Überzeugende Bremer holen Punkt bei den Bayern

Bundesligadebüt mit 33 Jahren: Mikael Silvestre lief gegen die Bayern erstmals in Grün-Weiß auf
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werder hat sich im Spitzenspiel des dritten Spieltags am Samstagabend 0:0-Unentschieden von Bayern München getrennt. In der ausverkauften Allianz-Arena hatte Sebastian Prödl bereits in der fünften Minute die Großchance zur Führung, sein Kopfball landete aber nur an Pfosten und Latte des Bayern-Gehäuses. Beide Mannschaften konnten in den 90 Minuten zahlreiche Chancen verzeichnen, beide Torhüter stellten sich aber mehrfach möglichen Torerfolgen in den Weg.

 

Starke Leistung: Marko Arnautovic überzeugte als lauffreudige Werder-Spitze

Wesley und Silvestre debütieren für die Grün-Weißen

 

Gegenüber dem Heimspiel gegen den 1.FC Köln vor vierzehn Tagen veränderte Werders Cheftrainer Thomas Schaaf seine Mannschaft auf insgesamt vier Positionen. Per Mertesacker (Augen- und Kieferhöhlenbruch) und Claudio Pizarro (Muskelfaserriss) fehlten verletzt in München, Sebastian Boenisch und Tim Borowski nahmen zunächst auf der Bank Platz. Für sie rückten Petri Pasanen, Aaron Hunt und die erstmals für die Grün-Weißen auflaufenden Neuzugänge Wesley und Mikael Silvestre in die erste Elf. Und die neuformierte Mannschaft brauchte kaum Anlaufzeit für ihre ersten Torchancen: Marko Arnautovics Volleyschuss nach zwei Minuten ging über das Bayern-Tor, ein Kopfball von Sebastian Prödl nach Freistoß von Marko Marin klatschte vom linken Pfosten an den Körper von Münchens Torhüter Butt und von dort an die Latte (5. Spielminute). Zeit zum Durchatmen blieb keine, denn im Gegenzug konnte auch Tim Wiese bei einem Ribery-Flachschuss (7.) und gegen Müller (9.) seine ersten Bewährungsproben souverän meistern.

 

Marin scheitert nur knapp, Wiese pariert glänzend

 

Marko Marin verfehlte mit seinem Distanzschuss nur knapp die Werder-Führung

Beide Schlussmänner blieben auch weiterhin im Mittelpunkt des Geschehens: Butt klärte im letzten Moment per Fuß vor dem durchgestarteten Arnautovic, der toll von Fritz in Szene gesetzt worden war (18.), Werders Nummer Eins konnte die Grün-Weißen mit einer spektakulären Faustabwehr gegen Ribery vor einem Rückstand bewahren (25.). Den ersten Torschrei der Partie hatte Marko Marin auf den Lippen, aber auch sein optimal getroffener Distanzschuss wurde im letzten Moment um den Pfosten gedreht (31.). Es sollte die letzte Chance der ersten Halbzeit bleiben, in der die Grün-Weißen inklusive ihrer beiden Bundesligadebütanten zu überzeugen wussten.

 

Ohne personelle Veränderungen gingen die Bremer die zweite Hälfte an, in der allerdings die Bayern die erste Großchance verzeichnen konnten – Ribery Schuss strich am rechten Torpfosten des Werder-Gehäuses

Bayerns Torhüter Hans-Jörg Butt klärte mehrfach wie in dieser Situation gegen Petri Pasanen

vorbei (47.). Glück hatte Werder bei zwei Kroos-Großchancen: Erst verzog der eingewechselte Nationalspieler freistehend vor dem Tor (51.), sechzig Sekunden später rettete Wiese großartig aus kurzer Distanz.

 

Offener Schlagabtausch im zweiten Durchgang

 

Nachdem die Drangphase der Bayern zu Beginn des zweiten Durchgangs überstanden war, kam auch Werder wieder zu Torchancen. Ein offener Schlagabtausch entwickelte sich: Marins Freistoß aus knapp 22 Metern fehlte es ein wenig an Präzision (60.), im Gegenzug blieb Wiese im Duell mit Ribery Sieger. Pech hatte Marko Arnautovic nach seinem starken Solo (62.), als sich einmal mehr Hans-Jörg Butt als Spielverderber erwies und den Ball über die Latte lenkte. Aber auch Wiese konnte seine Klasse bei schönen Flugparaden gegen Kroos (66.) und Contento (75.) erneut unter Beweis stellen. In der Zwischenzeit hätte Borowski keine zwei Minuten nach seiner Einwechslung fast freistehend die Führung in der nun völlig offenen Partie erzielt (71.), schob den ball aber knapp am Tor vorbei. Der ebenfalls eingewechselte Hugo Almeida vergab mit seinem Flachschuss kurz vor Schluss (89., Butt pariert erneut) die letzte Möglichkeit in einem Spiel, in dem die Grün-Weißen mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und hohem Einsatz zu überzeugen wussten.

 

von Paul Hüsing