Wieder Derbysieg! Werder schlägt den HSV mit 3:2

Marko Marin brachte die Grün-Weißen mit einem abgefälschten Heber mit 1:0 in Führung.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werder Bremen hat den Hamburger SV in einem packenden 93. Nordderby mit 3:2 besiegt. Nach verhaltenem Beginn brachten Marko Marin (25.) und Hugo Almeida (29.) die Grün-Weißen mit 2:0 in Führung. Mitte der zweiten Halbzeit gelang den Gästen dann ebenfalls ein Doppelschlag innerhalb von vier Minuten, van Nistelrooy und der eingewechselte Pitroipa trafen. Fünf Minuten vor dem Ende brachte Hugo Almeida die Werderaner nach starker Wesley-Vorarbeit erneut in Führung und damit den 31. Derbysieg gegen den HSV in der Bundesliga-Geschichte unter Dach und Fach.

 

Seine Rückkehr war Gold wert: Claudio Pizarro war am ersten und am dritten Treffer beteiligt.

Die Partie begann recht munter, nicht einmal zwei Minuten waren gespielt, als es zum ersten Mal gefährlich wurde vor dem HSV-Tor. Westermann hatte den wiedergenesenen Pizarro im Strafraum angeschossen, doch der Peruaner konnte den Ball nicht kontrollieren, so dass die Gäste klären konnten. Im direkten Gegenzug wurden auch die Hamburger zum ersten Mal gefährlich, nachdem van Nistelrooy sich gegen Sebastian Prödl durchgesetzt hatte und den Ball von rechts scharf in die Mitte passte. Doch dort fand sich kein Abnehmer (3.).

 

Wenig Torgefahr in der Anfangsphase

 

In der Folge beruhigte sich die Partie jedoch schnell, Abspielfehler und einfache Ballverluste häuften sich auf beiden Seiten, ehe die Hamburger nach einer knappen Viertelstunde etwas besser ins Spiel kamen, ohne dabei jedoch ernsthafte Torgefahr entwickeln zu können. So landeten die Hereingaben von Jansen und van Nistelrooy in den Armen von Tim Wiese (14.) bzw. konnten von Clemens Fritz geklärt werden (16.).

 

Eine Minute später kamen die Grün-Weißen zur ersten Ecke und zu ihrem ersten Torschuss der Partie. Pizarros Kopfball nach Marins Hereingabe landete jedoch über Rosts Kasten (17.). Auf der Gegenseite starteten auch die Hamburger einige Angriffsbemühungen, doch sorgten weder Zé Robertos Freistoß (20.) noch Jansens Hereingabe für echte Aufreger, da van Nistelrooy das Leder verpasste (22.).

 

Doppelschlag binnen vier Minuten bringt Werder in Führung

 

Sebastian Prödl gratuliert Werders Doppeltorschützen Hugo Almeida nach dem 2:0.

In der 25. Minute ging Werder dann plötzlich nach einem von Pizarro initiierten Konter in Führung. Der Peruaner trieb den Ball in hohem Tempo in Richtung HSV-Tor und spielte den Ball nach links auf den mitgelaufenen Marko Marin. Aus spitzem Winkel lupfte der Mittelfeldspieler den von Demel abgefälschten Ball über den machtlosen Gäste-Keeper Rost in die lange Ecke. Die Führung verlieh den Bremern Auftrieb, abermals nach schnellem Gegenangriff drang Marin über rechts in den Strafraum ein und wurde dort zunächst von Mathijsen und dann von Rost elfmeterreif von den Beinen geholt.

 

Doch die Grün-Weißen hielten sich nicht damit auf, bei Schiedrichter Kinhöfer zu lamentieren, sondern erhöhten nicht einmal eine Minute später auf 2:0. Hunt schlug einen Freistoß von der rechten Seite in den Sechzehner, wo Hugo Almeida hochstieg, vor Pizarro an den Ball kam und den Ball in die kurze Ecke wuchtete (29.). Zwei Minuten später hätte der Portugiese beinahe sogar auf 3:0 erhöht, doch konnte Zé Roberto nach starker Fritz-Vorarbeit gerade noch vor dem einköpfbereiten Almeida klären.

 

Einen Wermutstropfen gab es jedoch noch in der ersten Halbzeit: Clemens Fritz musste verletzungsbedingt ausgewechselt werden und wurde durch Wesley ersetzt, der aus dem defensiven Mittelfeld auf die rechte Abwehrseite wechselte. Bargfrede kam neu ins Spiel und sortierte sich im Mittelfeld neben dem zweikampfstarken Torsten Frings ein (42.).

 

Der HSV antwortet in Halbzeit zwei ebenfalls mit einem Doppelschlag

 

Die zweite Halbzeit gestaltete sich ausgeglichener als die erste aufgehört hatte – Chancen gab es auf beiden Seiten. Wiese konnte zunächst einen Jansen-Kracher gerade noch über die Latte lenken (47.), bevor Almeida aus etwas zu großer Distanz am Tor vorbeiköpfte (49.) und Pizarro aus spitzem Winkel an Rost scheiterte (52.). Gerade als sich das Spiel etwas zu beruhigen schien, schlugen die Gäste zu. Ein schnell vorgetragener Angriff des HSV über die rechte Seite brachte den Rothosen den Anschlusstreffer: Der eingewechselte Jonathan Pitroipa setzte sich im Strafraum gegen Prödl durch, passte flach in die Mitte, wo van Nistelrooy den Ball aus sechs Metern über die Linie drückte. Mertesacker rutschte in den Ball, konnte jedoch nicht mehr retten (59.). Kurz darauf versuchte es Pitroipa nach einem Solo-Lauf aus der Distanz, sein abgefälschter 20-Meter-Schuss ging jedoch knapp am linken Pfosten vorbei. Den Abpraller des nachfolgenden Eckballs bekam wieder Pitroipa, der aus halbrechter Position erneut abzog und diesmal mehr Glück hatte. Der Ball landete unhaltbar für Wiese im linken Torwinkel (63.).

 

Neu-Rechtsverteidiger Wesley bereitet Hugos Siegtor vor

 

Wesley spielte nach der Fritz-Verletzung in der Abwehr weiter. Dennoch bereitete der Brasilianer das Siegtor vor.

Nach dem zweiten Doppelschlag der Partie berappelten sich die Grün-Weißen schnell wieder und kamen in Person von Hugo Almeida (65./67./69.) zu mehreren Gelegenheiten. Nachdem Choupo-Moting auf der Gegenseite ebenfalls das 2:3 verpasste, beruhigte sich die Partie ein wenig: die Ruhe vor dem Sturm.

 

Denn in den letzten fünf Minuten ging es noch einmal hoch her im Nordderby. In der 85. Minute bediente Pizarro Neu-Rechtsverteidiger Wesley, der in den Sechzehner eindrang, den Ball quer an den langen Pfosten passte, wo Almeida goldrichtig stand und das Leder zum zweiten Mal in der Partie über die Linie drückte. Die Hamburger reagierten nach der nicht belohnten Aufholjagd mit wütenden Gegenangriffen und kamen in den Schlussminuten noch zu einer Reihe guter Gelegenheiten. Doch van Nistelrooy schafft es nicht, seine Leistung mit einem zweiten Treffer zu krönen, Mertesacker (88./89.) und Wiese (90.) verhinderten den 3:3-Ausgleich mit starken Abwehraktionen und vollem Körpereinsatz.

 

Christoph Muxfeldt