Frankfurt wird sich im eigenen Stadion nicht verstecken können.

 

Ganz so offensiv wie Freiburg am letzten Sonntag erwartet Werders Cheftrainer das Team von Willi Reimann dennoch nicht: "Sie werden ihre Taktik, aus einer kompakten Defensive heraus zu spielen, beibehalten." Immerhin hatte Frankfurt mit dieser Marschroute 14 Punkte in den ersten sieben Spielen der Rückrunde geholt. Zwei Namen sind ganz eng mit der beeindruckenden Serie der Hessen zu Beginn des Jahres verbunden: Ioannis Amanatidis und Ingo Hertzsch. Beide kamen erst in der Winterpause in die Main-Metropole und schlugen auf Anhieb ein. Hertzsch verlieh der Eintracht-Defensive wieder die nötige Sicherheit, der griechische Stürmer Amanatidis beendete mit seinen Treffern die Torflaute im Angriff der Frankfurter.

 

Schaaf warnt vor Lexa und Kreuz

 

Neben den Genannten zeigt sich Werders-Coach vor allem von den beiden Außenspielern angetan: "Der schnelle Lexa auf rechts und Kreuz über die linke Seite sorgen immer wieder für Gefahr. Mit ihren Flanken suchen sie permanent die einzige Spitze Amanatidis." Die Taktik der Grün-Weißen für das Spiel in Frankfurt umschreibt der wiedergenesene Ümit Davala: "Seit Saisonbeginn spielen wir überall auf Sieg, egal ob zuhause oder auswärts. Daran wird sich auch jetzt nichts ändern. Klar, ein angeschlagener Gegner ist gefährlich, aber wenn wir wir die gleiche kämpferische Einstellung an den Tag legen wie der Gegner, dann werden wir uns am Ende aufgrund unserer spielerische Qualität durchsetzen."

 

Thomas Schaaf kann für das Spiel am Samstag auf nahezu den kompletten Kader zurückgreifen. Bis auf den langzeitverletzten Ludovic Magnin (Sehnenteilabriss im Oberschenkel) hat der Coach vermutlich keine Ausfälle zu beklagen. Auch Pekka Lagerblom, der unter der Woche wegen Knieproblemen mit dem Training kürzer treten musste, steht aller Voraussicht nach wieder zur Verfügung. Schaaf wird nach dem Abschlusstraining am Freitag, 09.04.2004, den 18-köpfigen Kader für das Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt bekannt geben.

 

Klaus Bellstedt